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News: Flattr legt los

Neuer Goldesel für alle verfügbar

Michael Nickles / 26 Antworten / Flachansicht Nickles

Nach dem Untergang der Pirate Bay hat deren Mitbegründer Peter Sunde vor wenigen Monaten ein Ding namens "Flattr" erfunden. Das ist ein sozialer Bezahldienst, der mit einem recht simplen Konzept funktioniert. Jeder kann sich bei Flattr anmelden und dort eine beliebige Summe Geld auf sein dortiges "Konto" einzahlen.

Webseiten-Betreiber können ihre Beiträge mit einem "Flattr-Button" ausstatten. Gefällt ein Beitrag, können Flattr-Teilnehmer per Klick dafür bezahlen. Wie oft geklickt und bezahlt wird, ist egal. Am Monatsende wird der eingezahlte Kontobetrag auf alle Angeklickten ausgeschüttet.

Jeder kann also entscheiden, wie viel Geld er pro Monat freiwillig insgesamt für Internet-Inhalte ausgeben will. Hier das offizielle Video von Flattr, in dem das Funktionsprinzip erklärt wird:

Bislang lief Flattr als geschlossene Beta-Version, ab sofort können sich dort alle anmelden und es nutzen: flattr.com

Michael Nickles meint: Ein geniales Konzept, mit dem sich Peter Sunde quasi einen automatischen Goldesel gebastelt hat. Denn: 10 Prozent der Kohle kassiert Flattr für seine Dienstleistung.

Der noch viel größere Clou bei der Sache: es ist total schnuppe, wie viele dazu bereit sind, Webseiten per Flattr zu bezahlen. Interessanter ist die Masse, die so einen Flattr-Button auf ihren Webseiten einbindet, in der Hoffnung damit Geld verdienen zu können. Soweit ich das kapiert habe, muss jeder der bei Flattr verdienen will natürlich permanent Mitglied, also auch selbst zahlungsbereit sein und ein Konto eröffnen.

Der monatliche Mindesteinzahlungsbetrag beträgt aktuell 2 Euro. Verbrät man diese Kohle nicht, zahlt also keine einzige an Flattr teilnehmende Seite damit, dann verfällt sie am Monatesende und wird laut Flattr FAQ für einen "wohltätigen Zweck" gespendet.

Also: egal ob Leute mit Flattr Seiten bezahlen oder drauf hoffen mit Flattr was zu verdienen: Flattr kassiert garantiert immer.

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Olaf19 violetta7388 „Hallo Borlander, stimmt, nur irgendwann steht die gedruckte Presse nicht mehr...“
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Letztlich gehen alle diese Überlegungen aber doch meilenweit am Thema vorbei.

Shareware gibt es schon seit Ewigkeiten. Man nutzt ein nicht-kommerzielles Produkt und zahlt freiwillig eine Spende in beliebiger Höhe - das ist nichts Neues.

Nun hat jemand sich eine Technik ausgedacht, um die Modalitäten bei diesen Spenden zu vereinfachen - und das ist auch schon alles.

Mit Kommerzialisierung des Internets hat das überhaupt nichts zu tun. Selbst wenn es immer mehr Bezahlseiten geben sollte, flattr kann mit Sicherheit nichts dafür.

CU
Olaf

"Das sind Leute, die von Tuten und Ahnung keine Blasen haben" (ein Reporter auf die Frage nach der politischen Bildung des typischen Anhangs von Donald Trump)
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