Archiv Contra Nepp 3.045 Themen, 42.321 Beiträge

News: Aus für geheime Rufnummern

Neue telefonische Belästigung angekündigt

Michael Nickles / 45 Antworten / Flachansicht Nickles

Wer sich vor telefonischen Belästigungen schützen will, der hat eigentlich nur eine einzige Chance: zu beauftragten, dass die eigene Rufnummer nicht in öffentlichen Telefonverzeichnissen eingetragen wird. Dann wird die Nummer auch von "der Auskunft" nicht rausgerückt. Mit dieser Anonymitätschance ist künftig Schluss.

Laut Mitteilung des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) wird es künftig auch spezielle Auskunfts-Hotlines geben, die "geheime" Rufnummern rausrücken beziehungsweise den Kontakt mit deren Inhaber ermöglichen.

Das funktioniert ganz einfach. Interessenten können die Auskunft anrufen und teilen den Namen und den Wohnort des gesuchten Gesprächspartners mit. Die "Auskunft" schickt diesem Teilnehmer dann eine SMS bezüglich des Gesprächswunsches und die Nummer des Anrufers. Der Empfänger kann dann entscheiden, ob er zurückruft oder nicht.

Den Service soll es für Handynummern und Festnetznummern geben. Die BITKOM versichert, dass die Nummern der Angerufenen beim Auskunftsdienst geheim bleiben. Möglich wird die neue "Belästigungsmasche" laut BITKOM aufgrund einer aktuellen Änderung im Telekommunikationsgesetz. Natürlich ist der neue "Auskunftsdienst" für Anrufer kostenpflichtig.

Als einen der ersten Anbieter, der bereits in Kürze mit dem neuen Auskunftsservice loslegen will, nennt BITKOM GoYellow.de. Der BITKOM nennt in seiner Mitteilung auch gleich einen praktischen Einsatzzweck für den neuen Service. So können Internet-Partnerbörsen es ihren Teilnehmern beispielsweise ermöglichen, mit anderen telefonisch Kontakt aufzunehmen, ohne dass sie dazu ihr Rufnummer mitteilen müssen.

Michael Nickles meint: Die Sache wird natürlich mal wieder durchgezogen, ohne dass Telefonteilnehmer vorher gefragt werden, eine Zustimmung im Voraus wird nicht eingeholt. Aus der BITKOM-Mitteilung geht hervor, dass "Belästigte" beim ersten Kontaktversuch widersprechen können und dass ein solcher Widerspruch dem Betreiber künftige Kontaktaufnahmen untersagt.

Klar ist hier allerdings nicht, ob das dann nur für den jeweiligen Kontaktversuch gilt, oder generell für alle. Ebenfalls unklar ist, wie das mit der SMS-Benachrichtung funktionieren soll. Was ist bei einem Festnetzanschluss beziehungsweise einem angeschlossenen Telefon, wo keine SMS möglich ist? Kommt dann eine "Roboteransage" auf den Anrufbeantworter?

So oder so: aus meiner Sicht ist dieser neue "Service" eine Sauerrei. Ich bin gespannt, wann die ersten "geheim gehaltenen" Nummernlisten im Internet auftauchen beziehungsweise gedealt werden.

Robinsonliste Olaf19
primavera1 Max Payne „Die Werbeanrufer wollen doch nicht nur nerven, sondern was verkaufen. Wie...“
Optionen

Klar wollen die was verkaufen und rufen nicht an, weil sie nichts Besseres zu tun haben, als ausgerechnet mich zu nerven, aber:

Wer lässt sich durch einen derartigen 'telefonischen Überfall' zum Kauf von was auch immer motivieren?
Ich grundsätzlich nicht.

Wenn es sich ausnahmsweise wirklich mal um ein an sich interessantes Produkt handelt, entgegne ich (wenn der Anrufer überhaupt nach UWG berechtigt zu einem solchen Anruf ist), man habe ja meine Anschrift/eMail, man dürfe mir das Angebot gerne schriftlich zukommen lassen.
Spätestens dann stellt sich heraus, ob vielleicht zuvor 'geschwindelt' wurde bei der Frage, woher man meine Telefonnummer hat ...

Gewissen CallCenter-Betreibern scheint es immer noch total egal, ob man zuvor jemals Kontakt hatte bzw. sich gar bereits derartige Anrufe durch ihre Firma verbeten hat.

Ich weise nach der Frage, woher man meine Nummer hat (steht mit Berufsbez., aber ohne Adresse im TelBuch; eine der üblichen Antworten: Hab ne Liste von meinem Chef bekommen ... (oder ähnlicher nicht greifbarer Blödsinn)), immer sehr deutlich auf die entsprechenden UWG-§§ hin; trotzdem muss ich mir manchmal auch noch Widerworte, 'Gegenerklärungen' o.ä. anhören.

Die Zeit, die solche Anrufe kostet, ist eine Sache, aber was noch viel mehr nervt, ist, dass es solchen Typen völlig egal zu sein scheint, ob der Angerufene vielleicht eine Anrufweiterschaltung hat und sich womöglich auch noch gerade im Ausland aufhält - das soll ja bei bestimmten Berufsständen vermehrt vorkommen ...

Für meine Kunden bzw. solche, die es werden sollen/wollen, ist es mir natürlich die entsprechenden Kosten wert, dass sie mich per AW im Ausland auf dem Mobiltelefon erreichen.

Insofern sollte man vielleicht viel öfter eine Abmahnung samt strafbewehrter Unterlassungserklärung loslassen und dies nicht nur fernmündlich für den nächsten (unberechtigten) Anruf androhen!