Datenträger - Festplatten, SSDs, Speichersticks und -Karten, CD/ 19.550 Themen, 109.633 Beiträge

WD Raptor - Wer hat Praxiserfahrung damit?

m. mann / 12 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo, für mein kleines Haus-Serversystem, das 24h läuft, soll eine neue Platte her. Da bereits die 2. IDE innerhalb der letzten 12 Monate abgekackt ist, soll nun eine andere her.

SCSI ist mir definitiv zu teuer, daher würde vielleicht die Raptor eine interessante Alternative darstellen. Mit knapp 80GB wäre die große Variante eigentlich als Systemplatte ausreichend. Als Caching Platte könnte die kleine Raptor dienen.

Frage aber ist, ob einer in der Praxis damit erfahrung hat? Ist das Teil wirklich so schnell (Praxismässig meine ich) und ist es tatsächlich so, dass das Teil länger hält als normale IDE Platten?

bei Antwort benachrichtigen
hexagon m. mann „WD Raptor - Wer hat Praxiserfahrung damit?“
Optionen

Hallo,

jedesmal wenn ich solche Meldungen höre, dass man IDE Platten als Dauerrenner gebraucht, bekomme ich richtig Wasser auf die Mühle weil mir das wie im nachfolgenden Text niemand glauben will.

IDE Platten sind aufgrund ihrer physikalischen Billigstbauweise keine Dauerrenner und werden das auch niemals werden.

SCSI Platten sind für den harten Dauerbetrieb ausgelegt, weil .....

Das ist eine havarierte SCSI Platte von mir. Jeder der die gesehen hatte, dufte den Plattenstapel drehen. Deshalb die Fingerabdrücke.



Die Spindel der Plattenstapel sind bei IDE Platten wenn überhaupt nur mit "einem" Kugellager gelagert. In der Fachsprache unter Maschinenbauern spricht man dann von einer fliegenden Lagerung, ähnlich einer Waschtommel in einer Waschmaschine. In manchen Fällen verzichtet man auf Kugellager und baut da Gleitlager ein. Sollte Aufgrund der mangelnden Gleitlagerschmierung der Schmierfilm abreißen, kann es vorkommen, dass die Spindel aufgrund von Reibung einfach stehen bleibt. Oder falls das nicht passiert könnten die Lager zu viel Spiel bekommen. Das macht sich bemerkbar, indem die Platte laut wird und sehr viel Reibung erzeugt, was wiederum dafür sorgt, dass die Platte heiss wird. Solange die Platte in Betrieb ist, wird daran wohl kaum etwas passieren, da aufgrund der Zentrifugalkraft der Plattenstapel immer gerade gehalten wird.
Da aber ab und zu ein Server zu Wartungszwecken herunter gefahren wird, wird aufgrund der abnehmenden Plattendrehzal die Zentrifulgalkraft weniger. Kurz vor dem Stillstand der Platten, wird sich der Plattenstapel schief stellen und die Plattenoberflächen werden eine Reibung an den Köpfen verursachen.
Das nennt man dann einen klassischen Headcrash.
So etwas ähnliches spielt sich auch bei der Drehachse der Köpfe ab. Wobei hier noch hinzu kommt, falls da Kugellager verbaut sind, dass den Kugeln die Möglichkeit gegeben werden, sich etwas mehr als 360° drehen können. Können die das nicht, werden sie sich im Laufe der Zeit zu Eiern verformen. Dann tritt das ein, was ich schon weiter oben beschrieben habe.

All diese negativen Eigenschaften die es bei einer IDE Platte gibt, gibt es bei einer SCSI Platte nicht.

Ich selbst habe auch einen Server in Betrieb der 24 Stunden rennt. Allerdings mit 3 SCSI Platten in einem Raid 5 Verband. Ganz am Anfang ist mir mal daran eine Platte gestorben. Nach dem Austausch der Platte rennt der jetzt schon fast 4 Jahre rund um die Uhr. Seitherhabe ich damit keine Probleme mehr.

Das zum Thema SCSI kontra IDE.

Was WD-Raptoren können weiss ich nicht.

MfG. Hexagon
bei Antwort benachrichtigen