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News: Gewaltige Rechenaktion

Youtube konvertiert Video-Uploads ins WebM-Format

Michael Nickles / 4 Antworten / Flachansicht Nickles

Wer sich das komplette Videomaterial von Youtube angucken will, braucht dazu mehrere Leben. Täglich wächst der Youtube-Videobestand um "6 Jahre" Spieldauer. Jetzt ist Youtube laut Blog dabei, das komplette Videomaterial in das WebM-Format zu konvertieren.

WebM ist ein Format, das auf dem ehemaligen VP8 Codec von On2 (von Google gekauft) und dem Audio-Codec Vorbis basiert. Nach dem Kauf von On2 hat Google WebM als Open Source freigegeben. WebM spielt unter anderem auch beim Streit der Browser-Hersteller um das "HTML 5 Videotag" ein gewichtige Rolle.

Damit sollen Browser künftig kein spezielles Plugin wie Flash mehr benötigen, sondern Videos direkt abspielen können. Allerdings konnten sich die Browser-Hersteller nicht auf ein gemeinsames Format einigen. Unterstützt wird WebM natürlich von Googles Browser Chrome und auch von Firefox (Mozilla) sowie Opera.

Heftig gesträubt hatte sich zunächst Microsoft. Im März 2010 wurde noch verkündet, dass der Internet Explorer 9 nur das von Microsoft favorisierte H.264 Format unterstützen wird (siehe Internet Explorer 9 wird nur H.264 unterstützen).

Im Mai 2010 teilte Microsoft allerdings überraschend mit, dass auch VP8/WebM willkommen ist. Das klappt aber erst, nachdem (wie bei Apples Safari) der VP8-Codec "manuell" installiert wird. Somit sind prinzipiell also alle aktuellen Browser irgendwie fit für WebM und da überrascht Googles Entscheidung den Youtube-Videobestand zu konvertieren wenig.

Aktuell werden bereits alle Video-Uploads auf Youtube auch ins WebM-Format konvertiert, parallel wird auch das bestehende Videomaterial schrittweise umgerechnet. Videos werden wohlgemerkt auch in den alten Formaten beibehalten und auch H.264 wird Youtube weiter unterstützen. WebM kommt also nur als zusätzliches Format hinzu.

Michael Nickles meint: Dem durchschnittlichen Online-Videogucker wird es höchstwahrscheinlich schnuppe sein, in welchem Format er was zu sehen kriegt. Er will einfach nur, dass es per "Mausklick" funzt.

Es ist schon ein Jammer, dass es so elend viele Videoformate und Varianten davon gibt. Denn: das Gefrickel bei persönlichen Konvertierungsvorhaben wird dadurch immer ätzender. Lang diskutieren kann man schließlich weiterhin, welches das beste Videoformat der "Zukunft" ist.

Die ehemaligen VP8-Entwickler haben ja lange geplärrt, dass sie bei höherer Kompression gleichzeitig mehr Qualität rausholen als bei H.264. Eine interessante Untersuchung dazu findet sich hier: VP8 und H.264 im Qualitätsvergleich.