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Geld verbrennen mit LED-Leuchtmitteln - Teil 2

Michael Nickles / 17 Antworten / Flachansicht Nickles

Enorme Resonanz gab es auf den ersten Teil des Blog-Beitrags über mein Problem mit den LED-Leuchtmitteln von Lidl. Es wird Zeit zu erzählen, wie die Geschichte weitergegangen ist. Letzter Stand war, dass meine Lidl-Filiale sich geweigert hatte, die drei kaputten LED-Leuchtmittel zurück zu nehmen.

"Mein" Lidl - hier hatte ich auch schon mal viel Spaß bei der Pfandrückgabe (siehe "Voll abkassiert bei Lidl - und nichts gespendet!").

Ein Lidl-Filialmitarbeiter hatte aber zugesagt, bei der Zentrale nachzufragen, welche weitere Vorgehensweise möglich ist.

Ich sollte noch mal vorbeikommen -  was ich vergangene Woche gemacht hab.

Aus den drei kaputten GU5.3 LED-Leuchtmitteln waren inzwischen fünf geworden, zwei weitere (die ich auf Reserve gekauft hatte) haben zwischenzeitlich nach wenigen Wochen Einsatz, ebenfalls die Grätsche gemacht.

Damit war der Schaden auf rund 30 Euro angewachsen.

Von meinen sechs LED-Leuchtmitteln der Marke "Luvarno" ist jetzt nur noch eine am Leuchten.

Beim erneuten Besuch in der Lidl-Filiale traf ich den besagten Mitarbeiter an und die Sache wurde ratzfatz erledigt.

Er erklärte mir, dass so Dinge eigentlich nur binnen weniger Wochen in der Filiale zurückgenommen werden, die Zentrale sich in meinem Fall aber für Kulanz entschieden hat.

Konkret: Geld zurück und fertig.

Der Herr meinte, dass es diesen speziellen Vorfall bislang noch nicht gab, also noch keine kaputten LED-Leuchtmittel im Gewährleistungszeitraum zurück gebracht wurden. Kurzum: auch der direkte Weg, die Beschwerde direkt in der Lidl-Filiale, führt mit etwas Hartnäckigkeit zum Ziel.

Die 5 kaputten LED-Leuchtmittel wurden von Lidl zurückgenommen, 30 Euro erstattet.

Im ersten Teil dieses Beitrags gab es recht sinnvolle Kommentare. Beispielsweise, dass man sich in so Fällen nicht an die Filiale, sondern direkt an den Lidl-Kundenservice wenden solle, die zuverlässig hilft.

Weiter gab es den Tipp, man solle sich direkt beim Hersteller des betroffenen Produkts wenden und den um Erstattung bitten. Auch dort soll eine gute Chance auf Erledigung bestehen, weil Händler es sich mit Lidl natürlich nicht versauen wollen.

Direkt zum Hersteller klappt aber nur, wenn man den kennt - im Fall der Lidl-LED-Leuchtmittel fand er sich nur auf der Verpackung und nicht auf den LED-Leuchtmitteln. Wer keine Verpackungen aufhebt, hat also Pech gehabt.

Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich meine 30 Euro zurückgekriegt habe. Aber es ging wie gesagt weniger um das Geld, als um die Sache generell, also dem Risiko, mit LED-Leuchtmitteln nicht zu sparen, sondern Geld zu verbrennen. Dazu noch eine Zusammenfassung.

1. 12 Volt LED-Leuchtmittel: Generell sind diese Leuchtmittel als Ersatz für 12 Volt Halogen-Lampen gedacht, sie lassen sich problemlos montieren. Ist der vorhandene Netztrafo aber nicht für LEDs geeignet, können sie frühzeitig verrecken. Der Hersteller Livarno hat auf seinem Beipackzettel in der Verpackung auf dieses Problem hingewiesen. Leider liest vermutlich kaum jemand die Bedienungsanleitung zu einem Leuchtmittel.

Und selbst wenn, hat ein normaler Mensch eigentlich keine Chance zuverlässig zu beurteilen, ob ein Netztrafo für LEDs geeignet ist oder nicht. Er schraubt/steckt das LED-Ding hat rein und wenn es brennt, dann ist es gut. An dieser Stelle gilt übrigens festzuhalten, dass ich verschiedene LED-Leuchtmittelfabrikate an dem Netztrafo betrieben habe, an denen auch die von Lidl verreckt sind.

Die recht teuren Osram-LED-Leuchtmittel funktionieren dort immer noch. Das macht die Frage also noch kniffliger, wann ein Netztrafo nun geeignet ist oder nicht. Ich vermute mal, dass "billige" LED-Leuchtmittel da einfach weniger tolerant sind als "teure". Weitaus unproblematischer scheinen übrigens 240 Volt LED-Leuchtmittel zu sein - da fällt das Problem mit dem Netztrafo flach.

