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News: Erstmals durchgesickert

Android bescherte Google bislang 22 Milliarden Dollar Gewinn

Michael Nickles / 11 Antworten / Flachansicht Nickles

Googles Android-Betriebssystem kam Ende 2008, ist also schon bald 8 Jahre alt. Von Anfang an entschied sich Google sein Betriebssystem an Gerätehersteller kostenlos zu liefern, auf Lizenzgebühren zu verzichten. Das löste rasch einen Boom an Android-Geräten aus, längst ist das Google-Betriebssystem auf mobilen Geräten mit weitem Abstand Markführer.

Natürlich war klar, dass Google bei Android hintenrum verdient: durch Werbungsvermarktung und natürlich durch den App-Store "Google Play", dem Mitkassieren bei jedem App-Verkauf. Unbekannt war bislang, wie erträglich das Android-Geschäft für den Datenkraken ist. Jetzt sind die bislang eisern verschwiegenen Zahlen auf dem Tisch.

Seit 2008 hat Google mit Android 31 Milliarden Dollar Umsatz gemacht und 22 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet, meldet Blomberg. Durchgesickert sind die Zahlen im Rahmen des Patentrechtsstreits zwischen Google und Oracle, der seit mehreren Jahren läuft.

Michael Nickles meint:

Verdient! Man kann über Google schimpfen soviel man will, es gibt gewiss genug an Android zu kritisieren. Interessanter ist aber mal nachzudenken was wäre, wenn es Android nicht gegeben hätte. Man werfe einen Blick auf die irre Palette an Android-Geräten und vor allem auf die Preisspanne.

Ein spottbilliges Android-Smartphone oder -Tablet geht bereits um 50 Euro rüber und für diesen Witzbetrag wird vergleichsweise enorme Funktionalität geboten. Hätte Microsoft sich jemals entschlossen auch günstige Windows-Mobilgeräte um 100 Euro entstehen zu lassen, wenn die Marktgewalt von Android nicht so gigantisch wäre? Seit Mitte 2014 verlangt Microsoft von Herstellen bei "kleinen mobilen Geräten" für Windows keine Lizenzgebühr.

Die Perversion dabei: dadurch ist für einen Gerätehersteller Windows sogar billiger als das nur theoretisch kostenlose Android. Denn: Praktisch verdient Microsoft an jedem verkauften Android-Gerät mit, weil Microsoft "Schutzgeld" verlangt. Android basiert auf Linux und Microsoft hat nach eigenen Angaben angeblich bedeutsame Patente, die bei Linux verletzt wird.

Android-Hersteller müssen also Lizenzgebühren an Microsoft zahlen um sich vor folgeschweren Patentklagen zu schützen. Bereits 2011 sickerte durch, dass Microsoft für jedes Android-Smartphone 5 Dollar kassierte. Teils werden gar 7,50 bis 12,50 Dollar spekuliert. Da dürfte sich inzwischen für Microsoft auch ein ganz schöner Batzen zusammengekleckert haben - ohne nennenswerten Aufwand.

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Olaf19 mawe2 „Wie kommst Du darauf, dass das ohne nennenswerten Aufwand geschehen ist? Wenn Microsoft tatsächlich diese ...“
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Wie kommst Du darauf, dass das ohne "nennenswerten Aufwand" geschehen ist?

Patentrechte != Aufwand

Wenn Microsoft tatsächlich diese Entwicklungsarbeit geleistet hat, für die jetzt Lizenzkosten kassiert werden, ...

Wenn meine Großmutter Räder hätte...

Wir wissen doch alle, wie die Geschäftsmodelle unserer Patenttrolle funktionieren: Man guckt, was andere in der Vergangenheit versäumt haben, sich patentieren zu lassen, und dann patentiert man sich das eben selbst.

Vielleicht kann Mike schon morgen sein Forum dichtmachen, weil irgendein asozialer Arsch auf den Button "Antwort absenden" ein Patent angemeldet hat. Oder besser noch: auf die geniale Idee, für ein Forum keinen BB-Code zu nutzen, sondern etwas eigenes zu entwickeln.

Schön, dass wir wenigstens noch Atemluft holen dürfen, ohne einen Obulus an den kreativen Geist entrichten zu dürfen, der für uns entdeckt hat, dass das Atmen den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt. Oder dass wir schlafen dürfen, ohne eine Lizenzgebühr an den zu zahlen, der herausgefunden hat, dass durch nächtlichen Schlaf der Organismus ausgeruht wird.

Sollte Microsoft keinen Anspruch auf dieser Gelder haben, würden Firmen wie Samsung etc, keinen Cent an Microsoft zahlen!

Natürlich haben Patenttrolle einen Rechtsanspruch auf ihre Tantiemen. Das ist aber auch schon alles.

CU
Olaf

"Das sind Leute, die von Tuten und Ahnung keine Blasen haben" (ein Reporter auf die Frage nach der politischen Bildung des typischen Anhangs von Donald Trump)
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