Nachhaltigkeit 118 Themen, 2.735 Beiträge

Von wegen E-Autos

winnigorny1 / 6 Antworten / Baumansicht Nickles

Bin heute endlich mal über einen Artikel gestolpert, der meine alte Kritik an der Förderung von E-Autos stützt. - Die sind unterm Strich nicht besser als Diesel-Fahrzeuge!

https://www.t-online.de/auto/elektromobilitaet/id_86334210/auto-neue-adac-studie-dieser-antrieb-ist-am-klimafreundlichsten.html

Grüße aus Hamburg, Winni - https://www.das-bumerang-projekt.de
bei Antwort benachrichtigen
fakiauso winnigorny1

„Von wegen E-Autos“

Optionen
Bin heute endlich mal über einen Artikel gestolpert, der meine alte Kritik an der Förderung von E-Autos stützt. - Die sind unterm Strich nicht besser als Diesel-Fahrzeuge!


Und dafür musste der ADAC eine Studie beauftragen?

Was m.E. in der Studie fehlt, ist die Brennstoffzelle als weiterer Vergleich.

Positiv:

Es wird immerhin erwähnt, dass die jeweilige Antriebsart mehr oder weniger, in Summe aber alle klimaschädlich sind. Das ist halt einfach so, wenn die nötige Energie in irgendeiner Art und Weise durch Verbrennen in eine für den Antrieb geeignete Form umgewandelt werden muss.

Das E-Auto in sich hat also dann eine bessere Bilanz, wenn der Strom für diese Kisten aus nicht fossilen Quellen stammt, wie das in der "Studie" ermittelt wurde. Das Problem der endlichen Rohstoffe für die Karre bleibt wie bei jedem Fahrzeug bestehen.

Negativ...

...aber nicht anders zu erwarten bei einem Automobil-Club: Das Auto als Problem in sich wird nicht erwähnt und für den Massenverkehr die nötigen Alternativen.

Was ebenfalls nicht eingerechnet wurde, sind ziemlich sicher Wartungs- und Unterhaltskosten. Diese würden nämlich konventionelle Antriebe ebenfalls abstinken lassen, da ein E-Auto neben dem Üblichen wie Reifen und Bremsen nicht in regelmässigen Abständen zum Ölwechsel usw. muss. Kühlwasser, Zahnriemen, Kopfdichtungen und alle anderen Teile usw. sind auch kein Thema, die treiben jedoch bei Verbrennungsmotoren dank der gesalzenen Werkstatt- und Ersatzteilpreise ebenfalls.

Und wenn man bei T-Online schon zum Zwecke der Werbeeinnahmen die Artikel bei DPA klaut, dann gehören wenigstens die Links zur Studie selbst hinein statt der drei Links auf die eigenen Seiten.

https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/alternative-antriebe/co2-treibhausgasbilanz-studie/?redirectId=quer.klimabilanz

"Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an idiot (or an economist)" - Hellsongs
bei Antwort benachrichtigen
winnigorny1 fakiauso

„Und dafür musste der ADAC eine Studie beauftragen? Was m.E. in der Studie fehlt, ist die Brennstoffzelle als weiterer ...“

Optionen

Recht hast du.

Das Auto als Problem in sich wird nicht erwähnt und für den Massenverkehr die nötigen Alternativen.

Stimmt - im Wesentlichen. Es kann aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung auch nicht den völligen Verzicht auf Individualverkehr geben. - Das im Einzelnen aufzuführen und zu belegen würde aber den Rahmen hier sprengen.

Das eigentliche Problem wird in diesem Zusammenhang aber auch nicht abgehandelt:

Es gibt einfach zuviel "Mensch" auf unserer kleinen Kugel.

Der Planet ist hoffnungslos überbevölkert und kann die Masse Mensch auf mittlere und lange Sicht einfach nicht mehr ernähren, geschweige denn, mit "zivilisatorischer Energie" versorgen (das z. T. aus Mangel an Technik in "nicht entwickelten" Ländern. - Über die Gründe für die "Nichtentwicklung" müssen wir hier auch nicht diskutieren; da dürften wir einer Meinung sein).

