Internetanschluss und Tarife 23.290 Themen, 97.513 Beiträge

News: Volle Kontrolle ohne Passwort

Alarm: Zig Dlink-Router haben eingebaute Hintertür

Michael Nickles / 24 Antworten / Flachansicht Nickles

Diverse Router-Modelle des Herstellers Dlink haben eine geheime Hintertür, die einen Zugriff ohne jegliches Passwort ermöglicht. Das hat der Sicherheitsforscher Craig Heffner in einem Blog-Beitrag  berichtet. Heffner entdeckte die "Sicherhetislücke", als er die Firmware eines DIR-100 revA. Routers von Dlink untersuchte.

Mein D-Link DI-524. (Foto: mn)

Dabei fand er raus, dass die betroffenen Router auf eine Passwort-Abfrage verzichten, wenn sie den Code "xmlset_roodkcableoj28840ybtide" von einem Browser erhalten. Dazu muss der "User Agent" eines Browsers einfach entsprechend geändert werden.

Und dann wird ein "Besucher" einfach zu den Router-Einstellungen reingelassen. Vorraussetzung dafür ist wohl, dass im Router der Remote-Zugriff grundsätzlich aktiviert ist.

Dass es sich bei dieser Hintertür um ein Versehen handelt, ist praktisch auszuschließen. Denn: der in der Router-Firmware verankerte Code "xmlset_roodkcableoj28840ybtide" lautet rückwärts gelesen so: edit by 04882 joel backdoor" ("backdoor" = "Hintertür"). Ein Entwickler der Firmware hat also sehr wahrscheinlich gezielt eine Möglichkeit geschaffen, dass die betroffenen Router offen wie ein Scheunentor sind.

Und dieses offene Scheunentor ist nicht erst seit jetzt bekannt. Eine Google-Suche nach "xmlset_roodkcableoj28840ybtide" liefert beispielsweise einen Beitrag aus einem russischen Forum der von Anfang Januar 2010 stammt. Das offene Scheunentor dürfte in der Szene also bereits seit fast vier Jahren bekannt sein.

Im Online-Pressezentrum von Dlink gibt es bislang keine Mitteilung zur Sache. Allerdings kommuniziert Dlink das Dilemma inzwischen in seinem englischsprachigen Support-Forum im Beitrag Update on Router Security issue. Dort gibt es auch eine Liste, welche Router-Modelle betroffen sind und ob es eine aktualisierte Firmware für sie gibt oder wann eine erscheint, die das Sicherheitsloch flickt.

Hier die Liste der laut Hersteller betroffenen Router-Modelle:

DI-524 Revision A1
DI-524UP Revision A1/A2
DIR-100 Revision A1
DIR-120 Revision A1
DIR-300 Revision Ax
DIR-300 Revision Ax 1.06b02
DIR-300 Revision B1
DIR-300 Revision B1 2.14b01
DIR-600 Revision B1 and B2
DIR-600 Revision B1 and B2 2.15b01
DIR-600 Revision B5
DIR-600 Revision B5 2.16b05
DIR-615 Revision Dx
DIR-615 Revision Dx 4.14b02
DIR-645 Revision Ax
DIR-645 Revision Ax 1.04b05
DIR-815 Revision Ax
DIR-815 Revision Ax 1.04b02
DIR-845L Revision Ax
DIR-845L Revision Ax 1.01b02
DIR-865L Revision A1
DIR-865L Revision A1 1.05b07
DSL-320B Revision D2
DSL-320B Revision D2 1.25
DSL-321B Revision D2
DSL-321B Revision D2 1.02

Michael Nickles meint:

Im Forenbeitrag zur Sache erklärt Dlink eingangs, dass Sicherheit bei seinen Produkten von höchster Bedeutung sei. Das liest sich in diesem Fall wie ein Witz.

Dem Witz folgt dann eine lange Liste mit betroffenen Router-Modellen und zugehörigen Firmware-Updates, mit denen sich die Sicherheitslücke (der Sicherheitswitz) flicken lassen soll. Ein Großteil der Firmware-Updates soll erst Ende Oktober kommen.

