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News: Standard-Automatik fliegt raus

Microsoft macht IE-Installation fairer

Redaktion / 51 Antworten / Flachansicht Nickles

Beim Internet Explorer gibt es ein Express-Setup. Dabei fragt Microsoft nicht nach, ob der Internet Explorer zum Standard-Browser im System werden soll - das passiert einfach. Jetzt hat Microsoft in einem Blog mitgeteilt, dass dieses "Reinschummeln" entfernt wird.

Auch bei der Express-Installation wird die Setup-Routine künftig explizit nachfragen, ob es gewünscht wird, dass der IE zum Standard-Browser wird. So wie es aussieht, wird dieses Verhalten weltweit bei allen IE-Installationsroutinen eingeführt. Der Hintergrund für die Entscheidung dürften allerdings sicherlich die europäischen Wettbewerbshüter sein. Dort tobt seit einiger Zeit der Fall "Opera gehen Microsoft".

Opera hatte gefordert, dass Windows bei einer Neuinstallation neben dem Internet Explorer auch alternative Browser zur Installation anbieten muss. Das hat Microsoft konsequent abgelehnt und sich "rausgetrickst". Die Windows 7 Versionen werden in Europa mit angehängtem "E" im Produktnamen einfach ohne Internet Explorer ausgeliefert. Microsoft hat offensichtlich keine Probleme damit, viele Kunden dafür einen "hohen Preis" blechen zu lassen.

Durch das "Wegmachen" des Internet Explorers, ist es nicht möglich, von Windows Vista auf Windows 7 upzudaten - eine komplette Neuinstallation muss durchgeführt werden. Opera hat sich inzwischen beklagt, dass Weglassen des Internet Explorers, sei keine ausreichende Maßnahme um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen. Drum legt Microsoft jetzt wohl schon mal nach und macht auch das mit der "Standard-Browser"-Automatik weg.

Michael Nickles meint: Es ist schon Wahnsinn. Sie machen es europäischen Kunden lieber richtig verzwickt, statt bei der Installation einfach alternative Browser anzubieten. Spannend wird, wie Microsoft bei den "E"-Versionen das Problem Nummer 1 lösen wird: Wie soll jemand ohne verfügbaren Internet Browser einen Internet Browser downloaden können?

Wie sieht der Mechanismus aus, mit dem der Browser-Download angeboten wird. Und wird der auch alternative Browser anbieten? Oder packt Microsoft den "E"-Versionen doch nur eine Extra-Setup-CD bei, mit der halt der Internet Explorer installiert werden kann?

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Freut mich :-) Olaf19
Computerläden Olaf19
Slipstream und SP1 Olaf19
Schwamm drüber Olaf19
Olaf19 Mister79 „Dieser Beitrag ist gelöscht.“
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Ein BS muss von Grund auf in der Lage sein dem Anwender es zu ermöglichen arbeiten zu können.

Wo wollen wir da die Grenze ziehen? Ein Webbrowser muss unbedingt dabei sein, wie hier mehrheitlich verlangt wird. Aber nun gibt es ja noch mehr schöne Dinge außer Surfen, die man am Rechner machen will. Demnach muss das System auch gleich ein Brennprogramm mitbringen, Mediaplayer, Emailclient, ein komplettes Officepaket, Audio- und Bildbearbeitung könnte ja auch nicht schaden, Virenscanner und weitere Securitysoftware sowieso... ein Fass ohne Boden. Schlimmstenfalls würde genau das passieren, was du dir ein Posting höher gerade nicht wünschst - dass das System mit Tausend Sachen vollgemüllt wird.

Das heißt: Kein Anwender kommt darum herum, sich sein System zunächst einmal so einzurichten, wie er es zum Arbeiten benötigt und wie es seinen persönlichen Vorstellungen entspricht - manches ist je nach Arbeitssituation notwendig, anderes ist schlicht Geschmackssache.

An dieser Stelle gibt es genau 2 Möglichkeiten:

Der Anwender hat bereits Erfahrungen am PC gesammelt, sein neuer ist nicht mehr sein erster - dann kann er vom alten Rechner aus alles mitnehmen was er braucht.

Andere Möglichkeit: der User ist absoluter Neuling, der PC ist sein erster, er braucht Hilfe. Dann wird der Hilfeleistende alles mitbringen, was nötig ist.

So und nicht anders wird es immer wieder sein - ob ein Webbrowser nun schon im System vorinstalliert ist oder nicht, ändert daran gar nichts. Dadurch ändern sich die oben beschriebenen Sachverhalte nicht.

Nur weil jemand gerne Auto fährt muss er noch lange nicht die Reifen wechseln können. Fahrer halt mehr möchte er nicht und brauch er nicht.

Wer gerne am Computer arbeitet, muss auch nicht eine CPU wechseln oder Arbeitsspeicher aufrüsten können - das wäre das Pendant zu den Autoreifen. Er muss auch keine Programme schreiben oder Netzwerke administrieren können. Aber all das war ja auch nicht verlangt.

Was aber keinesfalls geht, ist die Einstellung "wozu soll ich Autofahren lernen, ich will mich doch einfach nur ans Steuer setzen und Gas geben". Das funktioniert weder beim Auto, noch - sinngemäß übertragen - beim Computer.

Aber ehrlich gesagt... ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, dass sich jemand privat und freiwillig einen Computer hinstellt, wenn er sich gleichzeitig einen Dreck dafür interessiert, typische PC-Arbeitstechniken zu erlernen. Wozu dann die Anschaffung? Ich kaufe mir doch auch kein Auto, wenn ich mir fest vorgenommen habe, nicht fahren lernen zu wollen ;-)

All diese Betrachtungen werden aber nicht besser und nicht schlimmer, nicht wahrer und nicht falscher, nicht wünschenswerter oder ärgerlicher durch die Frage ob der IE nun vorinstalliert bleiben soll oder nicht. Das ist und bleibt ein "Scheinproblem", aus den einschlägig dargelegten Gründen.

CU
Olaf
"Das sind Leute, die von Tuten und Ahnung keine Blasen haben" (ein Reporter auf die Frage nach der politischen Bildung des typischen Anhangs von Donald Trump)
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