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Olaf19 giana0212 „Du blendest dabei aus, dass Druckertechnik im Prinzip schon ewig existiert und die weiteren Verbesserungen ausschließlich ...“
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abgesehen von diesem einen Verbraucher in Hamburg, der findet das ok.

Nein Giana, das ist keine Frage von "ok" finden oder gutheißen, von Sympathie oder Zustimmung. Ich finde nur, dass man wenigstens versuchen sollte, möglichst das Ganze zu sehen und die Welt nicht nur aus der Elfenbeinturm-Perspektive des eigenen Geldbeutels zu betrachten.

dass Druckertechnik im Prinzip schon ewig existiert

Im Prinzip ja. Aber das heißt ja nun nicht, dass sich im letzten Vierteljahrhundert in der Technik nichts mehr getan hätte.

Wenn jemand sein Produkt unter Wert verkauft, schließt auch das Konkurrenten aus, in diesem Fall dann neue Produzenten von Druckern. Wie viele junge Druckerhersteller kennst Du?

Nun ist das also auch wieder nicht recht. Was sollen die Hersteller denn nun machen?

Wenn sie ihre Orignaltinte zu teuer anbieten, ist das Abzocke. Wenn sie ihre Geräte günstig verkaufen, ist das auch wieder schlecht. Was denn nun?

Wie viele junge Hersteller von Kühlschränken, Staubsaugern oder Kaffeemaschinen kennst du? Das sind doch alles, genau wie die Drucker, gut abgegraste Produktfelder. Noch 'ne Firma aufmachen, die noch mehr von dem Zeugs produziert, mit dem die Märkte längst gesättigt sind, das bringt nichts. Hat aber kaum etwas mit den Preisen für Verbrauchsmaterial zu tun.

die Hersteller von Verbrauchsmaterial versucht man mit abstrusen Mitteln aus dem Markt zu drängen, wir reden hier von mafiösen Zuständen.

In Ordnung ist das keinesfalls. Aber bleibt den Druckerherstellern eine andere Wahl? Entweder sie verteidigen ihre Pfründe, oder sie müssen sich aus dem Marktsegment zurückziehen, weil es sich schlicht nicht mehr lohnt.

Nur ein fiktives Beispiel: Wenn ich ein Gerät für 75 EUR anbiete, das eigentlich 100 EUR kosten müsste, dann kann das nur funktionieren, wenn ich an den Folgekosten so gut verdiene, dass der entgangene Umsatz beim Verkauf sich mit der Zeit amortisiert. Wenn dann plötzlich andere daherkommen, die mit Herstellung und Vertrieb meines Geräts Nullkommanull Aufwand hatten, aber bei den Folgekosten gern die Hand aufhalten – nun ja... dann ärgere ich mich, gelinde gesagt.

Dass der Endverbraucher sich darüber ein Loch in den Käse freut, ist klar, aber das ist eben nur ein Teilaspekt der ganzen Geschichte.

Mein NEC-Drucker hat damals bald 1000 DM gekostet... aber kaum nennenswerte Folgekosten verursacht. Das Farbband hat ewig gehalten und konnte später, wie von work-stationer weiter unten beschrieben, wieder aufgefrischt werden. So geht es also auch... nur, welcher Endverbraucher zahlt denn heute noch umgerechnet 500 EUR für einen neuen Drucker?

Seien wir ehrlich: am Ende sind es doch wir Endverbraucher mit unserer "Selbst-geschenkt-ist-noch-hoffnungslos-überteuert"-Mentalität, die die Marktpreise in die Knie zwingen. Und dann muss die Kohle eben durch die kalte Küche wieder reinkommen. Sicher, schön ist das alles nicht. Aber ein bisschen müssen wir uns auch an die eigenen Nasen fassen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geiz_ist_geil – das Ableben dieses ebenso berühmten wie verhassten Werbeslogans wird begründet mit einer: Schwerpunktverschiebung beim Verbraucher: Qualität und Service spielten wieder eine größere Rolle. Marketing-Experten hielten diese Aussage für fundiert; das Motto habe sich überlebt." Hoffen wir's.

CU
Olaf

"Das sind Leute, die von Tuten und Ahnung keine Blasen haben" (ein Reporter auf die Frage nach der politischen Bildung des typischen Anhangs von Donald Trump)
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