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News: Erpressung oder Partnerschaft?

Samsung wird Microsofts neuer Goldesel

Michael Nickles / 14 Antworten / Flachansicht Nickles

Bereits länger ist bekannt, dass Microsoft die Hersteller von Android-basierten Geräten in die Mangel nimmt. Die müssen entweder Lizenzgebühren blechen, oder mit unkalkulierbarem Zoff wegen Patentverletzungen rechnen. Und dabei langt Microsoft wohl ordentlich hin.

Ende Mai wurde berichtet, dass der Smartphone-Hersteller HTC pro Android-Smartphone 5 Dollar an Microsoft abdrücken muss (Microsoft kassiert kräftig bei Android-Smartphones). Und damit kommt HTC vermutlich sogar noch recht billig weg.

Schon nach Bekanntwerden der HTC-Gebührenhöhe vermutete ein Analyst bei Business Insider, dass Microsoft weitere Hersteller angehen und mit 7,50 bis 12,50 Dollar pro Gerät berappen will.

Microsoft neuester "Android-Goldesel" ist jetzt Samsung. Auch hier muss für Android-Geräte wie Smartphones und Tablets an Microsoft geblecht werden. Verhandelt wurde bereits seit Anfang Juli und jetzt ist die "Partnerschaft" wohl beschlossen (erzwungen) worden. Dabei fiel sogar schon die Zahl 15 - also 15 Dollar pro Gerät an Microsoft.

Michael Nickles meint: Erstaunlich ist aktuell, mit welch unterschiedlichen Überschriften von diesem Vorgang, der abzusehen war, berichtet wird. In vielen Fällen ist von einer "Partnerschaft", einer "Allianz" zwischen Microsoft und die Rede. Bei der wurde halt auch die "Lizenzgebühr" für Android ausgehandelt.

Und: beide haben ja den gemeinsamen "Handy-Erzfeind" Apple. Und Samsung baut sowohl Microsoft Windows Phone 7 als auch Google Android Smartphones, schwimmt also vorsichtshalber in beiden Lagern mit.

Aus Sicht Googles handelt es sich bei der "Einigung" zwischen Microsoft und Samsung Berichten zufolge eher um "Erpressung". Ein weiterer "Android-Goldesel", den Microsoft haben will, ist nach wie vor Motorola.

Allerdings wurde diese Handy-Hersteller kürzlich von Google übernommen (siehe Google kauft Motorolas Mobilsparte für 12,5 Milliarden Dollar) und Google wird sich mit Sicherheit auf keinen Lizenz-Deal mit Microsoft einlassen und die Sache lieber juristisch ausfechten.

Was dabei irgendwann rauskommt ist eigentlich egal. Tatsache ist, dass es inzwischen unendlich viele "Patente" trivialster Klasse gibt und da eigentlich keine Sau mehr durchblicken kann. Im Prinzip kann jeder jeden in Grund und Boden klagen.

Blöderweise können sich allerdings nur gigantische Unternehmen kostspielige Patent-Rechtsstreits leisten. Kleinere Unternehmen haben da keine Chance. Und ob das Wettbewerb und Fortschritt fördert, ist zu bezweifeln.

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