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Ist der Begriff "Zensur"gerechtfertigt ist, wenn zukünftig Urheberrechstverstöße im Web strenger verhindert werden soll

mawe2 / 30 Antworten / Baumansicht Nickles
einer Zensur des Internets einen Schritt näher

Wobei ich mir schon seit einiger Zeit die Frage stelle, inwieweit der Begriff "Zensur" überhaupt  gerechtfertigt ist, wenn zukünftig Urheberrechstverstöße im Web strenger verhindert werden?

Gehört zum Recht auf freie Meinungsäußerung auch das Recht auf beliebige freie Nutzung fremder kreativer Leistungen?

Ich bin da irgendwie noch unschlüssig...

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Olaf19 mawe2

„Ist der Begriff "Zensur"gerechtfertigt ist, wenn zukünftig Urheberrechstverstöße im Web strenger verhindert werden soll“

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Gehört zum Recht auf freie Meinungsäußerung auch das Recht auf beliebige freie Nutzung fremder kreativer Leistungen?

Nein – mit absoluter Sicherheit nicht!

Problematisch ist nur die Brachialität der Methoden, mit der die Vermeidung von Urheberrechtsverletzungen erreicht, ja erzwungen werden soll. Ich finde die Links von faki regelrecht erschreckend: Eine Stunde Reaktionszeit, das ist schon unmenschlich...

Die Folge davon: alles, was irgendwie nach Terrorismus oder nach Urheberrechtsverletzung "riecht", muss bereits im Vorwege mit Strunk und Stiel ausgemerzt werden, damit tatsächlich oder nur vermeintlich problematische Inhalte nicht eine Minute zu viel online zu sehen sind.

Also muss ein Uploadfilter her, der – um allen Schwierigkeiten weiträumig aus dem Wege zu gehen – mit einer möglichst "großzügigen", man könnte auch sagen, "groben" Voreinstellung zukehr geht. Da fallen dann schon mal ein paar durch die Meinungsfreiheit gedeckte Äußerungen unter den Tisch, Kolletaralschaden halt – wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Ich denke, das war es, was faki gemeint hatte.

CU
Olaf

PS, wobei ich das Beispiel YouTube in diesem Zusammenhang nun überhaupt nicht verstehe. Gefühlte 95% des Contents dort beruht auf Urheberrechtsverletzungen. Von Musikvideos ("Clips") über Dokumentationen und Reportagen bis hin zu alten deutschen Krimis – alles da, und kein Hahn kräht danach.

Ein Ziel ist ein Traum mit Termin. (unbekannt)
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mawe2 Olaf19

„Nein mit absoluter Sicherheit nicht! Problematisch ist nur die Brachialität der Methoden, mit der die Vermeidung von ...“

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PS, wobei ich das Beispiel YouTube in diesem Zusammenhang nun überhaupt nicht verstehe. Gefühlte 95% des Contents dort beruht auf Urheberrechtsverletzungen.

Nicht unbedingt 95%.

Mitunter haben auch die Rechteinhaber selbst das Material dort hochgeladen (oder haben zumindest ihre Genehmigung dafür erteilt).Gab es nicht auch inzwischen eine Einigung mit der GEMA? Insofern dürfte Vieles dort doch ganz legal zu sehen sein.

Aber ein gewisser (vermutlich immer noch recht hoher) Anteil des Materials dürfte schon urheberrechtlich problematisch sein.

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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Olaf19 mawe2

„Nicht unbedingt 95 . Mitunter haben auch die Rechteinhaber selbst das Material dort hochgeladen oder haben zumindest ihre ...“

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Mitunter haben auch die Rechteinhaber selbst das Material dort hochgeladen

Selbst dann kommt bisweilen der Hinweis, "dieses Video ist in deinem Land nicht zu sehen!". Passiert z.B. auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Björk. Wobei sie als Musikerin / Sängerin / Komponistin allerdings nicht die alleinigen Rechte am Gesamtprodukt hat (einfache Lösung: Download mit Convert2mp3 net o.ä. Tools).

Gab es nicht auch inzwischen eine Einigung mit der GEMA?

Gab es schon, aber das betrifft ja nur die finanzielle Seite. Die GEMA schützt aber nicht das Urheberrecht, das kann nur der Gesetzgeber. Bei den Verwertungsgesellschaften geht es generell nur um Tantiemen.

CU
Olaf

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mawe2 Olaf19

„Selbst dann kommt bisweilen der Hinweis, dieses Video ist in deinem Land nicht zu sehen! . Passiert z.B. auf dem ...“

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Bei den Verwertungsgesellschaften geht es generell nur um Tantiemen.

Ist schon klar.

Aber wie will eine Verwertungsgesellschaft denn die Tantiemen erwirtschaften, wenn die Inhalte, um die sie sich kümmert, sowieso gesperrt sind?

Ich dachte immer, wenn die GEMA ihr OK gibt, ist das Zeug auch legal zu sehen.

Passiert z.B. auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Björk.

Also bei mir werden die Björk-Videos angezeigt. (Ohne Proxy etc. also ganz regulär.)

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Olaf19 mawe2

„Ist schon klar. Aber wie will eine Verwertungsgesellschaft denn die Tantiemen erwirtschaften, wenn die Inhalte, um die sie ...“

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Ich dachte immer, wenn die GEMA ihr OK gibt, ist das Zeug auch legal zu sehen.

