Rundfunkbeitrag Widerstand 206 Themen, 4.190 Beiträge

Die Schweiz hat entschieden

shrek3 / 71 Antworten / Flachansicht Nickles

http://www.tagesschau.de/ausland/nobillag-107.html

Und ja, ich bin tief erleichtert, dass der Volksentscheid so ausgefallen ist.
Und das, obwohl der schweizer Bürger monatlich 50% mehr Rundfunkgebühren zu entrichten hat als der BRD-Bürger.

Es gibt sie noch, die Vernunft, die nicht beim Geldbeutel aufhört.

Gruß
Shrek3

Fatal ist mir um das Lumpenpack, das, um Herzen zu rühren, den Patriotismus trägt zur Schau, mit all seinen Geschwüren. Heinrich Heine
bei Antwort benachrichtigen
sea gelöscht_323936 „Geheimnisvolles Stichwort. Auch wenn Du anscheinend nichts von Suche im Internet hältst - bei Werter findet sich nichts ...“
Optionen

Im I'net findet man nicht alles. Meine Infos beziehen sich auf Akten in den Kellern der Universität Zürich.

"Werter" war DER Informant schlechthin in den Kreml. Die grösseren deutschen Aufmarschpläne waren den Sowjets bereits im voraus bis auf Battalionsstärke bekannt. Dass so ein Krieg nur schwerlich zu gewinnen ist, ist wohl klar. Anfangs misstraute Stalin diesen Infos. Nach gewaltigen Verlusten (Stichwort Kesselschlachten) und den sich als stets zuverlässigen Infos musste auch Stalin einsehen, dass hier ein Topagent mit Kontakten bis in die höchsten Führungsstäbe am Werke war. Dr. Sorge war ebenfalls sehr gut informiert.

Niemand will die Sünden der Kriegsgewinnler schönreden. Andererseits gilt es zu bedenken, dass die Schweiz von den Achsenmächten völlig umzingelt und auf Gedeih und Verderb von deren Wohlwollen abhängig war. Hätte Hitler die Grenzen wirtschaftlich dicht gemacht (Öl, Kohle, Metall, Textilien, gewisse Nahrungsmittel, usw.) wären die Räder buchstäblich still gestanden. Ausser Seen, Berge und Wälder haben wir ja keinerlei Rohstoffe, ausser ein bisschen Landwirtschaft. Die Versorgung selbst elementarster Güter wäre innert kurzer Zeit völlig zusammengebrochen, Bürgerkriege durchaus denkbar. Für ein halbwegs funktionierendes Land musste man wohl oder übel "Deals" mit den Nazis eingehen, bis hin zu versiegelten Güterwagen mit Material- und Truppentransporten durch den Gotthard nach Italien. Auch die Alliierten haben übrigens von der Drehscheibe Schweiz profitiert - das war also keineswegs einseitig.

Jetzt, im Nachhinein, in der schön warmen Stube mit allem Komfort und gefülltem Kühlschrank, ist es natürlich einfach, über die Sünden der Väter zu lästern. Aus diesem Grund würde ich mir auch nie erlauben, über die Deutschen zu urteilen, welche nach den desaströsen 20er Jahren den Adolf wählten. Wer ein solch wirtschaftliches Trauma unter teils elenden sozialen Verhältnissen nicht am eigenen Leibe erfahren hat, kann das heute beim besten Willen nicht nachvollziehen. Darum habe ich meine liebe Mühe mit Historikern, welche - in nachträglicher (!) Erkenntnis der Geschichte - uns heute weis machen wollen, was man damals hätte anders machen sollen. Wenn das so einfach wäre, würde kein Mensch Fehler im Leben begehen.

Eine lange Mitteilung. Höchste Zeit für die Falle, auch wenn ich morgen frei habe.

Gruss
sea

bei Antwort benachrichtigen