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News: Vom Jäger zum Gejagten

Guns N'Roses wegen Urheberrechtsverletzung verklagt

Michael Nickles / 6 Antworten / Flachansicht Nickles

Über 17 Jahre soll die Produktion des jüngsten Guns N'Roses Album "Chinese Democracy" gedauert und Millionen Dollar gekostet haben. Der 28jährige Blogger Kevin Cogill wurde geschnappt, als er neun Titel des neuen Albums bereits vor dessen Veröffentlichung ins Internet stellte.

Es folgte eine enorme Schadensersatzforderung der US-Musikindustrie. Es wurde spekuliert, dass Cogill bis zu 250.000 Dollar blechen muss und für bis zu fünf Jahre in den Knast wandern soll. Im Juli fiel ein überraschend mildes Gerichtsurteil: keine Geldstrafe und nur zwei Monate "Hausarrest". Cogill rettete sich durch einen Deal mit der Musikindustrie. Er will sie bei einem neuen Projekt gegen Musikpiraterie unterstützen (siehe Musik-Pirat unterstützt RIAA).

Guns N'Roses sind schon länger dafür bekannt, dass sie bei Urheberrechtsverletzungen keinen Spaß verstehen und auch Ereignisse in "Tauschbörsen" verfolgen lassen. Kurioserweise hat die Band jetzt selbst eine gewichtige Klage wegen Urheberrechtsverletzung am Hals. Laut Bericht von laut.de soll die Band beim Song "Riad N' The Bedouins" geklaut haben.

Und zwar zwei Passagen des deutschen Musikers Ulrich Schnauss. Rund 35 Sekunden soll Guns N'Roses geklaut haben und wurde deshalb jetzt zu eine Million US-Dollar Schadensersatz verklagt.

Michael Nickles meint: Auf laut.de gibt es zwei Youtube-Videos mit den Songs von Ulrich Schnauss, aus denen angeblich geklaut wurde. Einen Link zum Probehören des betroffenen Guns N'Roses Songs gibt es ebenfalls.

Irgendwie schaff ich es nicht, da eine nennenswerte "Übereinstimmung" herauszuhören. Alle drei Songs fangen quasi mit einem billigen Synthesizer-Gedudel an, wie "millionen" andere Songs auch.

Ich hab mir das Material ein paar Mal angehört und kann mir nicht vorstellen, dass Ulrich Schnauss mit seiner Klage Erfolg haben wird.

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Olaf19 Michael Nickles „Guns N'Roses wegen Urheberrechtsverletzung verklagt“
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Über 17 Jahre soll die Produktion des jüngsten Guns N'Roses Album
"Chinese Democracy" gedauert und Millionen Dollar gekostet haben.

Das wurde schon des öfteren behauptet - gibt es dafür eigentlich irgendeinen Beleg?

Kein Mensch doktert 17 Jahre an einem Album herum. Dann hätte es auch nicht nur "Millionen" sondern "zig Millionen" gekostet, in jedem Fall eine Summe, die es durch Verkäufe nie und nimmer wieder einspielen kann. Schon gar nicht in der heutigen Zeit.

Anders gesagt, nur weil "Use your illusion" 17 Jahre vorher entstanden ist, heißt das nicht, dass die in der ganzen Zwischenzeit intensivst an "Chinese Democracy" gewerkelt haben. Dazwischen gab es ja auch noch das Cover-Album "The Spaghetti Incident" von 1993, mit dem unsäglich ekligen Plattencover :-)

Ansonsten sprechen wir hier von 2 ganz unterschiedlichen Themen. Das Einstellen von urheberrechtlich geschütztem Material und ein Plagiatsvorwurf sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Plagiatsvorwürfe sind - erfahrungsgemäß - meistens für die Tonne. Klar, wenn einer einen kompletten Song klaut, dann ist die Lage eindeutig. Dass aber innerhalb von Musikstücken immer wieder bestimmte Versatzstücke auftauchen, die aufgrund ihrer Verwurzelung in der traditionellen abendländischen Musikkultur (sehr) ähnlich bis fast gleich klingen, das wird sich nie vermeiden lassen.

Ich hab zuhause ein uraltes Musiklexikon von ca. 1930. Unter dem Stichwort "Entlehnungen, auch Musikdiebstähle genannt" heißt es dort: "Je unmusikalischer ein Mensch ist, desto eifriger sucht er nach Entlehnungen."

Ich sag mal, Treffer versenkt :-)

CU
Olaf
Die Welt ist ein Jammertal ohne Musik. Doch zum Glueck gab es Bach, Beethoven, Haendel und Goethe (Helge Schneider)
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Hmmm thomas71berlin
Torsten Fenslau R.I.P. Olaf19