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News: Glotze kontrolliert Zuschauer

Microsoft patentiert spionierende Fernseher

Michael Nickles / 17 Antworten / Flachansicht Nickles

Eigentlich war Kinect ursprünglich nur als eine Erweiterung für die Xbox 360 Spielekonsole gedacht, um der coolen Bewegungssteuerung bei Nintendos Wii-Konsole endlich etwas entgegensetzen zu können. Längst hat sich Microsofts Kinect Methode als die effektivste herausgestellt.


Kinect Erweiterung für Xbox 360 (Foto: Microsoft)

Und: sie bietet ein enormes Potential an Möglichkeiten. Praktisch unmittelbar nach der Veröffentlichung für die Xbox 360 wurde Kinect gehackt und auch an PCs nutzbar gemacht. Einer hat dann gar gleich ein Holodeck mit Kinect gebastelt.

Microsoft hat das über die Spielewelt hinausgehende Potential von Kinect rasch erkannt und es auch offiziell für die PC-Tüftler freigegeben. Jetzt hat Microsoft eine Neuerung aus der "Kinect"-Ecke rausgelassen, die für Aufschreie sorgt.

Es geht um ein Patent mit dem "Fernsehzuschauer" optimal per "Kinect" überwacht werden können: United States Patent Application 20120278904. Die Patentbezeichnung lautet "Content distribution regulation by viewing user". Inhalte sollen also abhängig vom Zuschauer (oder Zuschauern) geliefert werden, der vor dem Fernseher sitzt (und dort beobachtet) wird.

Michael Nickles meint:

Wer sich ein bisschen mit Kinect und verwandten "Kamera-Technologien" beschäftigt, der weiß, wie präzise dieses Zeugs funktioniert. Rechner und Software sind seit geraumer Zeit stark genug um Gesichter zu erkennen und auch das Alter und Geschlecht einer Person einschätzen zu können.

Mehrere Personen gleichzeitig erfassen und zählen ist auch kein Problem. Für die Inhalte-Verkaufs-Industrie ergeben sich dadurch fantastische Möglichkeiten. Bezahl-Inhalte-Anbieter können beispielsweise Mengenrabatt anbieten (oder mehr Geld fordern) wenn mehrere Leute einen Film oder ein Fußballspiel gemeinsam gucken.

Entscheidend ist eine Personenerkennung auch für das kommende Fernsehen mit "Rückkanal". Werbespots einfach planlos auszustrahlen. Die Zielgruppe bestenfalls am gesendeten Programm abzuschätzen - diese Steinzeitmethode wird verschwinden. Zuschauer kriegen ihre Werbung dann individuell serviert.

Der Fernseher wird wissen, dass da eine "Omi" täglich einsam und verlassen vor der Glotze sitzt. Und es wird die passende Werbung serviert um ihr die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Und wer ein Handtuch über die "Kamera" im Fernsehen hängt - dem wird der Bildschirm zur Strafe schwarz geschaltet.

"Mit mir nicht" brüllen, ist sinnlos. Es wird kommen. Und es wird sich eine dicke ausreichende Masse an Dummköpfen finden, die das mitmacht.

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