Naja, mit den Rechten von Filmemachern hat die GEMA ja nichts zu tun. Und wenn die, warum auch immer, nicht wollen, dass ihr Clip im Netz zu sehen ist, können die bewirken, dass der Clip von YouTube verschwindet.

Kann durchaus sein, dass die Björk-Sachen inzwischen alle wieder online sind, ist schon länger her, dass ich ihren offiziellen Kanal besucht hatte.

CU
Olaf

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mawe2 Olaf19

„Naja, mit den Rechten von Filmemachern hat die GEMA ja nichts zu tun. Und wenn die, warum auch immer, nicht wollen, dass ...“

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Naja, mit den Rechten von Filmemachern hat die GEMA ja nichts zu tun.

Soweit es um Musikvideos geht, dürfte schon die GEMA beteiligt sein (oder eben eine andere ähnlich agierende Verwertungsgesellschaft).

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Olaf19 mawe2

„Soweit es um Musikvideos geht, dürfte schon die GEMA beteiligt sein oder eben eine andere ähnlich agierende ...“

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Soweit es um Musikvideos geht, dürfte schon die GEMA beteiligt sein

Beteiligt auf jeden Fall – aber eben nicht allein. Regisseure von Musikvideos und wer da noch so kreucht und fleucht, ist nicht in der GEMA organisiert. Die haben aber jede Menge Mitspracherecht bei der Verwertung des Endprodukts.

CU
Olaf

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mawe2 Olaf19

„Beteiligt auf jeden Fall aber eben nicht allein. Regisseure von Musikvideos und wer da noch so kreucht und fleucht, ist ...“

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Regisseure von Musikvideos und wer da noch so kreucht und fleucht, ist nicht in der GEMA organisiert. Die haben aber jede Menge Mitspracherecht bei der Verwertung des Endprodukts.

Mag sein.

Dass aber irgendein Viideo gesperrt wurde, das ich sehen will, habe ich schon mehrere Jahre nicht mehr erlebt. (Ist vielleicht auch Zufall?)

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fakiauso Olaf19

„Nein mit absoluter Sicherheit nicht! Problematisch ist nur die Brachialität der Methoden, mit der die Vermeidung von ...“

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Ich denke, das war es, was faki gemeint hatte.


Hm - das hat eher etwas vom Austreiben des Teufels mit dem Beelzebub zu tun.

Terror ist doch nur ein Argument, genau wie bei dem ganzen Überwachungsscheiss, der uns deswegen auf die Backe gedrückt wird.

Mir ist auch nicht klar, welchen Sinn es haben soll, so etwas verschwinden zu lassen. Diejenigen holen sich das sowieso, die das sehen wollen. Da hat es bisher Wege gegeben und das tut es auch zukünftig.

Da wird doch kein Urheberrecht geschützt dadurch. Dank der Filter hat man halt ein prima Ding, welches je nach Gusto genutzt werden kann, um zu bestimmen, was gesehen werden darf und was nicht. Gehört ja nun aber auch dazu, sich von mehreren Seiten zu informieren, um ein im Zweifel umfassendes Bild zu erhalten. Wird mir vermeintlich unzulässiger Kontent aus oft fadenscheinigen Gründen vorenthalten, geht das nicht, sondern so wird manipuliert.

Wenn die Welt gerettet wurde, wird es durch Frauen geschehen sein...
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mawe2 fakiauso

„Hm - das hat eher etwas vom Austreiben des Teufels mit dem Beelzebub zu tun. Terror ist doch nur ein Argument, genau wie ...“

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Diejenigen holen sich das sowieso, die das sehen wollen.

Es ist ja schon ein Gewinn, wenn diejenigen, die das nicht sehen wollen / sollen, es tatsächlich nicht sehen (Kinder z.B.).

Diejenigen, die das unbedingt wollen, können jede Tür öffnen. Ist es deswegen falsch, seine Wohnung abzuschließen?

Wird mir vermeintlich unzulässiger Kontent aus oft fadenscheinigen Gründen vorenthalten, geht das nicht, sondern so wird manipuliert.

Hast Du Angst, dass das in Deutschland geschieht / geschehen wird?

Dann liegen die Probleme ganz woanders und nicht die Sorge um ein paar evtl. rausgefilterete Youtube-Videos sollte uns umtreiben sondern evtl. die Sorge um den Rechtsstaat.

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fakiauso mawe2

„Es ist ja schon ein Gewinn, wenn diejenigen, die das nicht sehen wollen / sollen, es tatsächlich nicht sehen Kinder z.B. ...“

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Dann liegen die Probleme ganz woanders und nicht die Sorge um ein paar evtl. rausgefilterete Youtube-Videos sollte uns umtreiben sondern evtl. die Sorge um den Rechtsstaat.


Davon rede ich die ganze Zeit;-)

Hast Du Angst, dass das in Deutschland geschieht / geschehen wird?


Passiert das nicht schon, wenn selbst bis in die ÖR Nachrichten schöngeschrieben werden oder bewusst falsche/verstellende Bilder und Beiträge eingestellt werden?

Jetzt hat man noch ein Mittel, um ungewollte Beiträge gleich ganz zu verhindern. Und wenn jetzt schon desinformiert wird, dass sich die Balken biegen, wie wird das erst, wenn wirklich totalitäre Systeme mit solchen Instrumenten "beglückt" werden?

Es geht doch letztendlich nicht um eine Handvoll Youtube-Videos, sondern um alles inklusive Twitter etcpp., was so an Nachrichtenkanälen existiert und über´s Web verbreitet wird und das ist die Krux an diesem Gesetz.

