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Avira empfiehlt PC-Optimierung mit SuperEasy Driver Updater

Michael Nickles / 16 Antworten / Flachansicht Nickles

Nutzer der kostenlosen Version der Avira-Virenschutzlösung werden regelmäßig mit Werbung konfrontiert. Meist bittet Avira darin zum Kauf einer Vollversion. Aktuell wird allerdings wohl auch Fremdwerbung eingeblendet. So meldet ein Avira-Hinweisfenster beispielsweise "Genervt von Fehlfunktionen am PC?" und bietet per grüner Taste "Jetzt PC-Leistung steigern" an. Der Klick führt zu dieser Webseite bei Avira:

Oben rechts im Bild: die Werbung, die Avira am Bildschirm einblendet.

Avira empfiehlt hier einen "alten Bekannten", den "SuperEasy Driver Updater", um die PC-Leistung zu verbessern.

Es wird offeriert, das Tool mit 33 Prozent Rabatt für 19,95 Euro statt 29,95 Euro kaufen zu können.

Ein Klick auf den "Jetzt kaufen"-Link führt zum, im Avira Online-Shop angebotenen, SuperEasy Driver Updater

Im "Warenkorb" findet sich unter der Produktbezeichnung dann etwas blass (Hellgrau auf Weiß) gedruckt, aber durchaus noch erkennbar, der Hinweis, dass es sich beim Kauf nur um eine 1-Jahreslizenz handelt.

Wichtiger Hinweis.

Über den Super Easy Driver Updater (und seine "Klones") habe ich kürzlich schon mal ausführlich berichtet. Das Ding wurde unter anderem bei Downloads von Chip  "rübergereicht" (siehe Viel Spaß beim kostenlosen Downloaden), als kostenlose Testversion.

Auch auf der Webpräsenz des Herstellers kann das Ding weiterhin kostenlos als Testversion runtergeladen und ausprobiert werden. Das ist generell Zeitverschwendung.

Denn als Ergebnis kommt dabei sehr wahrscheinlich sowieso nur raus, dass die installierten Treiber des Rechners angeblich total veraltet sind und dringender Handlungsbedarf besteht.

Wie bereits im Beitrag Spaß mit kostenloser automatischer Treiberaktualisierung detailliert untersucht, halte ich vom Super Easy Driver Updater nichts. Das Ding kann gewiss helfen, ein System durch frische Treiber zu installieren. Die Betonung liegt auf "kann".

Meines Erachtens geht es nur darum, PC-Nutzern mit wenig Sachkenntnis einen dringenden Handlungsbedarf zu suggerieren, der nicht unbedingt wirklich vorhanden ist. Wenn ein knapp 3 Wochen "alter" Grafikkartentreiber (bei einer 5 Jahre alten Grafikkarte!) als hoch problematisch eingestuft wird, dann ist das schlichtweg nicht glaubhaft.

Beim Ausprobieren der Testversion am 26.3.2014 stolperte ich auch über die Tatsache, dass der Super Easy Driver Updater während dem Scannen Daten an einen Server des Herstellers überträgt. Es wurde vorher nicht nachgefragt, ob man damit einverstanden ist (zumindest für mich nirgendwo erkennbar). Ob das bei der aktuellen Kaufversion noch der Fall ist, weiß ich nicht, kann es nur vermuten.

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mawe2 BastetFurry

„Schade nur das genau der bei AV-TEST das Schlusslicht ...“

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Schade nur das genau der bei AV-TEST das Schlusslicht bildet. :3

Das hört sich ja fast so an, als ob Du AV-Software im Allgemeinen und AV-Software-Tests im Besonderen tatsächlich ernst nimmst!?

Und das in den "kostenlosen" Dingern so ein Zeug reinkommt ist auch nicht verwunderlich, wenn auch fragwürdig. Viren analysieren sich nun mal nicht von alleine, da stecken Leute hinter die auch mal was zu beißen haben wollen.

Vor allem aber wollen die Hersteller solcher Pseudo-Schutz-Software eines haben: Malware! Ohne genügend vorliegende Malware-Samples können die nämlich keine Signaturen erstellen, die diese Malware erkennen helfen sollen.

Die kostenlosen Programme sind für viele Hersteller die einzige Chance, auch nur ansatzweise viele Malware-Samples überhaupt zu bekommen und auswerten zu können. Daraus werden dann die Signaturen gebastelt, die insbesondere auch der zahlenden Kundschaft einen angeblichen Schutz gewährleisten sollen.

Ohne die breite Masse an Nutzern der kostenlosen Programme würden diese Hersteller ihren zahlenden Kunden noch weniger Schutz bieten können. Daher sind die Nutzer dieser kostenlosen Programme Gold wert für die Hersteller.

Nur ganz große Hersteller, die auch mit ihren kommerziellen Programmen einen hinreichend großen Nutzerkreis erreichen, können auf die Verteilung kostenloser Software verzichten.

Eines gilt aber für alle diese Programme gleichermaßen: Es geht im wesentlichen nur um die psychische Wirkung. Der Nutzer glaubt, Sicherheit zu erhalten, wenn er solche Programme nutzt. Ich will das gar nicht klein reden: Das Sicherheitsgefühl ist schon sehr wichtig und vielleicht sogar das dafür ausgegebene Geld wert?

Man sollte aber gefühlte Sicherheit nie mit tatsächlicher Sicherheit verwechseln.

Und tatsächliche Sicherheit können diese Programme zwar versprechen, leider können sie aber dieses Versprechen nicht halten.

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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