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Ein neuer Handy-Vertrag muss her

Michael Nickles / 36 Antworten / Flachansicht Nickles

O2 hat mich mit einer außergewöhnlich hohen Handy-Rechnung schockiert: im April gingen brutale 16,45 Euro drauf. Bei dem Betrag werden viele gewiss lachen - für mich ist es aber außergewöhnlich viel.

Normalerweise brauche ich monatlich weniger als eine Handvoll Euro fürs Handy, es waren sogar schon 0-Euro-Rechnungen dabei.

Ich telefoniere halt sehr wenig und nutze mobiles Internet nur per Prepaid-Karte wenn ich es sehr selten mal wirklich brauche. Ich hab hier Zuhause genug Internet und muss nicht auch unterwegs permanent online sein.

Weiter war meine Rechnung immer sehr niedrig, weil ich Tarifoptionen hatte, die es in dieser Kombination heute glaub gar nicht mehr gibt: Keine Grundgebühr und Abrechnung im Sekundentakt. Den sehr alten (glaub aus dem Jahr 2000) Tarif hat O2 jetzt abgeschafft und ich wurde auf ein Ding namens "O2 Select (10/10)" umgestellt.

Das kostet mich jetzt monatlich eine Grundgebühr in Höhe von rund 10,46 Euro für praktisch "nichts" außer der Bereitstellung. Also: Zeit für einen neuen Tarif. Direkt bei O2 habe ich nichts Brauchbares für mich gefunden beziehungsweise mich total geärgert.

Unverändert ist es eine Quälerei, Tarife und deren Optionen zu studieren, um nicht reinzufallen. Seit meinem Report Internet mobil - schnell drin, schnell pleite ist der Tarif-Options-Wahnsinn gewaltig weitergewuchert. Die Anbieter haben sich zig neue Maschen einfallen lassen, ihre Angebote noch unvergleichbarer, missverständlicher, unkapierbarer zu machen.

O2 Tarif des Monats.

Auf der O2 Webpräsenz wird als "Tarif des Monats" gerade O2 Blue Select empfohlen. Das ist eine "4-fach-Flat + 100 Freiminuten". Konkret handelt es sich laut Beschreibung um "24 Monate lang 100 Frei-Minuten on top". Was sie mit "on top" meinen, verstehe ich nicht.

Zusätzlich zu einer "SMS-Flat in alle dt. Netze" und einer ins "dt. O2 Mobilfunknetz, gibt es noch eine "Gratis Wunsch-Flat" dazu. Damit ist gemeint, dass man sich für ein Netz entscheiden kann (Festnetz, Telekom, Vodafone, E-Plus), in das man kostenlos telefonieren kann. Diese Option halte ich für schwachsinnig. Woher soll ich wissen, in welchem Netz sich eine Nummer befindet, die ich anrufe?

Unverändert eine Totalverarsche ist die "Surf Flat". Damit meint O2 lächerlichere 300 MByte mit Fullspeed, bevor gedrosselt wird. Einst war es üblich auf unbrauchbare 64 KBit/s runterzuschrauben. Inzwischen geht O2 runter auf noch witzlosere 32 KBit/s. Ich hätte nicht gedacht, dass sich "nichts" noch verringern lässt.

Wenn die 100 Freiminuten vergurkt sind, wird es elend: dann fallen pro Minute 29 Cent an. Dieses  blödsinnige Paket kostet 17,99 Euro. Ich kapiere ums Verrecken nicht, wer sich auf so ein Angebot einlässt. Der "Tarif des Monats" hat mir auf jeden Fall die Lust versaut, auch noch einen Blick auf die anderen O2-Tarife zu werfen.

Für mobiles Internet habe ich bislang zeitweise ein günstiges Monatspaket bei Lidl gebucht. Die Lidl-SIM-Karte war 2012 bei meinem Lidl-Smartphone dabei. Im August 2012 hatte ich schon mal von einem neuen Lidl-Tarif berichtet, der recht attraktiv war. Inzwischen scheint es diesen Tarif namens "Lidl Mobile Smart" nicht mehr zu geben, er wurde anscheinend in "Smart S" umgebastelt.

Was mir bei Lidl schon mal gefällt, ist die durchschaubare Übersicht der Tarife.

Lidl-Tarifvergleich.

Es gibt nur drei Tarife und alle haben keine Mindestlaufzeit. Die Anschaffung der SIM-Karte kostet 9,99 Euro und man kriegt dafür 10 Euro Startbonus, verdient beim Kauf also sogar 1 Cent. Die Rufnummer kann man in allen Fällen mitnehmen, kriegt dann einen 25 Euro Mitnahmebonus.