Wenn die Welt gerettet wurde, wird es durch Frauen geschehen sein...
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mawe2 fakiauso

„Davon rede ich die ganze Zeit - Passiert das nicht schon, wenn selbst bis in die ÖR Nachrichten schöngeschrieben werden ...“

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Fakt ist doch: Das Web ist längst von einem demokratischen Informationsmedium (dass es zu Beginn vielleicht mal war) zur größten Desinformationsmaschine aller Zeiten mutiert.

Soll diese Desinformationsmaschine dauerhaft jeglicher staatlicher Kontrolle entzogen bleiben oder haben (demokratische) Staaten heute nicht auch die Verantwortung, ihre Bürger vor Schäden zu schützen, die andere ihnen über das Web zufügen wollen?

Macht der Staat nichts, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, nichts zu tun.

Greift der Staat regulierend ein, muss er sich den Vorwurf machen lassen, regulierend einzugreifen.

Was ist denn nun richtig?

Ich vergleiche das immer mit dem Autofahren. Als es nur eine Hand voll Autos in Deutschland gab, konnte jeder damit fahren, wie er wollte. Als die Zahl größer wurde, brauchte es Regeln, um den Straßenverkehr noch einigermaßen sicher abwickeln zu können. Es brauchte Kontrollen und es brauchte Sanktionen. Und es brauchte Fahrschulen, in denen die Leute die Regeln erlernen konnten.

Das Web ist mindestens schon vor zehn bis fünfzehn Jahren an dem selben Punkt angekommen: Mit der steigenden Zahl von Nutzern steigt auch die Zahl von Vollidioten, die sich dieser Technologien bemächtigen. Braucht es dann nicht genau so wie beim Autofahren Regeln, Kontrollen und Sanktionen?

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fakiauso mawe2

„Fakt ist doch: Das Web ist längst von einem demokratischen Informationsmedium dass es zu Beginn vielleicht mal war zur ...“

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Soll diese Desinformationsmaschine dauerhaft jeglicher staatlicher Kontrolle entzogen bleiben oder haben (demokratische) Staaten heute nicht auch die Verantwortung, ihre Bürger vor Schäden zu schützen, die andere ihnen über das Web zufügen wollen?



Eindeutig: JA!

Egal wer und wie auch immer, das Internet ist weltumspannend und daher kann und hat ein einzelner Staat da nichts drin herum zu pfuschen. Das kann so oder so nur in EInflussnahme enden. Bisher wurde nur versucht, über diesen Urheberrechtsscheiss den finanziellen Aspekt abzusichern und jetzt greift man bereits wieder nach Bevormundung.

Den Vergleich mit dem Auto halte ich für nicht hundertpro passend, denn nach dieser Ansicht müsste ja jeder, der auch nur im geringsten daran denkt, sich in´s Netz zu begeben, einen "Internet-Führerschein" zu machen. Drin bist Du aber automatisch mit jedem Smartphone.

Das sehe ich eher wie mit Büchern oder so, die auch eine Informationsquelle. Dabei ist das Spektrum von Müll/Desinformation bis zu hochwertiger Information auch schier riesig, dazwischen ein ähnlich weites Feld an Fiktion/Unterhaltung, aus dem sich jeder auch dasnehmen muss, was er braucht und will. Hat da jemals einer gefordert, dass zwischen esoterischem Blödsinn und wissenschaftlicher Fachliteratur ein Bücher-Führerschein nötig ist, um das unterscheiden zu können?

Da darf und muss doch auch jeder selbst entscheiden, was er für bare Münze nimmt und was nicht. Und im Intenret als dem Medium unserer Zeit, welches für das Wissen eine ähnliche Funktion hat, soll ich mich jetzt von privater oder staatlicher Seite bevormunden lassen, weil es nach Gusto Dritter anstössige/gefährliche oder sonstwas für Inhalte geben könnte? Was soll denn der Quatsch?

An jeder anderen Stelle beschwört man den mündigen Bürger und Verbraucher, um sich aus der Verantwortung zu stehlen und manipuliert mit Werbung und pseudo-wissenschaftlichen Grundlagen denselbigen und hier beim Internet meint man, genau den bevormunden zu müssen? Ich glaub´s ja nicht...

...wenn neben mir ein paar andere Titten und Tote im Netz sehen, geht die Welt nicht unter davon.

Wenn die Welt gerettet wurde, wird es durch Frauen geschehen sein...
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mawe2 fakiauso

„Eindeutig: JA! Egal wer und wie auch immer, das Internet ist weltumspannend und daher kann und hat ein einzelner Staat da ...“

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Den Vergleich mit dem Auto halte ich für nicht hundertpro passend, denn nach dieser Ansicht müsste ja jeder, der auch nur im geringsten daran denkt, sich in´s Netz zu begeben, einen "Internet-Führerschein" zu machen.

Ja. Und mittlerweile halte ich das auch für zwingend notwendig.

Vor ein paar Jahren habe ich das noch abgelehnt. Aber die Praxis beweist es doch: Die Mehrheit der User weiß nicht im Geringsten, was sie da eigentlich tut. Jeder Vollhonk, der ohne ein Mindestmaß an IT-Kenntnissen diese Medien nutzt, ist eine Gefahr für die Allgemeinheit. Das ist exakt so, wie beim Autofahren.

Das sehe ich eher wie mit Büchern oder so, die auch eine Informationsquelle.

Im Gegensatz zu Büchern kann jeder auch im Internet selbst Inhalte veröffentlichen. Das ist also überhaupt nicht vergleichbar.

