Download-Dienste und Tauschbörsen 2.606 Themen, 14.829 Beiträge

News: Jennifer Baker will 10 Millionen Dollar

US-Bürger sollen für ungeguckte Pornos kräftig blechen

Michael Nickles / 37 Antworten / Flachansicht Nickles

Die goldene Zeit der Pornoindustrie ist längst vorbei, die "Generation Porno" wird durch das Internet üppig "kostenlos" versorgt. Der schrumpfende Umsatz scheint fünf US-Produzenten jetzt zu einer besonders schmutzigen Vorgehensweise bewegt zu haben.

Und zwar Massenabmahnungen von Bittorrent-Nutzern. Derlei Massenabmahnungen bei pornographischen Urheberrechtsverletzungen sind auch in den USA nichts Neues. Darum geht es im vorliegenden Fall aber nicht. Den fünf Pornoproduzenten wird vorgeworfen, aus dem Bittorrent-Netzwerk einfach willkürlich IP-Adressen einzusammeln und deren Inhaber dann wegen angeblicher illegaler Porno-Downloadloads zu verklagen.

Die "Abmahner" schnappen sich also einfach beliebige IP-Adressen, zwingen die Internetanbieter dann gerichtlich zur Herausgabe der Personendaten und machen dann Druck. Der soll unter anderem telefonisch stattfinden, berichtet Xbiz Newswire, ein auf "Erwachsenenunterhaltung" spezialisierter Newsdienst.

Die Betroffenen werden telefonisch eingeschüchtert, dass ihnen einen Klage mit absurder Geldforderung von 100.000 Dollar droht. Und die "Scham" wegen eines Pornovorfalls öffentlich bloßgestellt zu werden, gibt dann vermutlich vielen Betroffenen den Rest. Sie lassen sich dann lieber auf den Deal ein, 1.000 bis 5.000 Dollar zu blechen um die Sache aus der Welt zu schaffen.

Die Perversion dabei: die Forderung wird so ausgetüftelt, dass die Betroffenen damit billiger wegkommen, als die "Anwaltsgebühren" für eine Verteidigung betragen würden.

Die betroffene US-Bürgerin Jennifer Barker schämt sich nicht wegen Pornos, die sie gar nicht runtergeladen hat. Sie schlägt jetzt stellvertretend für geschätzt 200.000 weitere Betroffene zurück, die in den vergangenen fünf Jahren abgemahnt wurden. Den fünf Pornostudios Elegant Angel, Malibu Media, K-Beech, Third Degree Films und Raw Films wird vorgeworfen, die US-Justiz zum illegalen Geldeintreiben zu missbrauchen.

Jennifer Baker hat berichtet, ein "Anwalt" der Pornoleute hätte sie angerufen und ihr angedroht, dass man sie öffentlich bloßstellen würde und eine "Hunderttausende Dollar"-Klage folgt, wenn sie sich nicht auf die geforderte freiwillige "Strafzahlung" einlässt.

Barker hat den betreffenden Pornoproduzent nun auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt.

Michael Nickles meint: So steht es in den US-Berichten geschrieben. Was dran ist, wird sich (vielleicht) rausstellen. Haben wirklich geschätzt 200.000 Leute in den USA in den vergangenen fünf Jahren jeweils 1.000 bis 5.000 Dollar an die Pornoindustrie geblecht um sich außergerichtlich zu einigen?

Und: hat es wirklich 200.000 Unschuldige erwischt, die aus Bittorrent niemals einen Porno gesaugt haben?

bei Antwort benachrichtigen
LohrerMopper Olaf19 „Nicht unbedingt... es geht ja nicht um "schuldig oder nicht...“
Optionen
In diesem Beispiel - Abmahnanwälte und IP-Adresen von Internet-Nutzern - liegen die Dinge glasklar. Der Abmahner hat alle Fakten auf seiner Seite, er hat eine IP-Adresse, einen Zeitraum, ein Logfile vom Provider, das die Zuordnung IP-Adresse => Kundendaten klarmacht.

Genau das ist nicht so !!!

Ich kenne das so:

Eine Detektei in der Schweiz (warum auch immer) wird von einem Rechtsanwalt beauftragt, der wiederum von einer Urheberverwertungsunternehmen beauftragt wurde, mit einer speziellen Software Die Torrent-Netze nach bestimmten Titel zu durchforsten. Wird die Software fündig, filtert diese die IP des momentan uploadenten PC's (egal ob er den ganzen Titel oder nur ein Fragment auf seiner Festplatte hat), und hält dies in einem Protokoll mit Datum und Uhrzeit fest. Und genau das ist der springende Punkt: Jedesmal, wenn man sich bei seinem Provider anwählt, bekommt man eine neue IP-Adresse zugewiesen. Stimmt bei dem Detektiv-PC oder dem Server die Uhrzeit (oder gar das Datum) nicht, kann die gefilterte IP schon ganz jemand anderen gehören!

Das Protokoll wird dann vom Rechtsanwalt mit der Bitte um Fahnung bzw. Strafverfolgung an die Staatsanwaltschaft übergeben. Ob sich bei der Übergabe nochmals Fehler einschleichen sei dahingestellt.

Die Staatsanwaltschaft zwingt den Provider mit dem Protokoll, die IP Nummern herauszurücken, da der Verdacht einer Straftat vorliegt. Nun sieht ein (einigermaßen gewiefter) Staatsanwalt sofort, das alles Bibifaz ist und stellt die Fahnung ein. Da der (bzw. nur) ein Rechtsanwalt Akteneinsicht hat, erfährt er natürlich, wem die IP Adresse  wann zugewiesen war und läßt kiloweise Abmahnungen von seinem Praktikanten (der vom Arbeitsamt bezahlt wird, wenn überhaupt) schreiben. 

bei Antwort benachrichtigen