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Horst Köhler´s Antrittsrede

mathiasundfünf / 13 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo


Als Horst Köhler Bundespräsident wurde, war ich sehr skeptisch. Vom anderen politischen Lager vorgeschlagen, gegen eine Frau (die ich genau so wenig kannte) gewonnen. Ein  völlig unbekanntes Gesicht gewinnt die Wahl für ein so wichtiges Amt. All dies passierte ohne daß ich irgendwelchen Einfluß darauf hatte. Dann die ersten Fernsehauftritte - ein konservativer aber netter, humorvoller und spontaner Typ - so mein zögerlicher Ersteindruck. Heute habe ich im Auto Auszüge aus seiner Antrittsrede gehört und ganz gegen meine Gewohnheit das Radio laut gestellt, obwohl es keine Musik war. Was ich hörte, war ganz nett gesprochen. Als ich nach Hause kam, wollte ich die ganze Rede lesen und suchte danach im Netz. Leider fand ich nirgends die ganze Rede, sondern nur Auszüge. Nach langer Suche fand ich sie dann doch unter folgendem Link: http://www.bundesregierung.de/-,413.676804/rede/Antrittsrede-von-Bundespraesid.htm 


Ich habe sie gelesen und finde sie zutreffend und ermutigend. Sicher, "Neue Besen kehren gut" und "eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", doch ist es das erste Mal seit langer Zeit, daß mich die Rede eines Politikers berührt. Intern habe ich von den ganzen mittelmäßigen Durchschnittstypen, die sich permanent mediengewaltig in Scene setzen und irgendwelchen Bläh verbreiten, der eh nicht hilft oder morgen von den gleichen Personen genau andersrum bewertet wird schon verabschiedet. Öffentlich geduldete und staatlich subventionierte Selbstbefriedigung! Ich kenne kaum noch Leute, die nicht über die eigene Politikverdrossenheit klagen und empfinde den Spagat zwischen einerseits sein Wahlrecht nutzen und andererseits dem eigenen politischen Lager nicht mehr trauen können als echte Zumutung. Wahl bedeute Streß für mich: Klar geh ich hin, aber wen wähle ich. Die vom letzten Mal, die ich eigentlich OK finde, die aber nur noch Mist bauen?


Also einfach mal lesen, vielleicht macht die Rede ja dem einen oder anderen von Euch auch ein wenig Mut.


 

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Indien? charlie62
Indien? Indronil Ghosh
Fetzen Indronil Ghosh „Indien?“
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Na da bin ich jetzt aber gespannt. Erkläre mir doch bitte mal warum man solche Dinge in Indien befürworten sollte? Das mit Kultur zu rechtfertigen halte ich für mehr als pervers. Ich würde sagen, dann frage doch mal so eine arme Witwe danach, ob sie sich wirklich selbst verbrennen will, oder ob das nur am gesellschaftlichen und sozialen Druck liegt. Eine anständige Frau macht so etwas eben, nicht war? Warum verbrennen sich nicht auch die Männer, anstatt wieder eine möglichst junge Frau zu heiraten? Warum werden eigentlich jedes Jahr in Indien tausende von Frauen von ihren Ehemännern verbrannt? Damit sie die Mitgift behalten können, oder wenn es nicht richtig geklappt hat, dann können sie dieses schauerliche Etwas zu ihren Familien zurückschicken. Natürlich kann man eine Ehefrau auch mit entsprechenden Andeutungen wieder schön gefügig machen, wenn sie z.B. Lesen lernen wollen.
Ich glaube kaum, dass ich solche krankhaften Auswüchse verstehen muss, um sie abstossend und ekelhaft zu finden. Für Mord und Totschlag mag es Gründe geben, aber niemals eine Rechtfertigung.
Seine eigene Kultur völlig unreflektiert in Schutz zu nehmen ist mal wieder typisch, während bei nächster Gelegenheit über die Deutsche hergezogen wird. Das klingt so ähnlich wie die stereotype Begründung durch die Familien-, oder persönliche Ehre, wenn türkische Mitbürger Selbstjustiz, oder Verbrechen an ihren Mitmenschen verüben.
Es ist eben leider so, dass nicht nur die Deutschen in ihrem Selbskasteiungswahn dankbar jede noch so absurde Kritik annehmen müssen, auch andere Kulturen haben so ihre Schwachpunkte, die man nicht verstehen muss um sie abzulehnen!

Das wahre Leben ist nicht der Kampf zwischen Gut und Böse, sondern zwischen Böse und noch Schlimmeren!(Joseph Brodsky)
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Mal wieder Zeit für Gurus