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News: Bequemlichkeit erfordert Opfer

Windows 10 Cortana: Künstliche Intelligenz soll alle Emails mitlesen

Michael Nickles / 13 Antworten / Flachansicht Nickles
Offizielles Portrait von Cortana. (Foto: Microsoft)

Seit Windows 10 beglückt Microsoft seine Nutzer mit der "künstlichen Intelligenz" Cortana. Diese persönliche Assistentin soll Anwendern helfen ihrer Dinge besser und bequemer geregelt zu kriegen.

Um überhaupt helfen zu können, fordert Microsoft für Cortana alle erdenklichen Zugriffsrechte. Ohne Grundwissen bleibt Cortana dumm.

Was die Assistentin letztlich mit dem "ausspionierten" Wissen anfangen kann, hängt von ihren Entwicklern ab. Die haben Cortana jetzt eine neue Funktion spendiert. Die Assistentin soll es automatisch erkennen, wenn in Emails irgendwelche sprachlichen Termine vereinbart werden und dann rechtzeitig daran erinnern.

Die Schwierigkeit bei dieser neuen Funktion ist selbsterklärend die Erkennung sprachlicher Inhalte. Einen Termin wie "Abendessen morgen um 19 Uhr" erkennen ist dabei gewiss die einfachste Übung. Bei so was wie "ey alder, machen party nach arbeitscheisse" wird es vermutlich unmöglich.

Da es einen gewissen Beigeschmack hat eine künstliche Intelligenz den kompletten Email-Verkehr mitlesen zu lassen haben die Cortana-Entwickler in ihrem Blog schon mal erklärt, dass alles nur lokal auf dem Rechner abgewickelt wird, keine Datenübertragung in die Cloud erfolgt. Das soll nur passieren, wenn erkannte Terminvorschläge bestätigt, in den Kalender eingetragen werden.

Michael Nickles meint:

Es braucht schon eine gewisse Überwindung sich auf Cortanas Anlockversuche einzulassen. Nach Inbetriebnahme von Windows 10 meldet sich "das Ding unten links" mit einem Hinweis, dass Microsoft erstmal ein paar Genehmigungen braucht um optimal arbeiten zu können: Zugriff auf Position, Positionsverlauf, Kontakte, Spracheingaben, Suchverlauf, Kalenderdetails, Inhalte, Kommunikationsverlauf aus Nachrichten und Apps sowie weitere Informationen auf dem Gerät.

Konkret will Microsoft also alles überwachen was sich irgendwie überwachen lässt. Cortana arbeitet Hand in Hand mit dem Edge Browser, was für den einen oder anderen gewiss ein Grund mehr ist Edge vollständig zu blockieren.

Das "Ja" zu Cortana bedeutet zwangsläufig auch das "Ja" zu Microsofts Datenschutzbestimmungen. In diesem Gruselkabinett ist Cortana ein eigener Abschnitt gewidmet: lang und ausführlich. Und das ist nur die halbe Miete. Wer wirklich kapieren will was abgeht sollte dringend auch die ebenfalls deutschsprachige FAQ zu Cortana vollständig durchlesen.

Was Microsoft in diesen Texten nicht an die große Glocke hängt: Cortana erfordert die Anmeldung mit einem Microsoft Konto. Wird das abgelehnt, dann beendet sich Cortana einfach ohne weiteren Kommentar. Die Verbindung mit Microsoft Konto ist nötig, damit Cortana Informationen geräteübergreifend austauschen kann. Die Sache wird knallhart gesagt also über die Microsoft-Cloud abgewickelt, also Rechnern, die in den USA stehen. Wie vertrauenswürdig Daten dort sind wissen wir inzwischen.

Also: wer Cortana nutzen will, bitte die Datenschutzbestimmungen und die FAQ komplett durchlesen und gründlich nachdenken. Dann kann entschieden werden, ob der erhoffte Komfort den Cortana bringt die restlose Aufgabe der Privatsphäre wert ist.

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