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fakiauso sea

„Das frage ich mich als Ausländer auch immer wieder. Nicht selten wird insbesondere bei politischen Diskussionen auf die ...“

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Das sehen die Franzosen wesentlich entspannter. Etwa mit der insbesondere bei Touristen beliebten Route Napoleon. Der Kerl ist schliesslich auch bis nach Moskau marschiert. Und das auch "erst" vor 200 Jahren. Man stelle sich mal die Reaktionen vor, es würde in Berlin oder München ein Vorschlag für einen "Adolf Hitler-Platz" gemacht.


Napoleon hat bei seinen Kriegen nicht aus ideologischen, sondern wirtschaftlichen Gründen gehandelt. Der II.Weltkrieg hat zwar einen Teil seiner Ursachen ebenfalls in der Wirtschaft des damaligen Imperialismus, aber die nationalistischen Auswüchse wie in D hat es in keinem anderen Land jemals gegeben. Vergleiche hinken immer, aber in diesem Fall hat das nicht einmal Füsse oder Beine, geschweige denn Krücken.

Mir ist auch nicht bekannt, dass so wie das faschistische Deutschland ein Napoleon einen Krieg damit begründet hätte, andere Menschen systematisch ausrotten zu müssen.

Ebenfalls ein Novum dabei war das systematische und industrielle Ermorden in erster Linie der Juden, der ziganesken Völker und der des politischen Gegners in genau diesen KZ! Das hat es vergleichbar in dieser durchorganisierten und geplanten Form vorher und hinterher nicht gegeben.

Das ist (noch) das Einmalige des Nationalsozialismus. Und genau aus diesen Gründen ist diese Zeit noch nicht aufgearbeitet. Sonst wären nämlich nicht kaum nach Kriegsende etliche Alt-Nazis schnell wieder in teils hohe Ämter gekommen und auch noch unbestraft.

Man stelle sich mal die Reaktionen vor, es würde in Berlin oder München ein Vorschlag für einen "Adolf Hitler-Platz" gemacht.


Nicht nur angesichts des oben Gesagten verbietet sich das von selbst, auch wenn da bei so manchem der Zwickel feucht würde.

Zweitens würden dann nicht solche Arschlöcher mit 180-Grad-Wenden, Denkmalen der Schande u.ä. herumrotzen wie die der AfD, der Identitären und wie das ganze rechte Gesockse sich so deklariert. Von Rechtskonzerten oder den Verbrechen des rechten Spektrums mal ganz abgesehen, die mit staatlichem Dulden und Decken stattfinden und permanent verharmlost werden.

Da ist noch lange nichts "aufgearbeitet" und gleich gar nicht fertig, solange so etwas noch möglich ist.

Als Buchtipp sei dazu Hannah Arendt empfohlen mit "Banalität des Bösen" oder deren Literatur zu totalitären Systemen und warum sie entstehen können. Friedrich Kellner mit "Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne" trifft´s auch ganz gut.

Wer dann mal das tut, was dem vermeintlichen "politischen Gegner" immer vorgeworfen wird, nämlich mal die Scheuklappen abzulegen, bei dem macht es vielleicht Klick, wie weit wir inzwischen wieder unterwegs sind mit dieser braunen Scheisse...

"Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an idiot (or an economist)" - Hellsongs
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