Ich habe 5Jahre an Elektro-Lokomotiven gearbeitet - ich kann Dir allerdings nur sichere Info´s zu Lok´s der Baureihen 110,140,141,181.2 geben.
Aber generell ist auf dem Fahrdraht eine Wechselspannung von 15000V 16 2/3Hz (1/3 von 50Hz). Das ist desshalb, weil in den älteren Loks Gleichstrommotoren (Reihenschlussläufer - aufbau wie der Auto-Anlasser) eingebaut sind. Würde man diese Motoren mit 50Hz Wechselstrom betreibn, dann würde ein sehr starkes Bürstenfeuer an den Kohlen enstehen. Ein hoher Verschleiss der Kohlebürsten und des Kollektors wäre neben starken Funkstörungen die Folge.
Also hat man die Frequenz verringert und so eine transformierbaren Wechselstrom, der für Gleichstrommotoren brauchbar ist erhalten.
Die Masse, also der Minus Pol stellen die Schienen dar - um genau zu sein - eine der beiden Schienen.
Schau Dir mal die Schienen im Bahnhof genau an, dort wo irgenwelche Kabel an der Schiene befestigt sind, das ist die Masseschiene. (Bei Schienenbrüchen in der Masseschiene kann man Nachts auch schöne Lichtbögen beobachten.)
Also, bei einer Lok der BR 140 geht der Strom von der Fahrleitung über den Stromabnehmer, den Hauptschalter und Dachdurchführung in den Trafo.
Am Trafo gibt es verschieden Anzapfungen für Nebenbetriebe (Heizung, Lüfter, Luftpresser) und für die Fahrstufen.
An den Anzapfungen für die Fahrstufen hängt das Schaltwerk (Hochspannungsschaltwerk - weniger Verschleiss als Niederspannungsschaltwerk) (dort werden die Anzapfungen für die Fahrstufen abgegriffen), danach geht es über die Lastschalter wieder zum Trafo (zum transformieren auf Motortaugliche Spannungen). Von Dort geht´s über die Richtungswender und Trennschütze zu den Fahrmotoren und von dort dann über die Raderden an den Radsätzen (es darf kein Strom über die Lager fliessen) über die Räder in die Masseschiene.
Na, verstanden?
Die sache mit den 750V DC betrifft hauptsächlich Strassenbahnen und verschiedene S-Bahnen.