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Optimale mobile Ausrüstung: ein Gerät für alles oder Mischmasch?

Michael Nickles / 11 Antworten / Flachansicht Nickles
Ebook-Reader, Tablet oder Smartphone - ein Gerät für alles nehmen oder mehrere rumschleppen? Die Größenverhältnisse der Geräte sind hier in der Fotomontage nur angenähert. (Foto: Amazon / Trekstor / THL)

Mein aktuelles 59,90 Euro Smartphone Alcatel One Touch Star 6010D ist jetzt ziemlich exakt 1 Jahr alt und erfüllt seinen Zweck generell noch erstklassig, war ein genialer Deal. Verrückterweise ist das Ding im Handel immer noch erhältlich, aber kaum unter 100 Euro zu kriegen. Dass der Wert eines Smartphones innerhalb eines Jahres vom Tiefstpreis um 60 Euro um 40 Euro teurer wird, das erlebt man selten, eigentlich nie.

Ich werde in diesem Jahr noch mehrmals im Ausland unterwegs sein und verbringe inzwischen wieder viel Zeit mit Bücher lesen (was ich fast 10 Jahre unterlassen habe). Seit meinem ersten Smartphone von 2013, dem "Lidl-Preisbrecher" Huawei Ascend Y200 nutze  ich begeistert die kostenlose Ebook-Reader App FBReader (siehe Android - genialer Ebook-Reader zum Nulltarif. Das Ding kann alle Formate und handhabt sich sagenhaft gut.

Da das Alcatel One Touch Smartphone ein extrem helles (im Dunklen leider fast zu helles) Display hat, eignet es sich auch beim Lesen im Freien, selbst bei starkem Sonnenlicht recht gut - so man es nicht direkt in die Sonne hält. Dabei muss der Tagmodus (Schwarz-auf-Weiß) aktiviert werden und es braucht maximale Helligkeit. Das frisst dann aber leider den Akku recht schnell leer, mehr als 2 bis 3 Stunden Lesen geht kaum (drum hab ich immer eine Powerbank dabei, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin).

Bereits eine Weile überlege ich die Anschaffung eines "Ebook-Readers", aber werde nicht fündig, weil meine Ansprüche vielleicht zu hoch oder die Ausstattung der gängigen Ebook-Reader einfach zu lächerlich ist. Generell will ich beim Lesen das hier haben.

- Beleuchtbares Display um auch im Dunkeln zu lesen
- sehr schnelle Reaktionszeit beim Blättern
- sehr bequeme Bedienung
- Unterstützung freier Ebook-Formate, keine Bindung an einen Händler

Die einzige vielleicht passable Lösung die ich bislang fand ist ein älteres Kindle Modell, bei dem noch ein Freischalten (Jailbreak) möglich ist. Auf so einem "geknackten" Kindle lässt sich (da Linux drin) auch der FBReader installieren. Bei neueren Kindles geht das Freischalten aktuell leider nicht mehr.

Alternativ gibt es kostenlose Lösungen um beliebige Ebook-Formate ins Kindle-Format zu konvertieren. Die Idee einen Kindle anzuschaffen habe ich aber dennoch verworfen. Aus zwei Gründen:

Synchronisation: Ich will nicht immer dran denken müssen, ob ich den Ebook-Reader mitnehme oder nicht. Ich will spontan mit meinem Smartphone weiterlesen können. Hat man den FBReader auf verschiedenen Geräten, dann ist eine automatische Syncronisation möglich. Egal auf welchem Gerät gelesen wird, beim Wechsel des Geräts geht das Buch an der gleichen Stelle weiter (siehe dazu auch Tipp Android - Ebooks kostenlos lesen, synchronisieren und organisieren).

Mobilität: Ein eigenständiger Ebook-Reader passt ums Verrecken nicht in eine Hosentasche (die eher lausigen Mini-Ebook-Reader lasse ich hier mal weg). Und selbst wenn er reinpassen würde: ich will nicht mehrere Geräte mit mir rumschleppen müssen. Das Smartphone braucht schließlich Platz.

Exakt an der Mobilität scheitert auch die Idee, ein Tablet zu nehmen. Wenn, dann müsste es schon ein sehr kompaktes Tablet sein, mit dem man auch telefonieren kann, das ein Smartphone komplett ersetzt.

Und da stellt sich dann die Frage, ob man nicht lieber gleich ein geeignetes "größeres" Smartphone nimmt. Aber möglichst ein bezahlbares! Eigentlich liegt meine Schmerzgrenze bei Smartphones bei um die 100 Euro, besser weniger. Wie gesagt zeigt seit einem Jahr die tägliche Nutzung meines billigen Alcatel Onetouch, dass so ein Ding praktisch für fast alles super ausreicht. Nur halt nicht für Spezialfälle. Und ein Smartphone auch als permanenten mobilen Ebook-Reader zu nutzen ist so ein Spezialfall.