Für Deutschland gibt es einen Hauch "Katastrophen"-Entwarnung - beziehungsweise einen derartigen Versuch. Ein Teil der betroffenen (älteren) Geräte werden in Deutschland Berichten zufolge angeblich inzwischen nicht mehr verkauft oder kamen bei uns gar nicht auf den Markt.

Wirklich viel bringt diese Info nicht, denn gewiss haben viele noch so einen "alten" Router in Betrieb. Auch ich bin übrigens betroffen, habe einen DI 524 (seit ca 2010 im Einsatz) und muss jetzt bis 31. Oktober warten, bis ein Firmware-Update kommt. Ich werde allerdings nicht warten, sondern den DI 524 ganz einfach an die Wand schmeißen.

Selbsterklärend werde ich nie mehr ein Produkt von Dlink einsetzen. Fehler passieren jedem Hersteller mal, aber in diesem Fall ist das Fass einfach rettungslos übergelaufen. Dass der Missbrauch der Hintertür wohl nur dann geht, wenn man im Router einen Remote-Zugriff zugelassen hat, entschärft die Sachlage nicht. Niemand kann ahnen, dass er damit das versteckte Scheunentor in dieser Dimension öffnet.

bei Antwort benachrichtigen
torsten40 Borlander

„Davon hatte ich bislang noch nichts gelesen. Ich war ...“

Optionen
Also auch nicht über die Rettungstools von AVM?

Bei meiner Flasherei, habe ich mal vergessen, aus der Routine heraus, das Annex richtig einzustellen. Danach startet die Box nicht mehr, und blinkte nur noch. Kein Ersatzrouter, kein I-Net, und der einzige Router startet nicht, da hab ich aber erst blöd aus der wäsche geguckt. Naja ich hatte mir im Vorfeld, schon alle nötigen Sachen geladen, da ich Murphy dabei immer Gedanken hatte.

Grundvorsaussetzung ist die vergabe einer festen IP 192.168.178.20 .. die wird zwar auch per DNS vergeben, aber wenn die in nur blinkt und nicht startet, wird keine IP vergeben. Vergibt man aber die IP fest, mit Sub und Gateway, wird Box erkannt.

Das von AVM kann ich dir jetzt garnicht sagen, ich meine mich zu Erinnern, dass ging nicht. Aber bei EWE gibt es ein eigens EWE AVM Rettungstool, dass die Box auf den Ur-ur-ursprung zurücksetzt. Das habe ich mal benutzt, und da hatte ich Fritz!OS 5.17? drauf, irgendwie sowas. Aber die Box lief wieder, danach konnte man wieder auf die neuste Branding Firmware flashen (Die aber natürlich etliche Versionen hinter der neusten AVM war)

Spasseshalber, nur ums zu wissen, habe dann nochmal die Firmware ohne Annexeinstellungen geflasht, nur um meine Neugier zu befrieden.

Bei dem rukerneltool konnte man die aktuelle Firmware, wie immer auswählen, Einstellungen machem, und flashen, und lief.

Bei der EWE Firmware, zu der kann ich auch garnicht mehr zurück. Ich kann zwar die Zugangsdaten manuell eingeben, aber der Übernehmen Button bei den Zugangsdaten ist deaktiviert, und mit Enter kommt man nicht weit. Nur über den Einrichtungsassistenten lassen sich da Zugangdaten eingeben. Da haben die wohl was vergessen zu deaktivieren.

Für mich persönlich steht fest, ich gehe nie wieder zu einer Brandfirmware. Meine SIP Zugänge habe, und die Server ebenso. Die kann ich auch manuell eingeben, sollte ich jemanls wieder brauchen. Dazu brauche ich keinen "Konfigurations-Vormund"

Wenn mir mal so in T-Com Router zwischen die Finger kommt, von jemanden der es nicht mehr braucht, fritze ich das Teil auch, nur um wissen, wie es geht.

 

Freigeist
bei Antwort benachrichtigen