2. Gewährleistung: Auch bei Leuchtmitteln - egal ob Glühbirne, Halogen, Sparlampe oder LED gilt - soweit ich feststellen konnte - die gesetzliche Gewährleistungspflicht von 2 Jahren. Man braucht sich also nicht zu schämen, im Fall eines vorzeitigen Kaputtgehens Ersatz zu fordern. Gerade bei vergleichsweise teureren LED-Leuchtmitteln tritt ein Energiespareffekt schließlich erst nach langfristigem Einsatz auf.

3. Verpackung: Direkt auf Leuchtmitteln steht generell keine Adresse des Herstellers drauf, meist gar nicht mal der Name des Herstellers. Und wer LED-Leuchtmittel bei verschiedenen Geschäften einkauft, verliert sowieso den Überblick. Gerade bei "teuren" LED-Leuchtmitteln lohnt sich ein wenig Buchführung: also aufschreiben, welche "Birne" wann gekauft und in welcher "Lampe" in Betrieb genommen wurde - und natürlich auch die Rechnungen aufheben.

Ich vermute mal dieser Punkt 3 ist es unter anderem, warum das Geschäft mit frühzeitig verreckenden LED-Leuchtmitteln überhaupt funktioniert. Würden kaputte Dinger alle in die Läden zurückwandern, dann könnten sich die Hersteller die Produktion von minderwertiger Ware gewiss nicht mehr erlauben.

Ich habe übrigens einen recht praktischen Online-Stromsparrechner gefunden, der simpel ermittelt, wie viel man mit einem LED-Leuchtmittel spart, wann sich die Sache amortisiert hat. Mit Durchschnittswerten gerechnet, spart ein LED-Leuchtmittel mit 5 Watt Verbrauch im Vergleich zu einem Halogenleuchtmittel mit 20 Watt rund 8,21 Euro im Jahr, bei einer geschätzten Brenndauer von 6 Stunden.

Das Umrüsten zu LED amortisiert sich in diesem Fall also nach rund 0,73 Jahren. Brennt eine 6 Euro "teure" 5 Watt LED allerdings nur rund 1 Stunde im Jahr, dann braucht es schon 4,38 Jahre (also weit mehr als die Gewährleistungszeit), bis sich das Ding lohnt. Wer bei LED-Leuchtmitteln ohne Risiko sparen will, muss also sehr scharf kalkulieren.

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schuerhaken Michael Nickles

„Geld verbrennen mit LED-Leuchtmitteln - Teil 2“

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Mal ganz ehrlich: HUCH, wie aufregend!

Das sind nämlich Peanuts gegenüber teuren Produkten, die ganz 
offenkundig auf profitverträgliches Frühableben konstruiert sind
und "richtig" Geld kosten. 

Das wird von den Herstellern immer wieder bestritten, ist jedoch 
mehrfach schon unter Beweis gestellt worden. 
Es gibt ja auch eine Logik: 
Wir brauchen Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum, 
Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum, 
und nochmals Wirtschaftswachstum. 
Nur mit Wirtschaftswachstum lässt sich die Attraktivität des Shareholder Values 
und lassen sich die Profitinteressen vor allem der Global Players befriedigen. 

Halten wir doch bitte fest: 
Die Interessen der Mächtigen, die sich immer deutlicher in "Global Players"
bündeln, konzentrieren sich auf drei Säulen, nämlich Rüstung (Kriegsgerät), 
unabwendbare Bedarfsdeckung vor allem bei Ernährung und Mobilität sowie
Finanzwirtschaft. Flankierend hinzu kommen noch "Heuschrecken", die sich
am Wohnbedarf vergreifen oder an mittelständischen Unternehmen, um diese 
zu filetieren. 

Die fortlaufende Profitmaximierung bedingt Verschleiß, Unbrauchbarkeit 
und Neuanschaffung. Fortschritt konzentriert sich immer stärker auf 
verspielte Über-Deckung von Bedarf sowie unnötigen Firlefanz, der zudem 
in zusätzliche Abhängigkeiten führt. 

Auffällig ist dabei, wie die Politik sich immer mehr weg vom Gestalter sozialer 
Bezüge und hin zum reinen Vollzugsorgan wirtschaftlicher Interessen bewegt. 
DAS ist es, was mich bewegt. 

Natürlich finde ich es fies, wenn "Spar"-Leuchtmittel zu Geldverschwendern 
werden. Ich hatte da schon meinen fröhlichen "Krieg" mit IKEA, einem der 
größten CHINA-Läden in der Welt. Weil ich mich zu wehren weiß, habe ich 
diesen "Krieg" gewonnen, klar doch. Aber da ging es mir weniger um das 
Geld als mehr um die Tatsache, dass ich mich von IKEA nicht veralbern lasse. 

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