Das aber wiederum ist vor allem ein evolutionäres Problem. - Der Mensch wäre nicht die erste Art, die ausstirbt. - Und er wird auch nicht die letzte sein.

Der Hecht im Karpfenteich stirbt spätestens aus, wenn der letzte Karpfen - und danach - der letzte Junghecht gefressen wurden...

Das Ende wird kommen, egal was wir versuchen, denn der Klimawandel ist m. E. nicht mal mehr dann zu stoppen, wenn jetzt alle Länder auf Individualverkehr verzichten würden und alle nur noch regenerative Energien verbraten würden.

Das Problem ist doch einfach, dass der Dreck von heute sich erst in ca. 15 Jahren auswirken wirdt (es gibt da einen "Time-Delay"). Die Geschichte hat aber längst eine Eigendynamik entwickelt:

Poleis und Gletscher verschwinden in atemberaubendem Tempo und so wird weniger Energie aus der Sonne reflektiert, was die Erderwärmung beschleunigt. Die Permafrostböden tauen auf, was irgendwann Unmengen von Methan freisetzen wird (dagegen ist CO2 ein Kinderspielzeug)….

Der Temperaturanstieg wird weiterhin für riesige (Ur)Waldbrände sorgen, was die CO2-Bilanz weiter dramatisch verschlechtern wird und die Sauerstoffproduktion ebenfalls.

Klima ist ein hochkomplexes System. Und hochkomplexe Systeme kollabieren immer auf dieselbe Art, nämlich chaotisch. Wir spüren erst kleinere Schwankungen, die sich wieder beruhigen, aber nicht aufhören. Irgendwann werden die Schankungen größer und treten häufiger und in immer kürzeren Abständen auf. - M. E. haben wir diese Phase gerade.

Danach, wenn das Klima so schwankt und in so vielen Bereichen des Systems (ich zähle die ozianischen Strömungen als wichtigste dazu - der Golfstrom wird auch kollabieren und das nicht erst in  fernster Zukunft), wird es immer größere globale Katastrophen geben (schau dich nur um) und irgenwann, von jetzt auf gar nicht, kommt der plötzliche, totale Zusammenbruch.

Den Point of no Return haben wir längst überschritten - egal, was uns die Politik glauben machen will. - Es ist gelaufen.

Grüße aus Hamburg, Winni - https://www.das-bumerang-projekt.de
bei Antwort benachrichtigen
hjb winnigorny1

„Recht hast du. Stimmt - im Wesentlichen. Es kann aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung auch nicht den völligen ...“

Optionen
Es gibt aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung auch nicht den völligen Verzicht auf Individualverkehr.

Ja, und vor allen Dingen sollte der ÖPNV mal so ausgebaut werden, dass man Busse und Bahnen ordentlich benutzen kann.

Hier in Ostfriesland ist es z.B. so, dass man außerhalb der Ferien so gut wie gar nicht mit dem Bus zur Arbeit kommen kann und während der Schulzeiten auch nur eingeschränkt - da muss man dann nämlich mit den Schulbussen fahren, welche während der Ferienzeiten logischerweise gar nicht fahren.

Wenn man dann so einen Artikel in der Zeitung liest:

https://m.harlinger.de/Nachrichten/tabid/154/artikel/wittmund-busse-sollen-jeden-tag-fahren/Default.aspx 

Dann kann man doch tatsächlich nur lachen. Wenn da jetzt stehen würde, dass die Busse im Stundentakt fahren sollen, dann könnte man die Sache noch ernst nehmen - aber dass Busse jeden Tag fahren sollen, das sollte doch wohl eine Selbstverständlichkeit sein.