Da darf und muss doch auch jeder selbst entscheiden, was er für bare Münze nimmt und was nicht.

Nicht, wenn er andere damit gefährdet.

soll ich mich jetzt von privater oder staatlicher Seite bevormunden lassen

Du sollst Dich doch nicht bevormunden lassen. Aber der Staat muss Regeln schaffen und die müssen eingehalten werden.

Beim Autofahren muss man es sich auch gefallen lassen, dass alle (in Deutschland z.B.) rechts fahren müssen, auch wenn einige gern links fahren würden. Die Mehrheit hält sich dran, und das ist OK. Hat mit Bevormundung nichts zu tun sondern mit gesundem Menschenverstand.

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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fakiauso mawe2

„Ja. Und mittlerweile halte ich das auch für zwingend notwendig. Vor ein paar Jahren habe ich das noch abgelehnt. Aber die ...“

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Ja. Und mittlerweile halte ich das auch für zwingend notwendig.


Nochmals die Frage: Wie soll das funktionieren?

DSL und mobiles Netz erst freischalten, wenn der "Bürger" einen Internet-Führerschein nachweisen kann (der dann ähnlich wie die Fahrschule kosten würde, ein weiteres Argument dagegen)?

Wie verhinderst Du in dem Fall, dass sich einfach jemand vor einen Rechner setzt, der theoretisch so einen Führerschein hätte?

Ab wann soll das Ding gemacht werden, wo doch die Bullidiger und Schule jetzt so auf Digitalisierung und E-Learning setzen?

So btw. schafft man damit das nächste Instrument des Überwachens, weil ja dann wieder jemand (Staat, private Institution, Geheimdienst?) kontrollieren müsste, dass kein Internet "illegal" genutzt wird. Die werden sich doch nicht die billigstes Möglichkeit des Erfassens von Meta-Daten selbst abschiessen, da sei die Wirtschaft und der damit verbundene Profit vor.

Kurz - so ein Teil ist Bullshit, weil das Internet inzwischen so zum alltäglichen Dasein gehört wie Essen und Trinken.

Jeder Vollhonk, der ohne ein Mindestmaß an IT-Kenntnissen diese Medien nutzt, ist eine Gefahr für die Allgemeinheit. Das ist exakt so, wie beim Autofahren.


Da ist die direkte Gefahr für Leib und Leben Unbeteiligter im Strassenverkehr aber um einiges höher;-)

Wer meint, alles unbesehen glauben zu müssen, was an Inhalten im Netz unterwegs ist, schadet sich dagegen erstmal selber bzw. wie sieht denn das Gefährden im Internet für Dich aus?

Spam, Porno, Gewalt, Rassismus, Geld-Abzocke und alles, was die Contentindustrie bereits bei Filmen und Büchern nicht verhindern konnte, dem "mündigen Verbraucher" vorzuenthalten?

Im Gegensatz zu Büchern kann jeder auch im Internet selbst Inhalte veröffentlichen. Das ist also überhaupt nicht vergleichbar.


Kannst Du kein Buch schreiben und veröffentlichen? Meines Wissens gibt es genug Werke, bei denen auch keiner nach der Eignung des Autors oder der potentiellen Leser gefragt hat und deren Machwerke trotzdem die Leselandschaft vermüllen und oft genug das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben und gedruckt werden, dem Autor aber vieeeel Kohle bringen, weil sie im Wissen um die Klientel geschrieben sind.

Lediglich der Aufwand ist um ein Vielfaches höher als im Internet, was dann insbesondere die Masse der Verblender und Verblöder das Internet nutzen lässt. Dabei bewegen die sich dort trotzdem eher in ihrene eigenen Blasen wie beispielsweise auch Facebook und Co. zeigen. Wer also dort aufschlägt, ist quasi schon vorbelastet und würde das ebenfalls mit und ohne Internet-Führerschein tun.

Du sollst Dich doch nicht bevormunden lassen. Aber der Staat muss Regeln schaffen und die müssen eingehalten werden.


Erkläre mir ebenfalls, wie "der Staat" das leisten soll, ohne zu zensieren? Das ist ein Widerspruch in sich!

Wie Olaf19 das schon sagt, sobald es um Geld geht oder um Influencing, dann ist man entweder zu schützender oder mündiger Bürger.

Geht es um Verantwortung auf eigener Seite und dort, wo eventuell die Banken, Firmen usw. in die Pflicht kämen, ist man in erster Linie mündig, weil irgendwo in Zeile 7032, Absatz drölfzig irgendwelcher AGB etwas dazu steht, was selbst dreissig Rechtsanwälte in fünfzig Versionen zerlegen würden - da heist es als Einzelner im Zweifel immer Pech gehabt und das hätten Sie ja vorher wissen können.

Da schreit keiner Verbieten und wir brauchen Gesetze. Da setzt man auf "freiwillige Verpflichtungen" der Hersteller und Anbieter, als ob das jemals funktioniert hätte, siehe nur diese pampige Lebensmittelampel. Vor allem hat man als "einzelner mündiger Bürger" juristisch kaum eine Chance, sich dann dagegen durchzusetzen, entweder finanziell oder zeitlich.

