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040356750190 - Telefonterror aus Hamburg

Michael Nickles / 55 Antworten / Flachansicht Nickles
Die Belästigung geht jetzt bereits seit rund vier Wochen. (Foto: mn)

Seit ein paar Tagen werde ich von einem Unternehmen in Hamburg belästigt, das Telefon zeigt die Nummer 040356750190 an.

An der Leitung ist jeweils irgendeine Dame die mich mit Gewalt zu einer "Umfrage" meines Telefon-/Internetverhaltens befragen möchte.

Natürlich lasse ich mich auf solchen Belästigungsmist nicht ein. Laut der Dame am Telefon ruft sie im Auftrag eines Unternehmens namens "xxxx" an. Ich habe mal nach der Telefonnummer gegoogelt.

Das führte unter anderem zur Webpräsenz tellow.de auf der die Hamburger Nummer bereits ausgiebig diskutiert wird. Auch andere berichten, dass sie zu teils unmöglichen Zeiten von dieser Nummer terrorisiert werden. Bestätigt wird auch meine Erfahrung mit der Hartnäckigkeit dieser Telefon-Terroristen, die immer wieder anrufen - egal ob ein Anrufbeantworter oder ein Mensch ran geht.

Es ist schon ein Jammer, dass es dem Gesetzgeber nicht gelingt solchen kalten Anrufer endgültig kalt zu stellen. Es wird Zeit die üblichen Taschengeldstrafen durch langjährige Haftstrafen zu ersetzen - oder kompletter Einzug des Unternehmensvermögens.

Was der Betreiber dieser Nummer wirklich von mir will weiß ich nicht und es interessiert mich auch nicht. Ich warne auf jeden Fall ausdrücklich davor sich auf ein Gespräch mit diesem Anbieter einzulassen.

Am besten "einen Moment bitte sagen", dann Hörer beiseite legen und liegen lassen bis der Anrufer entnervt auflegt - das kostet die dann wenigstens Zeit.

HINWEIS: Den Namen des Unternehmens, das die Dame am Telefon genannt hat, habe ich oben mit "xxxx" unkenntlich gemacht. Wer im Internet recherchiert kann leicht ermitteln, welche dubiosen Läden mit der Telefonterrornummer in Verbindung gebracht werden. Das sind aber leider keine Beweise.

Im Fall der Nennung eines Unternehmensnamens in solchen Zusammenhängen drohen  Abmahnung mit Unterlassungsforderung, einstweilige Verfügung und ein jahrelanger teurer Rechtsstreit. Das "Böse" hockt in solchen Fällen in der Bundesrepublik leider am viel längeren Hebel.

Ich bitte in der Diskussion deshalb  ausdrücklich darum auf jegliche Unternehmensbezeichnungen zu verzichten.  

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Spoofing? Anonym60
... luttyy
gelöscht_103956 mawe2

„Kann eine Firma seriös sein, wenn sie wildfremde Menschen am Telefon belästigt? Ich mag Statistiken, wenn sie seriös ...“

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Kann eine Firma seriös sein, wenn sie wildfremde Menschen am Telefon belästigt

Gute Frage.... !!

Ich kann ja mal was erhellendes aus der Praxis dazu beitragen. Einer meiner alten Freundinnen war 15 Jahre bei der Forsa. Da kann man sich schon ein Bild davon machen wie die arbeiten.

Wie kommt man im callcenter??

Ganz einfach. Nach der Erziehungspause hat sie als gelernte Industriekauffrau und Ü-45 nur noch 400-Euro-Jobs bekommen.

Selbst der sooo hängeringend suchende Jobcenter, wo sie einige Jahre und ihr Mann 30 Jahre gearbeitet hatten, wollte sie partout nicht mehr haben.

Die Forsa hat,  als sie anfing,  auf Honorar und Stundenbasis plus Prämien relativ gut bezahlt--- für angelernte Tätigkeiten. In den letzten 2-3 Jahren sind sie dazu übergegangen nach Interview, je ca. 20 min, plus Prämien zu bezahlen. Der Stundenlohn lag 10-14 Euro.

Die Daten der Forsa werden so generiert, dass man zuerst persönliche Daten abfragt. Geschlecht, Alter, Ortsteil, Kinder, Einkommen, Beruf. etc.

Danach kommen spez. Fragen zur Umfrage, die der Auftraggeber gestellt hat.

Dauer ca. 20 min. Die Interviewer haben dabei ein genaues Zeitfenster einzuhalten und persönliche Gespräche, soweit es nicht die Umfrage dient zu unterlassen. Umgekehrt genauso! Das Telefonat beginnt immer damit, dass man sich im Namen der Forsa meldet und bereit ist ein Interview zu machen. Falls der Angerufene keine Zeit hat, wird gefragt, ob man wieder anrufen darf. Das ist sooo wie mit dem Zeugen. Die Tel. wird dann im System gespeichert.

Offiziell sollen die persönlichen Daten wieder gelöscht werden..... naja.

Wer also ein 2. Mal unter der selben tel angerufen wird und "falsche" persönliche Daten macht, wird aus dem System gelöscht.

Ist ein Interview "erfolgreich" zu Ende, fragt der Interviewer, ob man bereit ist, weitere Interviews geben zu wollen. Dann wird man in eine Datenbank gespeichert.

Das hier sehr  professionell gearbeitet wird und für bestimmte Themenbereiche die Anruferliste zusammengestellt wird, hat sie auch gesagt. 

Inwieweit jetzt Daten weiter verkauft wird, lässt sich nur spekulieren.

Wie die Sonntagsumfragen zustande kommen, kann sich jetzt auch jeder bestens vorstellen.

Und ich glaub kaum, dass Allensbach soooviel anders arbeitet.

Mitarbeiter.

Zu ihrer Zeit war es noch so, wenn Beschwerden von Interviewten kamen und sich häufen wurde die Honorarmitarbeiter ziemlich schnell gefeuert. Wie das heute ist, kann ich nicht sagen. 

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