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News: Aufwändige Untersuchung

Welche Prozessoren jetzt die besten sind

Michael Nickles / 29 Antworten / Flachansicht Nickles

PC-Veteranen können sich noch gut an die 90er Jahre erinnern, in denen der PC endgültig die "Wohnzimmer" eroberte. Die Prozessoren waren damals teuer und wurden nur sehr langsam "schneller".

Mühsam kämpften sich Intel und AMD vorwärts um endlich die 2 GHz Taktmauer bei Einkernern zu durchbrechen. Eine CPU der Pentium 4 Klasse mit rund 2 GHz Takt war Anfang 2000 quasi "der Anschlag". Bis 2005 schaffte Intel es, den Pentium 4 mit dem damaligen Luxus-Modell "670" auf 3,8 GHz zu prügeln. Damit war das GHz-Limit bei den alten Einkernern endgültig erreicht.

Es begann die Zeit der Mehrkern-CPUs, deren einzelne Kerne inzwischen ebenfalls mit bis zu rund 3,8 GHz angetrieben werden. Und seit dem wird diskutiert, ob es sinnvoller ist, lieber weniger Kerne mit höherem Takt, als viele Kerne mit niedrigerem Takt zu haben. Das beste Preis-/Leistungsverhältnis zu finden ist aktuell schwerer den je. AMD und Intel haben den Markt mit einer enormen Typenvielfalt überschüttet: unterschiedliche Anzahl Kerne, Takt, Cache.

Techreport.com hat jetzt eine aufwändige Untersuchung durchgeführt, bei der praktisch alle Prozessoren durchgebenchmarkt wurden. Berücksichtigt wurde der inzwischen vergreiste Pentium 4 Einkerner 670 mit 3,8 GHz Takt bis hin zu Intels schnellstem 4 Kerner Core i7-975 Extreme mit 3,6 GHz (Preis ca 900 Euro). Die Untersuchung zeigt also auch, wie es generell seit dem schnellsten und letzten Intel-Einkerner mit der Prozessorleistung voran gegangen ist.

Techreport hat dabei nicht nur die Rechenleistung sondern sinnvollerweise natürlich auch den Energieverbrauch gemessen. Die CPUs mussten 21 Benchmark-Tools über sich ergehen lassen. Der Testbericht umfasst 18 Seiten und ist für CPU-Freaks natürlich ein Muss. Erwartungsgemäß konnte sich der vergreiste P4 670 Einkerner im Test natürlich nicht mehr behaupten. Und erwartungsgemäß kam auch raus, dass 900 Euro für Intels Extrem-CPU Core i7-975 eine mehr als fragwürdige Investition ist.

Grob überschlagen, platzieren sich Intels Core i7-Modelle gemeinsam "ganz oben". Dabei zwar stets langsamer als seine schnelleren und teureren Modelle, ist der "kleine" Core i7-920 (4 x 2666 MHz) für rund 230 Euro. AMDs aktuelles Flagschiff Phenom II X4 965 (4 x 3400 MHz) für rund 160 Euro, schwimmt in ähnlicher Position wie der Core i7-920. Wobei ihn die billigeren Intel-Core-Modelle (i3 / i5) teils unterbieten, teils übertreffen - je nach Anwendung beziehungsweise Benchmark.

Wer also die beste CPU finden will, der muss seine Anwendungen bedenken und kommt nicht drum rum, den 18seitigen Testbericht gründlich zu studieren. Final hat Techreport natürlich auch alle Einzelergebnisse zusammengerechnet und eine Tabelle präsentiert, welche "Gesamtleistung pro Dollar" die Prozessoren so bieten (Seite 17). Und da haben es AMDs Athon II Modelle an die Spitze gebracht (X4 630, X3 440 und X4 635).

Diese Info reicht für eine Kaufentscheidung allerdings nicht aus. Je nach CPU-Modell braucht es unterschiedliche Mainboard-/RAM-Plattformen, die ordentlich auf die Gesamtkosten schlagen. Und der Energieverbrauch muss ebenfalls reingerechnet werden. Nimm man diese Faktoren mit rein, sind aus Sicht von Techreport.com die neuen Intel Core Modelle die Testsieger.

Techreport's Empfehlung ist schließlich der Intel i5-750 für rund 160 Euro. Er schnitt bei den Faktoren Leistung, Energieverbrauch und Gesamtsystem-Kosten am besten ab.

Michael Nickles meint: Zumindest habe ich es jetzt Schwarz auf Weiß, dass mein momentaner Intel Q6600 Vierkerner (angeschafft Anfang 2008) inzwischen schon eine ziemliche Lusche ist.

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„Welche Prozessoren jetzt die besten sind“

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PC-Veteranen können sich noch gut an die 90er Jahre erinnern, in denen der PC endgültig die "Wohnzimmer" eroberte. Die Prozessoren waren damals teuer und wurden nur sehr langsam "schneller".

Den Satz möchte ich mal in Frage stellen.
So weit ich mich erinnern kann, ging die Entwicklung in diesem Bereich besonders in den 90ern, rasend schnell. Kaum hatte man sich für ein System entschieden, schon wars wieder veraltet. 386er 20 Mhz, 386 DX 40, 486, 486 DX2 66, 486 DX4, K6, Pentium 66...
Nicht zu vergessen die Chipsätze und teilweise konkurierenden Schnittstellen. Wer kann sich noch an Bezeichnungen wie Vesa Local bus oder micro channel erinnern?
Von Grafikkarten gar nicht zu sprechen, 3D stand noch in den Kinderschuhen.

Man war vielleicht nicht so Kreativ in der Namensgebung. Aber der relative Leistungssprung zur Vorgängerversion war größer als Heute. Auch wenn sich die Hersteller bemühen den Markt am Laufen zu halten;-). So lässt sich ein Heute neu gekauftes System doch ein paar Jahre sinnvoll nutzen. Da braucht es keine 6 Kerne um die Zip-Datein noch ein paar Millisekunden schneller zu entpacken. Da reicht auch ein 4 Kerner;-)

In den 90ern hat zumindest bei mir, kein Computer ein Alter von 2 Jahren erreicht.
Mein letzter Athlon XP 3000+ aus dem Jahre 2003 läuft noch Heute als Einstiegsgerät für meinen Sohn.