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Tempolimit auf deutschen Autobahnen?

Nickel85 / 32 Antworten / Flachansicht Nickles

Nachdem seit ein paar Tagen wieder das ewige Thema Tempo 130 durch die Presse geistert (gestern gabs auch eine Umfrage bei n-tv -> http://www.n-tv.de/5251408.html), frage ich mich, wie Ihr darüber denkt!

IMHO wäre mit Tempo 150-170 der Sicherheit schon sehr gedient, denn das ist die Geschwindigkeit bei der man heutzutage in einem Mittelklasse-Auto noch ganz gut "mitschwimmen" kann.

Meinereiner langweilt sich mit Tempo 130 bei schönem Wetter und freier Autobahn zu Tode - wenn die Umstände es erlauben, fahre ich 160 bis 170, mehr jedoch selten (darüber säuft mein oller Scorpio einfach zu viel).

7er BMW & Co. (sind meiner Erfahrung nach am Schlimmsten und penetrantesten, danach kommen die Kleinen 3er, die sich aber mehr aus Geltungssucht als aufgrund ihrer Motorleistung auf der linken Spur befinden) und dicke Benze die sich einem von hinten mit Tempo 250 näheren, sind denke ich die, die auf den Autobahnen für die wirklich tragischen Unfälle verantwortlich sind, die die 130-er-Diskussion in letzter Zeit wieder auferstehen haben lassen...

Von daher finde ich persönlich die 150-Kmh-Überlegungen in Italien derzeit eine ganz interessante Kompromiss-Lösung...

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Liebe Raser, Spacebast
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Liebe Raser, Spacebast
Micky Nickel85 „Tempolimit auf deutschen Autobahnen?“
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Moin, also diese Tempolimitdiskusion gibt es jedes Jahr wieder. Jedes Jahr zur politischen Sommerpause. Und immer wieder wird sie von "Hinterbänklern" angeleihert, so auch diesesmal wieder. Da haben irgendwelche Hinterbänkler das ganze Jahr nix zu sagen und müßen immer schön den Finger dann heben, wenn man es Ihnen sagt. Zum Sommer hin scheinen sie ihre Chance zu sehen, sich mal wieder zu profilieren.
Man, mir geht es echt auf den Sack.
Macht Euch keinen Kopf, es wird nicht kommen!

Aber zur Sache: Alle Argumente, die hier gefallen sind haben Ihre berechtigung. Aber!
Keine der Argumente, die von der Politik angeführt wurden, haben sich durchgesetzt. Das Ausland hat es längst bewiesen.
Alle Annahmen, es würde zu irgendwelchen Verbesserungen kommen, sind Irrtümer!

Thema Sicherheit: In keinem europäischen Ausland hat die Einführung von Tempolimits zu deutlichen Senkung der Unfalltoten geführt. Im Gegenteil, in einigen Ländern konnte man sogar einen Anstieg feststellen.

Thema Umweltschutz: Auch kein Erfolg. Mehrere Studien haben widerlegt, das ein Tempolimit den Schadstoffausstoß vermindert wird. Im Einzelfall, also gesehen auf ein PKW ist das zwar richtig, aber in der Masse, bedingt durch den dichten Verkehr, kommt es zu einer Minderung. Durch Staus ist eher ein deutlicher Anstieg der Schadstoffe in der Luft zu verzeichnen.

Thema Verkehrsfluss: Ein ganz großer Irrtum! Staus entstehen nicht durch freie Tempowahl. Man kann den Verkehr nicht durch Tempolimits entzerren. Ganz im Gegenteil.
In Amerika hat man es bewiesen. Einige Staaten haben dort die Limits aufgehoben. Ergebnis: Es kam zu deutlich weniger Staus ohne einen Anstieg von Unfallopfern zu verzeichnen.

Andere Maßnahmen sind da viel wirkungsvoller, wenn auch nur das Problem verschoben wird.
Nochmal Thema Umweltschutz!
Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge.
Das Ausland macht es uns vor. Die Deutschen sind nicht in der Lage diesen Filter einzuführen. Obwohl längst fertig entwickelt, für alle Hersteller, werden sie nicht eingeführt. Politischer Druck der Autoindistrie. Warum und wieso das so ist, würde hier nun zu weit fürhen. Aber ein Grund ist, daß das Problem nur verschoben wäre. Zwar würden die Partikel nicht mehr an Ort und Stelle in die Luft geblasen, aber sie sind nach wie vor da, nämlich in den Filtern. Und wo sollen die hin? Dieses Problem ist nämlich noch nicht gelöst. Anders als beim Katalysator für Benziner werden die Stoffe nur gesammelt. Beim Kat werden die Schadstoffe durch chemischen Prozess in ungefährliche Stoffe umgewandelt.

Thema Verbrauch!
Es ist heute technisch gesehen kein Problem, den Verbrauch der heutigen Fahrzeuge so deutlich zu senken, das kaum noch jemand nach heutigen Maßstäben darüber diskutieren würde. Aber das Ölmangat hat halt auch ein Wort mitzureden. Und nicht nur der, auch den Staaten würden ungeheure Steuereinnahmen wegbrechen. Ergo, immer schön langsam mit den Pferden.

Aber, ob und wie ein Mensch seinen Penisersatz, seine Rostkarre oder seine Verkehrsbremse bewegt spielt bei den vorhandenen Problemen keine Rolle.

Dennoch ein Satz der nicht weg zudiskutieren ist! Je größer und teurer ein Auto, desto geringer die Gefahr im "normalen" Verkehr sich schwer zu verletzen. Das ein 500er oder ein 740er schneller ist als ein Smart ist klar. Klar ist aber auch, das Du eher überlebst, wenn Du mit 80 einen Unfall baust, das man im 7ner weniger Verletzungen hast als im Bambini. Und ob Du mit nem 500er mit 160 gegen eine Mauer fährst oder im Smart, beide würden es nicht überleben. Wir reden vom normalen Verkehr.
Ich fahre übrigens den neuen Ford Galaxy Ghia! Ja einen Diesel!

So denn, lassen wir den Hinterbänklern Ihre Chance mal etwas frei sagen zu dürfen. Wenn auch die Diskusion dieses Jahr etwas früh anfängt.......

...einer, der die Tür leise zumacht.
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test thomas woelfer