In diesem wie in anderen Fällen, wo besagter mündiger Bürger wirklich einmal im Recht und in der Pflicht ist, mit der Biomasse seines Schädels Informationen zu filtern und zu reflektieren und dabei zu für diese Gesellschaftsordnung vielleicht unliebsamen Schlüssen kommen könnte, soll´s dann der Staat richten mit unwirksamen Filtern und Algorithmen, die oft genug noch "humaner" Natur sind, beide jedoch hochgradig zu beeinflussen in jeder Hinsicht und dann auch noch einen vorsätzlichen Eingriff in die Bildungs- und Meinungsfreiheit darstellen.

Da schreit man dann auf einmal nach Verbieten und wir brauchen Gesetze. Leider hat man bei diesem Nonsens als "einzelner mündiger Bürger" auch wieder juristisch kaum eine Chance, sich durchzusetzen, entweder finanziell oder zeitlich.

Das Thema gesunder menschenverstand spare ich mir jetzt lieber völlig, denn der ist in solchen Fällen aber sowas von das allerletzte, was jemals als Argument zum tragen gekommen wäre...

Nee - das funktioniert so nicht.

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mawe2 fakiauso

„Nochmals die Frage: Wie soll das funktionieren? DSL und mobiles Netz erst freischalten, wenn der Bürger einen ...“

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DSL und mobiles Netz erst freischalten, wenn der "Bürger" einen Internet-Führerschein nachweisen kann (der dann ähnlich wie die Fahrschule kosten würde, ein weiteres Argument dagegen)?

"Nachweisen" muss man den natürlich nicht, auch einen Autoführerschein muss man nirgendwo nachweisen. Trotzdem sollte jeder, der diese Geräte nutzt, Kenntnisse darüber erwerben müssen.

Das darf natürlich kein Geld kosten. Schreiben und Rechnen kann man ja in Deutschland auch noch (weitestgehend) kostenfrei erlernen.

Ab wann soll das Ding gemacht werden

So früh wie möglich. Spätestens ab 5. Klasse aufwärts.

In Thüringen gibt's das schon viele Jahre und nennt sich "Medienpass". Es gibt aber qualitativ erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Schulen. Das Ganze müsste zeitlich und inhaltlich deutlich aufgewertet werden. Das Fach "Medienkunde" sollte benotet werden und (wie andere Fächer auch) am Ende der Schulzeit geprüft werden.

So btw. schafft man damit das nächste Instrument des Überwachens,

Unfug. Lass doch jetzt mal Deine Überwachungsparanoia beiseite. Solides Wissen über die Zusammenhänge bei verschiedenen Kommunikationsformen ist unverzichtbar - gerade um den Menschen überhaupt in die Lage zu versetzen, eine mögliche Überwachung zu erkennen und zu verhindern.

Da ist die direkte Gefahr für Leib und Leben Unbeteiligter im Strassenverkehr aber um einiges höher;-)

Darüber ließe sich vortrefflich streiten. (Würde aber den Rahmen sprengen.)

Kannst Du kein Buch schreiben und veröffentlichen?

Kann ich.

Lediglich der Aufwand ist um ein Vielfaches höher als im Internet,

Eben. Weswegen 98% aller Internet-Trottel das nie schaffen würden...
Es ist eben einfach nicht vergleichbar!

Erkläre mir ebenfalls, wie "der Staat" das leisten soll, ohne zu zensieren?

Der Staat hat doch zum Autofahren (und für viele andere Interaktionen der Menschen) auch Regeln geschaffen. Warum sollte ausgerechnet der wichtigste Lebensbereich (die digitale Kommunikation) ungeregelt sein?

(B.t.w.: Es gibt ja auch schon Regeln dafür. Nur dass jetzt eben noch weitere Regeln dazukommen.)

Natürlich kann man das als Bevormundung (oder "Zensur") auslegen, dass immer der von rechts Kommende Vorfahrt hat, aber das ist nunmal so und es macht irgendwie auch Sinn. Kontrolliert wird das ja auch nur sehr selten.

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fakiauso mawe2

„Nachweisen muss man den natürlich nicht, auch einen Autoführerschein muss man nirgendwo nachweisen. Trotzdem sollte ...“

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"Nachweisen" muss man den natürlich nicht, auch einen Autoführerschein muss man nirgendwo nachweisen.


https://www.bussgeldkataloge.de/fuehrerschein/

Nach Deiner Theorie wäre dann jeder ein Straftäter, der aus welchem Grund auch immer so das Internet nutzt. Und Internetnutzer werden dann daheim am PC kontrolliert, ob sie einen PC-Führerschein haben.

Wenn das Ding dann tatsächlich ein Nachweis für sachgerechtes Nutzen des Webs wäre, wie willst Du das wieder gesetzlich einbinden? Menschen, die nicht mehr zur Schule gehen und später mit dem PC anfangen oder Smartphone, dürfen dann ohne den Stuss auch nicht in´s Netz oder wie?

Stelle ich mir beim Mobilfunkprovider gut vor:

A. Haben Sie einen Internetführerschein?
B. Nein

A. Oh - dann dürfen sie dieses internetfähige Smartphone aber nicht erwerben oder wir schalten die Funktion ab.
B. ???

Wie gesagt muss man in allen möglichen Situationen selber klar kommen mit Bürokratie, Gesetzen usw. und hier bei diesem Thema soll man durch wen auch immer bevormundet oder reglementiert werden?

Auch hindert wiederum im Strassenverkehr der Besitz eines Führerscheins nicht davor, sich auch mit diesem Ding über die allgemeingültigen Regeln hinweg zu setzen. Das Meiste davon wird weder erfasst noch geahndet.

