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News: Abgebrühte und brennende Ärsche

Megaupload-Ende - Gewinner und Verlierer durchleuchtet

Michael Nickles / 23 Antworten / Flachansicht Nickles

Seit der Schließung des "Upload-/Download"-Dienstes Megaupload, brennt dieser Cloud-Branche weitgehend der Arsch. Viele haben ihren Laden dicht gemacht oder "abgemildert", um nicht eventuell das gleiche Schicksal zu erleiden, wie dem in aktuell noch in Hausarrest befindlichen Ex-Megaupload-Betreibers Kim Schmitz: bis zu 20 Jahre Knast (und inzwischen auch wachsende Schadensersatzforderungen wegen Urheberrechtsverletzung).

Das Szeneportal Torrentfreak hat jetzt einen interessanten Beitrag veröffentlicht der darstellt, zu welchen Gewinnern und Verlierern der Fall von Megaupload geführt hat. Diagrame zeigen konkret, wie sich die Nutzerzahlen der Branchengrößen unmittelbar nach Schließung von Megaupload verändert haben.


Seit dem Ende von Megaupload versuchen die One-Click-Hoster sich vor einem ähnlichen Desaster zu retten. Filesonic teilt beispielsweise mit, dass ein "Tauschen" von Dateien nicht mehr möglich ist - jeder kann nur noch seine eigens uploadeten Dateien runterladen.

Seit Filesonic seine "Tauschbörse" im Januar zu "nur privat nutzbaren Schließfächern" gemacht hat, sind die Nutzerzahlen dramatisch eingebrochen: von rund drei Millionen (täglichen!) Benutzern, auf rund 750.000.

Auch bei Fileserve und Filejungle ging es ähnlich in den Keller. Allerdings gibt es auch Aufsteiger. Der One-Click-Hoster Depositfiles.com konnte seine Nutzerzahl nach dem Tod von Megaupload auf rund 2 Millionen Besucher pro Tag verdoppeln, Upload.to verdreifachte nahezu.

Interessant ist (glaubt man an die Richtigkeit von Torrentfreaks Zahlenmaterial) ist auch der Verlauf von "deutschstämmigen" Rapidshare.com. Bis zum Ende von Megaupload ging es dort recht kontinuierlich abwärts. erst seit Januar 2012 macht die Kurve wieder einen sichtbaren Knick nach oben.

Michael Nickles meint: Das Internet ist ein rasantes Geschäft. Die alte Weisheit "Was langsam wächst, lebt beständiger" zählt im digitalen Zeitalter nicht mehr. Läden wie Facebook stürmen über Nacht von 0 auf 100 - und genauso schnell können sie verrecken.

Jetzt tobt das Erdbeben bei den "One-Klick-Hostern". Das Märchen, dass sie alle von legalem Zeugs leben, weil Leute sie brauchen um Datenmassen zu verteilen, denen "Email" nicht gewachsen ist, mag ich nicht mehr hören.

Es ist übrigens eigentlich so, dass per "Email" beliebig große Datenmengen versendet werden können. Limits wurden eigentlich nur von "Gratis-Mail-Diensten" und von "Billig-Anbietern" geschaffen, die sich enormen Datentransport nicht leisten wollen.

Würden Kunden bereit sein, "5 bis 10 Euro" im Monat für Mega-Umfang-Emails zu zahlen, dann würde sich das garantiert mit Links machen lassen. DAS kann es also kaum sein, das Menschen zu "One-Klick-Hostern" treibt.

Sie gehen da hin, weil sie Filme, Musik, Pornos, alles halt, simpel mit einem Klick runterladen können. Und damit das Runterladen schneller und bequemer geht, blechen sie halt für "Premium-Service". Wer glaubt, dass das nicht so ist, der hat einen an der Klatsche.

Und: es ist Fakt, dass die Masse an Menschen die das Internet nutzen astronomisch höher ist, als die jener, die Inhalte ins Internet reinstellen - und schon gar nicht "Raubkopien".

Da müssen Leute schon ordentlich zum Mitmachen (Uploade) motiviert werden. Also: Belohnung in Form von Geld kriegen, wenn sie Dinge uploaden, die beliebt sind und entsprechend häufig runtergeladen werden.

Praktischerweise kümmert sich so ein Mitmacher natürlich auch darum, dass seine Uploads in den gängigen Szeneportalen verlinkt werden. Es wird also Geld mit Raubkopien verdient, Leute bereichern sich durch Sachen, an denen sie keine Rechte haben - das ist kriminell.

Recht lesenswert ist übrigens ein "uralter" Artikel des PC-Magazins aus dem Jahr 2007: Die rote Gefahr.

Und noch ein Tipp: Wer große Datenmengen an "Freunde" verteilen will, die zu fett für Email sind, der braucht dazu keinen One-Click-Hoster, kann sich so eine "Wolke" auch zum Nulltarif selber basteln. Wie das geht ist hier beschrieben: PRAXIS: Tauschbörse selbstgemacht - Gratis-Server in 5 Minuten.

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