Ohne eigenes Fahrzeug - und hier muss es dann schon ein Auto sein, denn die Wege zur Arbeit sind natürlich auch in den meisten Fällen "etwas" länger - bist du hier aufgeschmissen. Von solchen Problemen kannst du in der Stadt nur träumen.

Ich habe schon immer gesagt, dass bestimmte Dinge in staatliche Hand gehören. Dazu gehört auch und ganz besonders der ÖPVN, da muss und darf der Hauptaugenmerk nicht darauf gerichtet sein, dass man Gewinne erwirtschaftet! Sobald da ein Privatunternehmer ins Spiel kommt, ist die Kacke am dampfen! Ist so und bleibt so. Solche Dinge müssen vom Staat über Steuern finanziert werden, damit nicht nur die Mobilität gewährleistet ist sondern auch deswegen, weil ansonsten die Fahrzeuge nicht mehr anständig gewartet werden, weil an allen Ecken und Enden gespart werden muss, damit der Unternehmer über die Runden kommt. 

Na ja, mal sehen, vielleicht wird es ja hier bald was, dass die Busse zumindest jeden Tag und auch in den Ferien fahren.... :-)

bei Antwort benachrichtigen
fakiauso winnigorny1

„Recht hast du. Stimmt - im Wesentlichen. Es kann aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung auch nicht den völligen ...“

Optionen
Es gibt einfach zuviel "Mensch" auf unserer kleinen Kugel.


Ist ein streitbares Thema.

Derzeit gehen die meisten natürlichen Ressourcen jedoch nicht für lebensnotwendige Dinge drauf, sondern für Luxus. Daher denke ich eher, dass selbst eine steigende Zahl an Menschen in ihren Grundbedürfnissen ohne existenzielle Probleme versorgt werden kann.

Das geht mit den Fragen los:

- ob jeder für maximal 4 Männeken eine eigene Finnhütte auf 500m² Fläche nebst 2-3 privaten Fahrzeugen benötigt.

- ob man neben diesen Flächen quadratkilometerweise weitere für den damit verbundenen Individualverkehr, die durch den Konsum bedingten Verkehrsströme und LKW, Gewerbegebiete usw. benötigt, die nach meist kurzer Zeit wieder als Brache enden, während dieselben Klitschen direkt daneben dasselbe wieder hochziehen.

- ob man weitere Flächen dafür "nutzt", um in Monokulturen anzubauen, die dann nicht mal dem Fressen dienen, sondern in den Tank obiger Teile gekippt werden, während in der Dritten Welt direkt neben den Plantagen die Kinder Hungers verrecken.

- ob Flächen verplempert werden für absurden Fleisch, das einfach über Masse billig gemacht wird - interessante Aussage von V. Klink zum Thema Tierwohl in diesem Zusammenhang (der Tagebucheintrag vom 09.08., der rest ist auch nicht ohne).

Am Ende dient alles nur dem Profit.

Der Mangel an Technik dürfte auch nicht unbedingt ein grund sein, denn die gibt es durchaus. Nur dient die eben nicht dem Versorgen der Menschen vor Ort, sondern s.o.

Umgekehrt ist es so, dass mit steigender (Über)-Lebenssicherheit die Geburtenrate sinkt. Irgendwo müsste es ergo theoretisch einen Schnittpunkt geben, an dem die Population Mensch stabil würde bei global verträglichem Konsum, der den menschgemachten Einfluss auf das Klima so hält, dass zumindest dieser kein Grund für das Aussterben ist.

Das aber wiederum ist ein evolutionäres Problem. - Der Mensch wäre nicht die erste Art, die ausstirbt. - Und er wird auch nicht die letzte sein.


Das Blöde an der derzeitigen Situation ist, sie ist nicht evolutionär bedingt. Die Spezies Mensch hat das Wissen und die Möglichkeiten, zumindest diese Möglichkeit des Aussterbens zu verhindern und es wird dennoch speziell "von denen da oben" wenig dafür getan, das zu verhindern.