Am simpelsten ist der Classic Tarif: keine monatliche Grundgebühr, 9 Cent pro SMS oder Minute telefonieren, fertig. Das wäre für einen Wenig-Nutzer wie mich eigentlich ideal.

Verlockend ist allerdings auch der Tarif "Smart S". Der kostet 7,99 Euro pro Monat und da sind 300 Einheiten dabei, für SMS oder Minuten telefonieren. 300 Minuten telefonieren hat  einen Wert von 300 x 9 Cent = 2700 Cent. Man kann pro Monat also 5 Stunden telefonieren, was sonst 27 Euro kosten würde. Da ich im Sommer viel draußen unterwegs bin, reizt mich das schon.

Weiter ist bei Smart S für 7,99 Euro auch noch Internet dabei. Lidl lügt hier nicht mit dem Begriff "Flatrate" rum, sondern nennt es richtigerweise "Highspeed-Internet-Datenvolumen". Hier werden monatlich 300 MByte geboten, danach wird auf 64 KBit/s gedrosselt. Konkret wird Lidl-Mobile von Fonic abgewickelt und Fonic ist eigentlich nur ein O2-Reseller.

Gehe ich von O2 zu Lidl Mobile, bin ich "um die Ecke" also prinzpiell weiter Kunde bei O2 - aber komme halt viel günstiger weg. Theoretisch. Praktisch gibt es auch bei Lidl im Kleingedruckten erwartungsgemäß Dinge, die bedacht beziehungsweise überhaupt kapiert sein wollen.

Hinweistext zum Lidl-Tarif "Smart S".

Im Kleingedruckten zum Smart S Tarif steht, dass die Freieinheiten für alle deutschen Netze gelten - ich gehe also mal davon aus, dass damit alle Mobilenetze und auch Festnetze gemeint sind.

Erfreulicherweise habe ich im Kleingedruckten von Lidl nichts auffällig "Faules" entdeckt. Zwischen den Zeilen liest sich aber, dass das mit der Rufnummernmitnahme wohl heikel werden kann. Da steht:

"Einmaliger Extrabonus von 25 € wird bei erfolgreicher Rufnummernmitnahme gutgeschrieben. Rufnummernmitnahme möglich bis zu 30 Tage nach Ende des Vertrages, soweit Registrierung und Antrag auf Rufnummernmitnahme bei FONIC erfolgt ist. Dafür können Kosten beim bisherigen Mobilfunkanbieter entstehen. Eine Auszahlung des Startbonus und Extrabonus für Rufnummernmitnahme ist nicht möglich."

Wenn es explizit eine "erfolgreiche Rufnummernmitnahme" gibt, dann ist davon auszugehen, dass auch so was wie eine "nicht erfolgreiche" denkbar ist. Weiter ist zu erlesen, dass für eine Rufnummernmitnahme Kosten beim bisherigen Mobilfunkanbieter entstehen können.

Wenn "Google" nicht lügt, dann scheinen das bei O2 aktuell 29,95 Euro zu sein. So 25 bis 30 Euro scheint die übliche Ecke bei Rufnummernmitnahme zu sein. Wenn eine Rufnummernmitnahme überhaupt gelingt wohlgemerkt!

Mobilfunkanbieter können das auch einfach ablehnen. Einen lesenswerten Beitrag zu dieser Problematik habe ich bei Teltarif.de gefunden: Mobilfunk fatal: Warum eine Portierung abgelehnt werden kann. Generell ist das Recht zur Rufnummernmitnahme zwar gesetzlich gedeckelt, aber das gilt nur, wenn der Anbieter gewechselt wird.

Das heißt also Wechseln zwischen Telekom, O2, E-Plus oder Vodafone. In meinem Fall bedeutet ein Wechsel von "direkt bei O2" zu Lidl Mobile (=Fonic = O2) also konkret "indirekt zu O2". Und genau das wird vom Gesetz nicht geregelt. Natürlich habe ich keinen Bock meine Handy-Nummer zu verlieren. Es kann also lustig werden. Entweder demnächst oder später. Was ist, wenn ich irgendwann von "Lidl Mobile Smart S" doch lieber zu einem "Nur-Telefonier-Tarif" ohne Grundgebühr runter will? Was ist, wenn ich von Lidl weg will zu Tchibo (auch O2)? Bei O2 direkt bleiben werde ich auf keinen Fall - das ist mir einfach zu teuer.

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Und warum tust Du das? mawe2