Rundfunkbeitrag Widerstand 206 Themen, 4.190 Beiträge

News: Schluss mit Geldverbrennung

ARD / ZDF - Neues Gutachten fordert Privatisierung

Michael Nickles / 80 Antworten / Flachansicht Nickles
Das Gutachten wird über die Webpräsenz zwangsbeitrag.info ausgeliefert. (Foto: zwangsbeitrag.info)

Dem vernichtenden Gutachten des Bundesfinanzministeriums ist ein weiteres gefolgt, in dem die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in dessen aktueller Form gefordert wird.

Die Gutachter prangern an, dass Deutschland über den weltweit teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunk verfügt und, dass es dafür keine ökonomische Rechtfertigung gibt.

Es wird vorgeschlagen die öffentlich-rechtlichen Sender weitgehend zu privatisieren. Aus den Erlösen soll ein Stiftungsfond gegründet werden.

Er soll Mittel für die Förderung bedeutsamer  gesellschaftlicher Programminhalte erbringen. Förderbar sollen ausdrücklich nur Programminhalte sein, die nicht sowieso vom Markt erbracht werden, etwa durch Werbung im Bezahlfernsehen.

Entscheiden über Bezuschussungen soll eine unabhängige Kommission aus Repräsentanten der Zivilgesellschaft, der Anteil aktiver Politiker soll auf 25 Prozent begrenzt werden. Das Gutachten kann hier komplett als PDF runtergeladen werden.

Michael Nickles meint:

Hinter dem Gutachten steckt eine Organisation namens "Prometheus, Das Freiheitsinstitut", das sich als "Denkfabrik für Verbreitung freiheitlichen Denkens" bezeichnet. Für die Anfertigung des Gutachtens wurde "DICE consult" beauftragt. Aufmerksam auf das Gutachten wurde ich durch den Hinweis von Nickles.de-Teilnehmer  #Schnuffi (Danke!), der auf eine aktuellen Artikel der Welt zu diesem Gutachten verwiesen hat.

Ausdrücklich lesenswert ist dort auch der zeitgleich erschienene Beitrag ARD soll Gottschalks 2,7-Millionen-Honorar erklären der unter anderem verdeutlicht, in welchem aberwitzigen Ausmaß die "Zwangsrundfunkgebühren" verbrannt werden. Ob das Gutachten von Prometheus vertrauenswürdig ist und die darin aufgeführten Zahlen stimmen, konnte ich auf die Schnelle nicht verifizieren.

Die zahlreichen aufgeführten Quellen lassen aber auf "saubere Arbeit" schließen. Das Gutachten ist mit 51 Seiten Umfang sehr ausführlich und liefert interessantes Material, dass sich allerdings auch durchaus mit jenem im Gutachten vom Bundesfinanzministerium überschneidet.

Natürlich gibt es zwangsläufig auch den Beigeschmack, dass hier ein Institut gezielt "Trittbrettfahren" möchte um auf sich aufmerksam zu machen. So oder so: das "Prometheus-Gutachten" liefert interessante Inhalte, die für den Widerstand gegen den Zwangsrundfunkbeitrag kaum schaden können.

bei Antwort benachrichtigen
Olaf19 The Wasp „Die Zensur der Presse findet in der Redaktion statt. Die Redaktion ...“
Optionen
Werbepartner haben unmittelbaren Einfluss auf die Berichterstattung, denn kritische Berichterstattung ist nur dann erlaubt, solange sie nicht die Hand betrifft, die einen füttert.

Okay, dann verstehe ich was du meinst. Wer die Musik bezahlt, bestimmt den Takt, oder auch: wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Das ist leider wahr. Ich hatte meine Äußerung zuvor auf die Pressefreiheit "de jure" bezogen; was das "de facto" bedeutet, steht in der Tat auf einem anderen Blatt.

Im Falle der Printmedien sehe ich da keinen Ausweg. Ich habe die Zahlen nicht mehr genau in Erinnerung, aber im Allgemeinen finanzieren sie sich mit 20% Verkaufserlöse und 80% Werbung. Wenn das stimmt, müsste eine werbefreie Zeitschrift ca. 5x so teuer sein wie sie jetzt ist.

Vermutlich wäre niemand bereit, so viel zu bezahlen, viele könnten es gar nicht, und dann käme  –  ironischerweise! – auch noch hinzu, dass die Hefte ohne die Werbung viel dünner daherkämen, was dem Käufer suggeriert, dass er weniger Gegenwert für den fünffachen Preis bekäme (gut, die Druckkosten für die Werbung hätte man noch eingespart, dann ist es vielleicht "nur noch" das Vierfache).

Bleibt also nur die mit Reklame gemästete Zeitschrift... die Einflussmöglichkeiten sind vielfältig: ein technischer Redakteur, der einen neuen Farbdrucker testet und diesen gleich als Werbegeschenk behalten darf, ist Produkt und Hersteller natürlich viel wohlgesonnener als einer, der ihn nur leihweise zur Verfügung gestellt bekommt.

Der Gesetzgeber hat sich viel einfallen lassen, um das Grundrecht Pressefreiheit in der Praxis mit Leben zu erfüllen: zum Beispiel muss ein Printmedienverkäufer immer die komplette vom Presse-Grossisten angebotene Produktpalette abnehmen. Er darf sich nicht die "Rosinen" herauspicken, die ihm genehm sind, bzw. einzelne Titel z.B. aus politischen Gründen nicht zum Verkauf anbieten. Damit soll die Pressevielfalt gewährleistet werden.

Ehrlich gesagt, ich halte die inhaltlichen Einflussnahmen der Geldgeber für deutlich problematischer, als dass ein Edeka-Markt in Chemnitz die Bild-Zeitung nicht verkaufen möchte, weil er schlechtem Journalismus keine Plattform geben will...

http://www.flurfunk-dresden.de/2015/05/28/anmerkungen-zum-bild-boykott-des-edeka-marktes-heymer-aus-chemnitz/

Wenn die behaupten, Sadam Hussein habe Kern- und Chemiewaffen, dann glauben die US-Amerikaner das, weil es in den USA keine unabhängien Medien gibt, die genügend US-Amerikaner erreichen.

Wäre zugegebenermaßen gut denkbar, im Falle der Amerikaner kann ich mir aber noch eine andere Erklärung vorstellen: die Mentalität. "America comes first, alles was uns irgendwie nützt, ist gut". Wenn die Behauptungen gegen Saddam sich im Nachhinein als unwahr erweisen – auch egal. Kollateralschaden oder so, einmal Achsel gezuckt und fertig.

So sind sicher bei weitem nicht alle Amerikaner eingestellt, aber eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal vom Rest der Welt scheint dort recht verbreitet zu sein.

CU
Olaf

"Das sind Leute, die von Tuten und Ahnung keine Blasen haben" (ein Reporter auf die Frage nach der politischen Bildung des typischen Anhangs von Donald Trump)
bei Antwort benachrichtigen
dito Proldi