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Jetzt ist der Katzenjammer da!

gelöscht_35042 / 59 Antworten / Flachansicht Nickles

10.000 Arbeitsplätze sollen alleine in Deutschland bei Opel abgebaut werden. Die Schweden haben den Vorteil, das dort ein Arbeiter 10€ weniger die Stunde kostet.


Da können sich ja jetzt die Gewerkschaften auf die Schulter klopfen.


Jahrelang waren sie mit die größten Preistreiber!!


Ich will die sozialen Errungenschaften, wie Arbeitsplatzverbesserungen, Sicherheit, Abschaffung der 7 Tage-Woche usw. nicht in Abrede stellen, aber sie haben maßlos überzogen 


Regelmäßige überzogene Lohnerhöhungen, 35 Stundenwoche, 30 Stundenwoche, Weihnachtsgeld, bezahlten Urlaub usw. Nur, dass diese Erhöhungen am Ende vom Endverbraucher bezahlt werden müssen und wir uns darum überhaupt nicht über unsere Preise wundern müssen, hat die Gewerkschaft vergessen zu erzählen.


Jetzt wird die Rechnung präsentiert!


Und jetzt, wo sind sie denn diese Gewerkschaften? Absolut kleine Brötchen müssen sie backen. GM sagt denen jetzt mal, wo es lang geht. Und wenn es diesen Herrschaften nicht passt, wird der Laden dicht gemacht, ganz einfach!


Tja und jetzt?


luttyy

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xafford lard „Merkwuerdigerweise sollen ja die Materialkosten der groesste Kostenfaktor sein...“
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VW geht es leider auch derzeit nicht so toll. Aber Du hast Recht, was die Materialkosten angeht. Der derzeitige Stahlpreis ist ein immenser Kostenfaktor, aber weniger für die OEMs (die Autofertiger: Opel, VW, DaimlerChraysler), sondern eher für die Zulieferer, denn mittlerweile sind die OEMs wirklich nur noch Assemblierer, sie bauen aus Modulen, welche die Zulieferer fertigen, das Fahrzeug zusammen, dafür verteilt sich auch die Wertschöpfung bei PKW zu 35:65 zugunsten der Zulieferer. Dummerweise zahlen auch die Zulieferer die Einkaufspreise für den Stahl, weniger die OEMs, können diese erhöhten Einkaufskosten aber nur schwer an die Autokonzerne weiter geben, da die Konkurrenz unter den Zulieferern sehr hart ist und ein wechsel des Zulieferers meist schnell vonstatten gehen kann und auch längere Lieferstrecken bis weit nach Osteuropa kaum ein Problem darstellen. Die Rohstoffkosten dürften also kaum für den Arbeitsplatzabbau verantwortlich sein.
Weit wichtiger dürften die unflexiblen Arbeitszeiten in Deutschland sein. Die OEMs fertigen heute eigentlich hoch flexibel. Die Fertigungsstraße in Rüsselsheim ist extrem modern (weswegen sie auch schon mal einige Stunden liegen blieb wegen Elektronikdefekte) und demnach auch hoch flexibel. Nur was nutzt die flexibelste Fertigungsstraße, wenn die Arbeiter es nicht sind? Zwar sagen die Unternehmen selbst, daß die deutschen Facharbeiter mit die Besten sind, aber eben auch die Teuersten, was die Arbeitskosten angeht (Arbeitskosten sind nicht gleich Lohnkosten).
Das komische an der Sache ist, daß die meisten Arbeiter durchaus bereit sind flexibler (und das muß nicht unbedingt mehr Wochenarbeit bedeuten) zu arbeiten, aber das strenge Arbeitsrecht in Deutschland lässt dies vielfach nicht zu.
Diese ganzen Faktoren addieren sich soweit, daß man sich fragen muß, was den Standortvorteil für Deutschlands noch ausmacht. Derzeit scheinen dies nur noch die sehr guten Zulieferer sein, die sogar so gut sind, daß ein DaimlerChrysler Nutzfahrzeuge ihnen sogar dabei hilft in China Niederlassungen aufzubauen um für die dortige Fertigung zu liefern. Negativ sind Arbeitskosten und die rechtlichen Rahmen für die Arbeit. Die Qualität der Facharbeiter ist zwar wohl immer noch sehr hoch, aber nicht mehr so viel höher, als z.B. im Osteuropäischen Ausland oder Übersee, wenigstens nicht mehr so viel höher (auch in der Produktivität), daß es die Kostennachteile aufwiegen würde.
So traurig es ist muß man auch sagen, daß die Energiekosten einen nicht unbeträchtlichen Anteil an dieser Entwicklung haben, obwohl in meinen Augen die Verteuerung des Energieverbrauches durchaus ein sinnvoller Weg ist, wenn er denn konsequent gegangen würde.

Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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