THL 5000: diese China-Smartphone hat so ziemlich den fettesten machbaren Akku drinnen: 5.000 mAh. Das soll laut Hersteller unter anderem für bis zu fast 12 Stunden Video gucken reichen. (Foto: THL)

Ein Smartphone mit 5.000 mAh Wahnsinnsakku

Unter anderem bin ich über das hier gestolpert: ein THL 5000. Das ist ein um die 200 bis 220 Euro "China-Smartphone" das sich durch einen Punkt von allen mir bekannten Geräten abhebt: es hat einen Wahnsinnsakku mit 5.000 mAh drinnen.

Aktuelle Marken-Flagschiff-Smartphones bringen es auf rund 2.500 bis 3.100 mAh - und kosten das Zigfache eines THL 5000. Den mangelhaften Nachhaltigkeitsfaktor des nicht austauschbaren Akkus gibt es leider (obgleich er eventuell mit etwas Geschick austauschbar ist - falls man einen Ersatzakku kriegt).

Die textlichen Testberichte und auch Youtube-Berichte zum THL 5000 fallen überaus lobend aus. Das Ding scheint ein echter Preis-/Leistungskracher zu sein, der einzige Kritikpunkt ist fehlendes LTE. Das bereits erhältliche Nachfolgemodell des THL 5000 (THL 2015) hat LTE, kostet mit 250 Euro nur wenig mehr, aber hat dafür nur einen 2.700 mAh Akku.

Einen sehr positiven Bericht zum THL 5000 fand ich unter anderem auf Chinahandys.net. Gelobt wurde unter anderem auch, dass die Display-Qualität einfach "ein Hammer" ist. Die Kommentare zum Bericht sind diesbezüglich dann aber irritierend, bestätigen den sehr positiven Bericht nicht durchgängig.

Einige empfinden das Display eher als relativ kontrastarm, im Vergleich zu Marken-Flagschiff-Modellen verheerend schlecht. Andere wiederum kontern, dass Display sei tatsächlich exzellent. Es könnte also sein, dass bei den THL 5000 eventuell unterschiedliche Displays verbaut werden.

Unter anderem fand sich bei den Kommentaren dieser Leserhinweis:

"Es wurden 2 verschiedene Displaytypen verbaut. Doch bei den Geräten mit den neueren Displays steht in der Firmware noch der auf das „alte“ Display optimierter Gammawert. Mit dem neuesten Update 1.1.1 wurde das gefixed und es wird Gamma 2.0 erreicht."

Es kann also durchaus sein, dass das eventuelle "Display-Problem" des THL inzwischen gelöst ist.

Gemeckert wird auch über "katastrophale GPS-Eigenschaften".

Kurzum: je mehr man nach dem Ding rumgoogelt, desto zeitraubender wird es die "Wahrheit" zu finden oder sich überhaut ein ausreichendes Bild selbst machen zu können.

THL 5000 mal schnell ausprobiert

Praktischerweise hat es sich ergeben, dass ich mit einem Freund über das THL 5000 geredet hab und der hat es kürzlich gekauft, im Ausland bestellt - für rund 160 Euro zuzüglich Einfuhrsteuer. Er brachte das Ding mit und ich habe es kurz ausprobiert. Gesamteindruck: es scheint zu halten, was die positiven Berichte versprechen.

Das Full HD Display war auch bei Sonnenlicht sehr ordentlich. Überrascht hat mich, dass das Teil mit seiner 8-Kern-CPU bei Benchmarks selbsterklärend bombastisch punktet, als dramatisch flotter bei der Bedienung wie mein 2-Kerner "Billig-Alcatel" empfand ich es aber nicht. Bei Dauereinsatz mag sich dieses Empfinden ändern.

Am längeren  Ausprobieren des THL 5000 habe ich dann aber doch recht schnell die Lust verloren. Ein 5 Zoll Gerät hat natürlich ein größeres Display als ein 4 Zoll Gerät, dafür liegt es aber viel unangenehmer in der Hand. Eine einhändige Bedienung ist praktisch sinnlos, weil der Daumen nicht lang genug ist um den oberen Display-Rand zu erreichen.

