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News: Erfolg ausgeblieben

Facebook - erste Online-Shops machen dicht

Michael Nickles / 25 Antworten / Flachansicht Nickles

Die Idee ist eigentlich simpel: wo sich viele Menschen tummeln, da lässt sich bestimmt auch was verkaufen. Entsprechend sind Unternehmen wild drauf, auf Facebook präsent zu sein. In den USA haben jetzt die ersten Online-Shops in Facebook dicht gemacht, berichtet Bloomberg.

Einer davon ist der "US-Spieleladen" Gamestop. Der hatte eigentlich recht gute Vorrausetzungen. Als der Shop auf Facebook im April 2011 eröffnet wurde, hatte Gamestop im sozialen Netzwerk bereits über 3,5 Millionen Fans, es bestand Hoffnung Umsätze zu generieren. Das erwies sich als Fehlannahme.

Auch zwei weitere Unternehmen (J.C. Penney und Nordstorm) versuchten im vergangenen Jahr ihr Glück mit einem Shop auf Facebook, warfen dann aber schnell das Handtuch. Ein Analyst hatte im Interview mit Bloomberg auch eine Erklärung für den ausbleibenden Shopping-Erfolg auf Facebook.

Facebook ist aus seiner Sicht eine Art Bar an der man mit seinen Freunden rumhängt - und das ist einfach keine Einkaufsatmosphäre. Zudem ist es den Kunden wohl bequem genug, in den bereits vorhandenen Online-Shops der Unternehmen einzukaufen - es braucht dazu keinen eigenen Shop in Facebook.

Das einzige Kerngeschäft von Facebook wird also weiterhin Werbung bleiben.

Michael Nickles meint: Mit jeder Spam-Email die ich von Facebook kriege, hasse ich diesen Scheißladen mehr. Permanent gibt es ein neues saublödes Spiel bei dem irgendwelche "Trottel" aus meiner Freundesliste mitmachen und dann werde ich von Facebook mit angeblich "wichtigen Neuigkeiten" vollgebombt. Die neue Spam-Auslösermasche ist irgend so ein dämliches "Geburtstags-/Meinkalender-Dingsbums". Egal.

Die Bloomberg-Meldung über erfolglose Shop-Experimente stinken Facebook gewiss gewaltig. Gerade im Hinblick auf den Börsengang ist so was Gift. Es ist auf jeden Fall zum Totlachen, wie wild Unternehmen auf Facebook sind.

Hier am Lidl um die Ecke ist seit Wochen eine große Werbung am Eingang, dass man doch Lidl auf Facebook besuchen soll. Also ab zu www.facebook.com/lidl. Warum nicht einfach zu www.lidl.de - ist diese URL zu kompliziert?

Was treibt Unternehmen wie Lidl dazu, zu Facebook auszuwandern? Vermutlich ist es die Angst, irgendeinen überlebenswichtigen Trend im Internet zu verpassen. Oder es ist einfach die Unfähigkeit, selbst eine spannende Webseite auf die Beine zu stellen.

Da schwimmt man halt lieber im Facebook-Brei mit und sieht quasi identisch aus, wie alle anderen auf Facebook präsenten Unternehmen. Es ist wie mit dem "Gefällt mir"-Button. Inzwischen kleistert fast jede Webseite sich mit Buttons sozialer Netzwerke voll.

Ja - auch auf Nickles.de probieren wir den Facebook-Button aus. Vermutlich wird der aber bald eliminiert -weil er uns einfach nichts bringt.

Eine der meistgelesenen deutschen Online-Zeitungen ist Bild.de. Auch Bild hat unter jedem Artikel Twitter- und Facebook-Buttons drunter. Selbst bei "Hauptbeiträgen", die auf der Titelseite länger präsent sind, hält sich das "Weiterzwitschern" und "auf Facebook empfehlen" in sehr überschaubaren Grenzen.

Ein heutiges großes Thema - "Zahltag! Griechen die Griechen heute 130 Milliarden Euro?" wurde auf Bild.de um 10 Uhr vormittags veröffentlicht. Jetzt (19 Uhr) haben bislang 3 (DREI) Leute diesen Beitrag getwittert und 23 (DREIUNDZWANZIG) haben ihn auf Facebook empfohlen.

Auch bei Spiegel.de gibt es Twitter- und Facebook-Buttons unter den Beiträgen. Und auch dort ist die Teilnahme eher bescheiden - zumindest bei meinen Stichproben.

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The Wasp Sje2006_no2 „Ich sage mal wieder das was ich immer Sage ... Wer sich bei Facebook anmeldet...“
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"Wer sich bei Facebook anmeldet ist selber Schuld !"
So einfach ist das nicht. Das gilt vielleicht für viele erfahrene Erwachsene, bei Kindern und Jugendlichen ist Facebook kaum wegzudenken. Wer nicht mitmacht, steht abseits, oder wird gar gehänselt. Kinder und Jugendliche können in dieser Hinsicht wahre Teufel sein. Das ist eines der unschönen Prinzipien, die den Zulauf zu sozialen Netzwerken ab einer gewissen Nutzerzahl geradezu lawinenartig ansteigen lassen.
Einen Nerd oder Einsiedler mag das nicht interessieren, Kinder und Jugendliche sind aber geradezu süchtig nach sozialen Kontakten und Gruppenzugehörigkeit.

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