Greta Thunberg und die um sie herum entstandenen Bewegungen ist/sind definitiv keine Säulenheilige und auch nicht der Heilige Gral. (Ich meine sogar, dass ihr der Rummel um sie selbst nicht passt, wenn ich mich in authistische Menschen hineinzuversetzen versuche).

Das aber so relativ viele im positiven wie im negativen Sinne auf ihr absolut rationales Handeln anspringen, zeigt doch, dass sie einen Nerv trifft. Und das sowohl bei denen, die sich in ihrem Streben nach immer mehr ohne Rücksicht auf die Folgen erwischt fühlen und vorgeführt werden ebenso wie bei denen, die sich dank ihr aufraffen, für sich und ihre Rechte endlich den Mund aufzumachen.

Im Gegensatz zu anderen Vorläufern wie Occupy und Blockupy scheint sich FfF und das Drumherum nicht so leicht mundtot machen zu lassen, aber es geht ja auch um nicht mehr oder weniger als unseren eigenen Arsch...

Edit:

Ja, und vor allen Dingen sollte der ÖPNV mal so ausgebaut werden, dass man Busse und Bahnen ordentlich benutzen kann. Hier in Ostfriesland ist es z.B. so, dass man außerhalb der Ferien so gut wie gar nicht mit dem Bus zur Arbeit kommen kann und während der Schulzeiten auch nur eingeschränkt - da muss man dann nämlich mit den Schulbussen fahren, welche während der Ferienzeiten logischerweise gar nicht fahren.


Das ist nicht nur in Ostfriesland so, sondern auch im Südwesten. Abseits der Großstädte und in den Ferien heisst das Angebot früh, mittags, abends und auch nicht überall hin, weil die Schulbusse nicht fahren oder der Ersatz in Form eines Siebensitzers beim Verkehrsunternehmen mindestens 24 Stunden vorher bestellt werden muss.

Dafür gibt es dann so tolle Angebote wie die Bürgertaxis, bei denen private Bürger den fahrdienst mit dem eigenen Auto für Ältere usw. übernehmen oder als "Alternative" zum ÖPNV eine Handvoll verteilter E-Autos für etwa 13000 Einwohner im Kernort nebst der umliegenden Gemeinden - tolle Wurst.

In meiner ehemaligen Heimat findet selbst während der  Schulzeit von Freitag abends bis Montag Nahverkehr praktisch nicht mehr statt.

Der Nutzen eines ÖPNV in Form von weniger Umweltschäden, weniger Staus, weniger Infrastruktur lässt sich halt nicht in Mark und Pfennig  und auch nicht in Euro und Cent direkt ausrechnen und landet auch in niemandes Portemonaise...

"Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an idiot (or an economist)" - Hellsongs
bei Antwort benachrichtigen
winnigorny1 fakiauso

„Ist ein streitbares Thema. Derzeit gehen die meisten natürlichen Ressourcen jedoch nicht für lebensnotwendige Dinge ...“

Optionen
Ist ein streitbares Thema.

Ja - das ist es. In jeder Hinsicht. Und letztlich führt die Diskussion zu nichts und wird nur ausufern. Daher verabschiede ich mich jetzt höflich daraus.

Grüße aus Hamburg, Winni - https://www.das-bumerang-projekt.de
bei Antwort benachrichtigen
fakiauso winnigorny1

„Ja - das ist es. In jeder Hinsicht. Und letztlich führt die Diskussion zu nichts und wird nur ausufern. Daher ...“

Optionen
Und letztlich führt die Diskussion zu nichts und wird nur ausufern. Daher verabschiede ich mich jetzt höflich daraus.


Ok

Einen zu dieser E-Verarsche hätte ich aber noch;-)

Vielleicht ist ein Fahrrad ohne Motor oder einfach die eigenen Flossen doch manchmal die bessere Alternative oder das einzige Mittel...

"Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an idiot (or an economist)" - Hellsongs
bei Antwort benachrichtigen