Auch empfand ich beim 5 Zoll Display gegenüber 4 Zoll rein seitens der Größe keinen bedeutsamen Vorteil: die Icons und Bedienelemente sind bei Android dann halt größer, aber es ist nicht mehr drauf auf dem Display. Nur in Ausnahmefällen profitiert man vom größeren Display wirklich, zahlt dafür aber den Preis der "Unhandlichkeit". Und auch Ebooks lese ich offen gesagt ganz gerne mit einer Hand.

Natürlich ist die Darstellung von Webseiten auf einem größeren Display angenehmer - im Vergleich von 4 Zoll zu 5 Zoll aber aus meiner Sicht dennoch nicht so viel angenehmer, dass es sich wirklich lohnt. Die bessere Handlichkeit meines 4 Zoll Geräts ist mir da wichtiger.

Vielleicht wäre ein Ding dazwischen - also so mit um die 4,5 Zoll Display - eine bessere Wahl. Vielleicht sollte ich mich auch nicht so sehr an dem Wahnsinnsakku mit 5.000 mAh verbeißen. Ein Akku mit 3.000 mAh wäre auch schon doppelt so viel, wie ich aktuell habe. Und wenn der unterwegs für so 4 Stunden lesen reicht, dann ist mir das genug.

Beim Recherchieren zum THL 5000 findet man natürlich auch viele Kommentare, bei denen interessante Alternativen vorgeschlagen werden. Hilfreich für Entscheidungen kann auch eine Auflistung von Androidpit.de sein, die zeigt, welche Smartphones die "fettesten" Akkus haben. Leider gibt es gemäß dieser Liste kaum Geräte mit fettem Akku um etwa 3.500 mAh, die kleiner als 5 Zoll sind.

Was ein mobiles Gerät können muss - die Nickles-Wunschliste

Das Finden meines neuen mobilen Dingsbumms wird also doch eine recht aufwändige Sache werden. Als Eckdaten habe ich mir mal das hier gesetzt:

- Display-Größe 4,5 bis 4,7 Zoll
- Sehr gute Display-Qualität, hell, kontrastreich, Auflösung egal, also kein "Full HD" nötig
- Akku: so fett wie möglich, um die 3.000 mAh oder mehr, möglichst austauschbar
- Preis: um die 200 Euro, besser weniger
- Android-Version ab 4.n, muss keine topaktuelle sein
- Dual-SIM (weil ich das nie mehr missen möchte)
- SD-Speicherkarten-Steckplatz
- 4G/LTE wäre toll, da geringerer Stromverbrauch, notfalls reicht aber 3G
- USB, OTG-tauglich (siehe hierzu Android - USB-Anschluss prüfen und ausreizen)
- Gerät muss root-fähig sein, also entsprechende Anleitungen/Tools verfügbar
- um die 200 Euro, je günstiger, desto besser

Hinzu kommt noch eine Kleinigkeit, die einige gewiss für völlig durchgeknallt halten: ich möchte (wie bei meinem aktuellen Alcatel) wider eine Klapphülle haben, die von oben nach unten aufklappt (habe aktuell diese hier). Diese Hülle schützt das Smartphone perfekt und dank Leder liegt das Teil damit bombenfest in der Hand.

Enorm praktisch ist die Hülle auch, weil man das Smartphone wo schräg dranlehnen kann und es dabei nicht wegrutscht. Auch beim Lesen im liegen erweist sich das Klappetui als sehr praktisch zum Fixieren. Auch verdammt praktisch: das Extrafach wo ein paar Geldscheine und ein bis zwei Kreditkarten reinpassen - das erspart mit oft zusätzlich einen Geldbeutel einstecken zu müssen.

Meine Wunschliste ist also einerseits bescheiden, andererseits auch teils anspruchsvoll. Und wie immer schließe ich auch Denkfehler nicht aus. Wer vielleicht grad selbst ein neues mobiles Dingsbumms sucht oder Ideen hat: Diskussion herzlich willkommen.

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alex179 giana0212 „Also ich nutze mein Handy ja wenig. Das kann ich in einer Stunde ...“
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5000-10000 mAh wären schon eine feine Sache. Meistens machen aber die Hersteller den Vorteil grösserer Akkus durch immer stärke CPUs und GPUs teilweise zunichte.

Wenn ich beim One+ One mit dem 3100 mAh-Akku die ständige Synchronisation deaktiviere, komme ich auf mindestens 1 Woche stand-by. Mit E-Mail und WhatsApp sind es so 2-3 Tage.

Wenn die Android-Roms noch flexiblere Einstellungen hätten, könnte man auch mit der aktuellen Technik längere Laufzeiten herausholen. Leider erfindet Google mit jeder Android-Version das Rad neu, und baut die Systemeinstellungen um.  

   

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