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Speicherfresser Messenger - Dilettanten am Werk

Michael Nickles / 28 Antworten / Flachansicht Nickles

Selbst ein billiger neuer Komplett-PC ist heute eigentlich mit mindestens 8 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet, wer doppelt so viel haben will, legt vielleicht einen Hunderter drauf und auch 32 GByte RAM sind heute nur noch eine Taschengeldnummer.

In Hinblick auf die Speicherpreise wundert es schon, dass Microsoft mit Windows 8 (und den Nachfolgern) ein erfreulich entschlacktes System liefert, das auch auf auf alten Kisten flott läuft, durchaus flotter als ein älteres Windows.

Und alte Kisten gibt es gewiss noch jede Menge! PCs aus DDR2-Zeiten haben meist nur 4 GByte RAM drinnen, ein Aufrüsten ist entweder nicht mehr möglich (Steckplätze voll) oder lohnt sich nicht mehr, weil DDR2-Riegel längst zu teuer geworden sind.

Betroffen sind auch Laptop-Nutzer. Viele Laptops die immer noch gut in Schuss sind, haben nur 4 oder 8 GByte Speicher, vielleicht gar nur 2 GByte. Auf meinem inzwischen "uralten" aber schlichtweg "unzerstörbarem"T61 Thinkpad rennt Windows 8.1 mit 4 GByte wunderbar, ich vermisse nichts.

Wichtig zu wissen: wenn ein einst flotter Rechner mit "nur 4 GByte" plötzlich auffällig lahm wird, dann liegt das nicht unbedingt an zu wenig Speicher oder an einem Hardware-Defekt. Es kann durchaus sein, dass die Kiste ein Opfer dilettantischer Programmierer geworden ist.

Beispielsweise welchen von Microsoft. Konkret rede ich von den Freaks, die sich um Skype kümmern. So ein Messenger wie Skype muss selbsterklärend permanent im System aktiv sein, damit er Sinn macht. Entsprechend richten sich die meisten Messenger bei der Installation auch gleich so ein, dass sie bei Systemstart geladen werden - oder schlagen das vor.

Und was macht so ein Skype dann, wenn es nach dem Systemstart ungenutzt in Bereitschaft ist? Ein Blick in den Windows-Taskmanager klärt auf:

 

Windows XP 32-Bit, Taskmanager, Sortierung nach Speicherauslastung.

Microsofts Skype-Messenger frisst alleine für seine Bereitschaft also sage und schreibe 127 MByte vom Speicher weg! Gesteigert wird der Dilettantismus noch von den Entwicklern von Viber - ebenfalls ein Messenger. Viber verbrät alleine für die Anwesenheit im System 232 MByte.

Okay, die Messenger können durchaus einiges: Audio-/Videotelefonie, Text-Chat, Dateien und Bilder verschicken. Aber so viel auch wieder nicht

Im Taskmanager (siehe Bild) läuft unter anderem noch mein Word 2003 (winword.exe), das trotz sehr umfangreichem Dokument mit zig eingebundenen Bildern vergleichsweise nur lächerliche 31 MByte beansprucht. Und auch mein "Malprogramm" Photoimpact X3 (iedit_.exe) mit irrem Funktionsumfang und zig geladenen Bildern braucht nur rund schlappe 32 MByte.

Dass ein Messenger, der im System nur in Bereitschaft ist, zwischen 127 und 232 MByte krallt, ist ein schlechter Scherz. Gut - die Zahlen hier und der Taskmanager-Screenshot stammen von meiner alten Kiste, auf der noch Windows XP drauf ist. Ich habe die Situation auch mal unter Windows 8.1 verifiziert:

Windows 8.1 64-Bit, Taskmanager, Sortierung nach Speicherauslastung.

Bei Windows 8.1 frisst die Bereitschaft von Skype nur 77 MByte - also rund 50 MByte weniger als unter Windows XP. Viber begnügt sich bei Windows 8.1 mit 117 MByte, also 115 MByte weniger als bei Windows XP.

Auch unter Windows 8.1 ist mir die Speichervergeudung der Messenger allerdings zu immens. So lange die Entwickler der Messenger unfähig sind sparsamer mit dem Speicher umzugehen, bleibt Besitzern älterer Rechner mit eher "wenig" RAM nur ein guter Rat: auf die Messenger zu verzichten oder sie ausdrücklich nur dann zu starten, wenn sie gebraucht werden. Das macht  den Nutzen der permanenten Erreichbarkeit halt leider zunichte.

Noch ein Tipp: Die irre Speicherverschwendung durch Bereitschaft von Messengern ist nicht nur bei PCs ein Problem. Gerade bei Smartphones mit eher knappem RAM sollte mal ein Blick auf den Speicherbedarf von Kollegen wie Skype, Whatsapp und Co geachtet werden. Es ist ausdrücklich ratsam möglichst wenige Messenger laufen zu haben!

Soviel also zu meinen Erfahrungen. Wie sieht es bei Euch so aus? Welche Messenger auf welchen Systemen fressen bei Euch wie viel RAM weg?

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dalai torsten40

„Es geht nichts über einen gut konfigurierten Miranda. Leider ...“

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Leider läuft der nicht unter Linux.

Als ich vor einigen Jahren mal wieder ein Linux ausprobiert hatte - so richtig produktiv und so - war es ein leichtes, Miranda unter Wine zu benutzen und das lief ziemlich gut, muss ich sagen. Ich weiß aber nicht, ob dem immer noch so ist, weil ich damals vermutlich Version 0.7 (oder noch älter) benutzt habe.

Wer also partout keinen nativen Client für/unter Linux findet, der kann Miranda trotzdem dort benutzen.

MfG Dalai

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