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Das Ende von Windows beginnt 2013

Michael Nickles / 42 Antworten / Flachansicht Nickles

Vermutlich werden wir hier schon bald ein neues Brett namens „Windows Blue“ einrichten müssen. Denn: die Gerüchteküche um den „Nachfolger“ von Windows 8 brodelt bereits gewaltig. Und diesmal ist alles sehr bizarr.

Es wird gemunkelt, dass das blaue Ding bereits spätestens Mitte 2013 kommen wird. Das würde bedeuten, dass Microsoft einen Betriebssystemnachfolger mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit nachschiebt. Falls es ein Nachfolger ist.

Vermutet wird unter anderem, dass Windows „Blau“ kein neues Windows ist, sondern nur ein „großes“ Update von Windows 8. Aber dennoch wiederum mehr als nur ein „Service Pack“. Es gibt bereits Hinweise, dass Microsoft mit diesem Update auch neue Richtlinien für App-Entwickler einführen wird, Blau-Apps nicht abwärtskompatibel zu Windows 8 sind. Kurzum: wer Windows 8 hat, der wird quasi gezwungen werden, den Schritt zu Blau zu machen, so die neue Modern UI Oberfläche weiter sinnvoll bleiben soll.

Aktuell gibt es eine unüberhörbare Zahl an Windows 8 Verweigerern, die Windows 8 aussitzen, Microsoft eine Ohrfeige erteilen wollen. Motto: Solange Microsoft seine Fehler nicht rückgängig  macht, wird eben an Windows 7 (oder gar Windows Vista oder Windows XP) festgehalten. Mit den Fehlern ist vor allem gemeint, dass Microsoft das neue Modern UI (Metro) mit seinen Apps aufzwingt und beim alten Fenster-Desktop das Startmenü abgeschafft hat.

Die Windows 8 Verweigerer  hoffen drauf, dass Microsoft diese Fehler beim Windows 8 Nachfolger rückgängig machen wird. Oder: zumindest den alten Fenster-Desktop wieder mehr „nach Vorne“ bringt.

Exakt diese Hoffungen werden sich nicht erfüllen. Vielmehr sieht es danach aus, dass Microsoft den alten Desktop mit dem „Blau-Dingsbums“ noch weiter verdrängen wird und auf ein klares Ziel hin arbeitet: dessen restlose Abschaffung. Dabei geht es gar nicht wirklich um diesen Desktop, dessen alte Fenster-Technik.

Es geht darum alte (jetzt unerwünschte) Mechanismen abzuschaffen. Beim „alten Desktop“ kann man ganz frei Software aus beliebigen Quellen installieren, bei Modern UI (den Apps) geht das nicht mehr – Apps gibt es nur noch von Microsoft über den Windows Store.

Die Entscheidung, wann eine neue Windows Version angeschafft (bezahlt) wird, will Microsoft höchstwahrscheinlich auch nicht mehr den Nutzern überlassen. Wie ich bereits im Nickles Windows 8 Report sagte: es wird höchstwahrscheinlich das letzte Windows seiner Art sein. Ab „Windows Blau“ wird Microsoft das Betriebssystem einfach kontinuierlich updaten, erweitern und umbauen. Alle die mit Windows arbeiten, werden dann immer auf dem gleichen Stand sein. Das ist effektiver, als zig alte Windows-Versionen mit oder ohne Service Pack pflegen zu müssen.

Das wird alles natürlich nicht morgen passieren und auch nicht übermorgen. Aber es wird keine zehn Jahre mehr dauern. Der erste Schritt in diese Richtung wird gewiss „Windows Blue“ sein, von dem es jetzt erstmals nicht nur zu hören, sondern auch was zu sehen gibt:


Im Forum von Betaarchive wurde dieser Screenshot veröffentlicht, der von einem chinesischen Entwickler stammen soll. Er zeigt ein „Windows 8“ mit der Version 9220. Das ist eine höhere Version als jene, in der Windows 8 aktuell ausgeliefert wird. (Foto: gefunden bei Betaarchive)

 Ich gehe ausdrücklich davon aus, dass die Spekulationen stimmen (wie auch im großen „Surface-/Windows RT“-Report zu lesen sein wird, der Anfang Januar hier erscheint). Es gibt zu viele Hinweise, dass Microsoft ohne Rücksicht auf Verluste in diese Richtung gehen muss („muss“ wohlgemerkt, nicht „wird“!).

Und ich erweitere die aktuellen Spekulationen auch mal um ein paar Dinge, die noch niemand geschrieben hat. Das kommende Windows wird nicht mehr Windows heißen. Das geht nicht anders, weil der Schwerpunkt der Bedienungsoberfläche nicht mehr bei „Fenstern“ liegt, es bei Modern UI eigentlich nur noch „ein Fenster“ gibt.

Windows müsste also in „Window“ umgetauft werden – das wäre zu lächerlich. Mit dem „Windows nach Windows 8“ wird Microsoft auch den Begriff „Betriebssystem“ verenden lassen, das „große Geschäft“ mit dem Verkauf von Betriebsystemen beenden. Auch wird es keine Versions-Nummer mehr geben – man hat halt das Ding von Microsoft, immer in seiner aktuellen Version.

Das Geschäftsmodell der Zukunft heißt Dienstleistungen (Cloud) und Abonnements (Apps). Software wird man nicht mehr kaufen, sondern für ihre Nutzung kontinuierlich bezahlen.

Und das ganze Paket aus „Betriebssystem“, „Apps“, „Geräten“ und „Cloud“ wird dann eine gemeinsame Produktbezeichnung kriegen. „Surface“ beispielsweise könnte passen.

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