Mir schwant, das ist jetzt schon nicht anders und hielte auch niemanden davon ab, im Netz Blödsinn zu veranstalten. Stelle ich mir gut vor, wenn dann bei der Spam-Mafia jemand einrückt und denen mit `nem Internetführerschein kommt...

Selbst beim Beispiel der Vorfahrt und dem Nutzen der rechten Spur hat das für denjenigen relativ schnell persönliche Folgen, der das tut, was diesen wahrscheinlich eher davon abhalten dürfte als der Hintergedanke, von der Polizei erwischt zu werden. Im Netz ist das eben nicht so.

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mawe2 fakiauso

„https://www.bussgeldkataloge.de/fuehrerschein/ Nach Deiner Theorie wäre dann jeder ein Straftäter, der aus welchem Grund ...“

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Stelle ich mir beim Mobilfunkprovider gut vor:
A. Haben Sie einen Internetführerschein?
B. Nein

A. Oh - dann dürfen sie dieses internetfähige Smartphone aber nicht erwerben oder wir schalten die Funktion ab.
B. ???

Ein Autoverkäufer fragt auch nicht nach dem Führerschein.

Und Internetnutzer werden dann daheim am PC kontrolliert, ob sie einen PC-Führerschein haben.

Nochmal: Den Autoführerschein kontrolliert auch niemand, trotzdem ist er Pflicht.

Auch hindert wiederum im Strassenverkehr der Besitz eines Führerscheins nicht davor, sich auch mit diesem Ding über die allgemeingültigen Regeln hinweg zu setzen. Das Meiste davon wird weder erfasst noch geahndet.

Das ist leider so, reicht aber als Begründung für die Abschaffung der StVO trotzdem nicht aus.

Selbst beim Beispiel der Vorfahrt und dem Nutzen der rechten Spur hat das für denjenigen relativ schnell persönliche Folgen, der das tut, was diesen wahrscheinlich eher davon abhalten dürfte als der Hintergedanke, von der Polizei erwischt zu werden.

Eben. Und im Netz muss das genau so werden...

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fakiauso mawe2

„Ein Autoverkäufer fragt auch nicht nach dem Führerschein. Nochmal: Den Autoführerschein kontrolliert auch niemand, ...“

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Ein Autoverkäufer fragt auch nicht nach dem Führerschein.


Nö - fragt der nicht. Allerdings bin ich gespannt, wie Du die Karre dann zugelassen bekommst...

...ich weiss, auch da gibt es Mittel und Wege, aber wir wollten ja auf Meta-Ebene bleiben.

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mawe2 fakiauso

„Nö - fragt der nicht. Allerdings bin ich gespannt, wie Du die Karre dann zugelassen bekommst... ...ich weiss, auch da ...“

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ich weiss, auch da gibt es Mittel und Wege

Ganz genau.

Der Fahrzeughalter muss nicht zwingend einen Führerschein haben. Für die Zulassung eines Autos ist ein Führerschein also nicht erforderlich.

Nur wenn der Halter auch Führer sein will, braucht er einen Führerschein.

Schließlich muss man ja auch nicht das Auto abgeben, wenn einem der Führerschein entzogen wird.

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Olaf19 fakiauso

„Eindeutig: JA! Egal wer und wie auch immer, das Internet ist weltumspannend und daher kann und hat ein einzelner Staat da ...“

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An jeder anderen Stelle beschwört man den mündigen Bürger und Verbraucher, um sich aus der Verantwortung zu stehlen und manipuliert mit Werbung und pseudo-wissenschaftlichen Grundlagen denselbigen und hier beim Internet meint man, genau den bevormunden zu müssen?

Sehr treffender Vergleich. Dieses Gerede vom mündigen Bürger wird immer so eingesetzt, wie man es gerade braucht. Es wird bejaht, solange es darum geht, dass privatwirtschaftliche Unternehmen im Zweifel zu Lasten der Bevölkerung "ungestört" ihre Gewinne maxmimieren dürfen. Es wird "plötzlich" verneint, sobald es um individuelle Freiheiten von Privatpersonen geht.

Und so Kopfgeburten wie den Internet-Führerschein halte ich auch für einen Riesenschmarrn. Wer will denn eigentlich festlegen, was da für Inhalte reingehören? Microsoft? Netgear oder Cisco? Kaspersky? Die Telekom oder die DeNic? Oder eine neue Zensursula?

Wie sollen eigentlich Kontrollen durchgeführt werden, ob ich ohne "Führerschein" surfe – geht da plötzlich eine Riesenschranke am Bildschirm runter, "Haaaalt, Ihre Papiere bitte", bevor ich weiterlesen darf? Wie sollen eigentlich die Strafen aussehen, wenn jemand ohne Führerschein fährt/surft? Wann und unter welchen Bedingungen soll der Führerschein jemandem entzogen werden?

Klar, das könnte man alles "irgendwie" festlegen. Mir dreht sich der Magen um dabei...

CU
Olaf

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mawe2 Olaf19

„Sehr treffender Vergleich. Dieses Gerede vom mündigen Bürger wird immer so eingesetzt, wie man es gerade braucht. Es ...“

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Wer will denn eigentlich festlegen, was da für Inhalte reingehören?

Das machen Lehrplankommissionen (wie bei anderen Fächern) auch. Vielleicht müssten die Lehrpläne etwas öfter als bei anderen Fächern an veränderte Gegebenheiten angepasst werden? Machbar wäre das allemal - wenn man es will.

Wie sollen eigentlich Kontrollen durchgeführt werden, ob ich ohne "Führerschein" surfe

Genau so wie im Straßenverkehr auch.

