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Von wegen E-Autos

winnigorny1 / 6 Antworten / Flachansicht Nickles

Bin heute endlich mal über einen Artikel gestolpert, der meine alte Kritik an der Förderung von E-Autos stützt. - Die sind unterm Strich nicht besser als Diesel-Fahrzeuge!

https://www.t-online.de/auto/elektromobilitaet/id_86334210/auto-neue-adac-studie-dieser-antrieb-ist-am-klimafreundlichsten.html

Grüße aus Hamburg, Winni - https://www.das-bumerang-projekt.de
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fakiauso winnigorny1

„Recht hast du. Stimmt - im Wesentlichen. Es kann aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung auch nicht den völligen ...“

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Es gibt einfach zuviel "Mensch" auf unserer kleinen Kugel.


Ist ein streitbares Thema.

Derzeit gehen die meisten natürlichen Ressourcen jedoch nicht für lebensnotwendige Dinge drauf, sondern für Luxus. Daher denke ich eher, dass selbst eine steigende Zahl an Menschen in ihren Grundbedürfnissen ohne existenzielle Probleme versorgt werden kann.

Das geht mit den Fragen los:

- ob jeder für maximal 4 Männeken eine eigene Finnhütte auf 500m² Fläche nebst 2-3 privaten Fahrzeugen benötigt.

- ob man neben diesen Flächen quadratkilometerweise weitere für den damit verbundenen Individualverkehr, die durch den Konsum bedingten Verkehrsströme und LKW, Gewerbegebiete usw. benötigt, die nach meist kurzer Zeit wieder als Brache enden, während dieselben Klitschen direkt daneben dasselbe wieder hochziehen.

- ob man weitere Flächen dafür "nutzt", um in Monokulturen anzubauen, die dann nicht mal dem Fressen dienen, sondern in den Tank obiger Teile gekippt werden, während in der Dritten Welt direkt neben den Plantagen die Kinder Hungers verrecken.

- ob Flächen verplempert werden für absurden Fleisch, das einfach über Masse billig gemacht wird - interessante Aussage von V. Klink zum Thema Tierwohl in diesem Zusammenhang (der Tagebucheintrag vom 09.08., der rest ist auch nicht ohne).

Am Ende dient alles nur dem Profit.

Der Mangel an Technik dürfte auch nicht unbedingt ein grund sein, denn die gibt es durchaus. Nur dient die eben nicht dem Versorgen der Menschen vor Ort, sondern s.o.

Umgekehrt ist es so, dass mit steigender (Über)-Lebenssicherheit die Geburtenrate sinkt. Irgendwo müsste es ergo theoretisch einen Schnittpunkt geben, an dem die Population Mensch stabil würde bei global verträglichem Konsum, der den menschgemachten Einfluss auf das Klima so hält, dass zumindest dieser kein Grund für das Aussterben ist.

Das aber wiederum ist ein evolutionäres Problem. - Der Mensch wäre nicht die erste Art, die ausstirbt. - Und er wird auch nicht die letzte sein.


Das Blöde an der derzeitigen Situation ist, sie ist nicht evolutionär bedingt. Die Spezies Mensch hat das Wissen und die Möglichkeiten, zumindest diese Möglichkeit des Aussterbens zu verhindern und es wird dennoch speziell "von denen da oben" wenig dafür getan, das zu verhindern.

Greta Thunberg und die um sie herum entstandenen Bewegungen ist/sind definitiv keine Säulenheilige und auch nicht der Heilige Gral. (Ich meine sogar, dass ihr der Rummel um sie selbst nicht passt, wenn ich mich in authistische Menschen hineinzuversetzen versuche).

Das aber so relativ viele im positiven wie im negativen Sinne auf ihr absolut rationales Handeln anspringen, zeigt doch, dass sie einen Nerv trifft. Und das sowohl bei denen, die sich in ihrem Streben nach immer mehr ohne Rücksicht auf die Folgen erwischt fühlen und vorgeführt werden ebenso wie bei denen, die sich dank ihr aufraffen, für sich und ihre Rechte endlich den Mund aufzumachen.

Im Gegensatz zu anderen Vorläufern wie Occupy und Blockupy scheint sich FfF und das Drumherum nicht so leicht mundtot machen zu lassen, aber es geht ja auch um nicht mehr oder weniger als unseren eigenen Arsch...

Edit:

Ja, und vor allen Dingen sollte der ÖPNV mal so ausgebaut werden, dass man Busse und Bahnen ordentlich benutzen kann. Hier in Ostfriesland ist es z.B. so, dass man außerhalb der Ferien so gut wie gar nicht mit dem Bus zur Arbeit kommen kann und während der Schulzeiten auch nur eingeschränkt - da muss man dann nämlich mit den Schulbussen fahren, welche während der Ferienzeiten logischerweise gar nicht fahren.


Das ist nicht nur in Ostfriesland so, sondern auch im Südwesten. Abseits der Großstädte und in den Ferien heisst das Angebot früh, mittags, abends und auch nicht überall hin, weil die Schulbusse nicht fahren oder der Ersatz in Form eines Siebensitzers beim Verkehrsunternehmen mindestens 24 Stunden vorher bestellt werden muss.

Dafür gibt es dann so tolle Angebote wie die Bürgertaxis, bei denen private Bürger den fahrdienst mit dem eigenen Auto für Ältere usw. übernehmen oder als "Alternative" zum ÖPNV eine Handvoll verteilter E-Autos für etwa 13000 Einwohner im Kernort nebst der umliegenden Gemeinden - tolle Wurst.

In meiner ehemaligen Heimat findet selbst während der  Schulzeit von Freitag abends bis Montag Nahverkehr praktisch nicht mehr statt.

Der Nutzen eines ÖPNV in Form von weniger Umweltschäden, weniger Staus, weniger Infrastruktur lässt sich halt nicht in Mark und Pfennig  und auch nicht in Euro und Cent direkt ausrechnen und landet auch in niemandes Portemonaise...

"Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an idiot (or an economist)" - Hellsongs
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