Dort wird ja auch fast niemand kontrolliert, trotzdem weiß jeder, dass er kontrolliert werden könnte und dass Autofahren ohne Führerschein eine Straftat ist.

Ich frage mich, warum ausgerechnet beim Thema "Digitale Kommunikation" die maximale Dummheit kultiviert werden soll? Wem soll das nützen?

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fakiauso mawe2

„Ist der Begriff "Zensur"gerechtfertigt ist, wenn zukünftig Urheberrechstverstöße im Web strenger verhindert werden soll“

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Gehört zum Recht auf freie Meinungsäußerung auch das Recht auf beliebige freie Nutzung fremder kreativer Leistungen?


Das Äussern von Meinungen hat mit dem Raubkopieren und dem Hochladen solcher Inhalte genau wieviel zu tun?

Die strittigen Hauptpunkte sind doch dabei diese Filter und deren Algorithmen, die ein Hochladen zweifelhafter Inhalte verhindern sollen und die Kohle, welche dann Nachrichtenportale für das Veröffentlichen von Print-Content zahlen solle.

Zum ersten Punkt hatten wir schon mal eine Diskussion hier, die "Filter" sind dann ein paar mies bezahlte Menschen in irgendeinem Bunker in der Dritten Welt, denn ich wüsste nicht, wie das technisch jemals sauber zu lösen sein soll. Da gäbe es permanent false positives und trotzdem genügend Wege, um diese Filter auszuhebeln und sei es nur das ach so böse Darknet oder andere graue Ecken des Internets.

Wenn dann gleich mit der Keule Terror geschwungen wird, klingelt es bei mir sowieso und nach welchen Gesichtspunkten gefiltert wird, entscheidet wer? In China oder der Türkei beispielsweise wird bereits jetzt bemängelt, dass diese Staaten Dienste nach Gusto sperren und/oder löschen. Hier wird das dann in Gesetzesform gegossen.


Zum zweiten Punkt halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass sich diese fiktive Geldquelle für die Verleger und Printmedien tatsächlich als eine solche erweisen wird, das hat bereits mit dem zugrundeliegenden Leistungsschutzrecht nicht funktioniert und meine Sicht geht eher dahin, dass das in einem weiteren Sterben von papiernen Medien endet.

Noch dazu:

https://netzpolitik.org/2018/urheberrecht-axel-voss-weiss-nicht-genau-was-in-seinem-gesetz-steht/

Und dann kann das auch solche Blüten treiben:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/satire-polizei-ermittelt-weil-student-postillon-artikel-likt-1.4126787

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mawe2 fakiauso

„Das Äussern von Meinungen hat mit dem Raubkopieren und dem Hochladen solcher Inhalte genau wieviel zu tun? Die strittigen ...“

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Das Äussern von Meinungen hat mit dem Raubkopieren und dem Hochladen solcher Inhalte genau wieviel zu tun?

Nichts.

Deshalb wundert es mich ja auch, wenn dieses Argument ("Zensur") immer wieder im Zusammenhang mit dem Urheberrecht genannt wird.

die "Filter" sind dann ein paar mies bezahlte Menschen in irgendeinem Bunker in der Dritten Welt

So ist es bisher. Wenn diese Drecksarbeit zukünftig von Algorithmen erledigt wird, kann das für die Leute, die den Dreck bisher "filtern" müssen, doch nur gut sein, oder? Und für die Uploader ist es letztlich egal, ob ein psychisch ausbeuteter DrittWeltler seinen Content löscht oder ein Algorithmus. Warum sollen Menschen das besser können als Algorithmen?

denn ich wüsste nicht, wie das technisch jemals sauber zu lösen sein soll

Es muss technisch gelöst werden. Anders sind die Fristen (1 Stunde) gar nicht zu erfüllen.

Zum zweiten Punkt halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass sich diese fiktive Geldquelle für die Verleger und Printmedien tatsächlich als eine solche erweisen wird, das hat bereits mit dem zugrundeliegenden Leistungsschutzrecht nicht funktioniert und meine Sicht geht eher dahin, dass das in einem weiteren Sterben von papiernen Medien endet.

Das sehe ich genau so.

Allerdings sterben die meisten Papiermedien in jedem Falle in den nächsten Jahren aus. Ganz egal, ob nun dieses Gesetz wirksam wird oder nicht.

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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fakiauso mawe2

„Nichts. Deshalb wundert es mich ja auch, wenn dieses Argument Zensur immer wieder im Zusammenhang mit dem Urheberrecht ...“

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Deshalb wundert es mich ja auch, wenn dieses Argument ("Zensur") immer wieder im Zusammenhang mit dem Urheberrecht genannt wird.


Weil das Urheberrecht als Argument für die Filter dient?

Und wer legt fest, nach welchen Kriterien gefiltert wird?

Je nachdem, mit welchen Begriffen diese Filter gefüttert werden, fliegt dann eben etwas raus oder etwas bestimmtes bleibt hängen. Ist dieses Instrument in den Händen eines autoritären Systems, dürfte es in erster Linie dem Unterbinden von kritischen Inhalten und dem Finden der Ersteller dienen und das nenne ich dann...Zensur?

Wird das ganze durch einen privaten Betreiber durchgeführt, kannst Du davon ausgehen, das in erster Linie Werbeschrott und überhaupt alles durchkommt, was Kohle bringt. Kritik an Wirtschaft usw. dagegen dürfte auch in´s Raster fallen und ist dann auch irgendwie Zensur?

So btw. wird ein Filter nicht den Urheber, sondern nur den Inhalt filtern. Er "weiss" also gar nicht, in welchem Kontext das Material überhaupt steht. Gerade das Beispiel mit den Toten und Verwundeten des Syrien-Kriegs spricht da Bände. Das kann alleine aus dieser Warte rein technisch niemals sauber funktionieren.

So ist es bisher. Wenn diese Drecksarbeit zukünftig von Algorithmen erledigt wird, kann das für die Leute, die den Dreck bisher "filtern" müssen, doch nur gut sein, oder? Und für die Uploader ist es letztlich egal, ob ein psychisch ausbeuteter DrittWeltler seinen Content löscht oder ein Algorithmus.


Für wie wahrscheinlich hältst Du das? Was nicht sauber durch Algorithmen gefiltert werden kann, landet so oder so im "humanen" Filter. Bedingt durch die Frist von einer Stunde erhöht sich höchstens noch der Druck auf die Cleaner und wenn etwas durchrutscht (was wiederum nur subjektiv durch wen auch immer als falscher Kontent gewertet wird), dann bekommen es auch nur wieder die auf die Nuss.

Angesichts dessen, das zweifelhafte Inhalte sowieso doppelt geprüft werden, kannst Du davon ausgehen, dass man sich Filter 1 gleich ganz spart und nur Filter 2 nutzt.

Warum sollen Menschen das besser können als Algorithmen?


Nicht unbedingt besser - aber billiger, nur billiger...

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mawe2 fakiauso

„Weil das Urheberrecht als Argument für die Filter dient? Und wer legt fest, nach welchen Kriterien gefiltert wird? Je ...“

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Nicht unbedingt besser - aber billiger, nur billiger...

OK. Diese Form der menschlichen Filterung gibt es jetzt sowieso schon, auch ohne das neue EU-Gesetz.

Zensur in dieser Hinsicht wird also bereits ausgeübt. Was wird sich mit dem neuen EU-Gesetz dann verschlechtern?

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fakiauso mawe2

„OK. Diese Form der menschlichen Filterung gibt es jetzt sowieso schon, auch ohne das neue EU-Gesetz. Zensur in dieser ...“

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Zensur in dieser Hinsicht wird also bereits ausgeübt. Was wird sich mit dem neuen EU-Gesetz dann verschlechtern?


Jetzt gibt es eben dieses Gesetz dafür und neben den Verlagen selber stehen die Abmahn-Fuzzis schon Schlange.

So btw. lässt sich selbst durch den finanziellen Aufwand der Inhalt steuern.

Falls Du Blogger bist oder wie Mike hier ein Forum betreibt, kannst Du Dich schon mal warmlaufen, wenn Du Kontent verlinkst oder der hier verlinkt wird.

http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2018/leistungsschutzrecht/

https://www.golem.de/news/urheberrecht-europaparlament-fuer-leistungsschutzrecht-und-uploadfilter-1809-136534.html

Zitat aus dem zweiten Link:

Die Anbieter wären damit direkt für Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer verantwortlich und sollen daher Lizenzvereinbarungen mit Rechteinhabern abschließen. Das bisherige Notice-and-Takedown-Prinzip würde der Vergangenheit angehören.


Vielleicht kannste ja dann gleich in Bitcoin zahlen...

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hatterchen1 fakiauso

„Jetzt gibt es eben dieses Gesetz dafür und neben den Verlagen selber stehen die Abmahn-Fuzzis schon Schlange. So btw. ...“

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Wir sind damit zwar im falschen Film, aber ich habe dazu eine Frage, die ich bislang nicht wirklich klären konnte:

Ist das fotografieren und zur Schau stellen eines Markenprodukts, zum Zwecke des privaten Verkaufs schon eine Rechteverletzung?

(Beispiel: Ich fotografiere ein modernes Smartphone mit angebissenem Apfel, für den Verkauf bei ebay oder so...)

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Anne0709 hatterchen1

„Wir sind damit zwar im falschen Film, aber ich habe dazu eine Frage, die ich bislang nicht wirklich klären konnte: Ist das ...“

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https://easyrechtssicher.de/produktfotos-urheberrecht-markenrecht-designschutz/

Sehr ausführliche Abhandlung zum Thema Markenrecht

Am passendsten zur Frage ist der
Abschnitt III. - 1. - B) Erschöpfungsgrundsatz im Markenrecht

Das Gesetz dazu hier: https://dejure.org/gesetze/MarkenG/24.html

Es kommt kein Zitat aus der Seite, da auf die Inhalte derzuerst verlinkten Seite das deutsche Urheber- und Leistungsschutzrecht angewendet wird.

Fazit: eigenes Foto des Gegenstands mit Markenzeichen darf für ein Angebot zum Verkauf verwendet werden.

Hoffnung ist eine schoene Erinnerung an die Zukunft. Gabriel Marcel
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fakiauso hatterchen1

„Wir sind damit zwar im falschen Film, aber ich habe dazu eine Frage, die ich bislang nicht wirklich klären konnte: Ist das ...“

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In dem Fall ist das ja ok, da Du "eigenes" Material verwertest.

Wenn Du das Ding vertickst, darf sogar das Logo sichtbar bleiben, weil das ja ein Verkaufsargument sein wird.

Bitte passe aber auf, dass keine Menschen zu erkennen sind auf dem Bildchen, welche Du nicht um Erlaubnis gefragt hättest, denn dann kommst Du wieder mit dem DSVGO in Konflikt;-)

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