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News: GPL-Zoff

VLC-Player für Iphone und Co bald verboten?

Michael Nickles / 12 Antworten / Flachansicht Nickles

Vor einigen Tagen wurde der beliebte kostenlose Multimedia-Player VLC, der für zig Betriebssystem-Plattformen erhältlich ist, auch für Apple iOS veröffentlicht. Damit können also auch auf Iphone, Ipods und Ipads zahlreiche Multimedia-Formate ohne "Codec-Stress" abgespielt werden. Der VLC-Player kann im Itunes-Store kostenlos runtergeladen werden.

Wer diesen genialen Player haben möchte, der sollte ihn sich möglichst schnell beschaffen. Denn: eventuell ist er bald nicht mehr zu kriegen. Einer der wichtigen VLC-Mitarbeiter - Rémi Denis-Courmont - hat sich jetzt mit einem Schreiben bei Apple beklagt.

Der VLC-Player wird seit geraumer Zeit unter der sogenannten "GNU General Public License" (GPL) veröffentlicht. In der GPL wird sehr exakt reguliert, was mit einer "freien Software" erlaubt ist, welche Spielregeln eingehalten werden müssen. So ist beispielsweise jeder berechtigt, ein Programm zu verändern, muss dabei aber seine Modifikationen wiederum allen öffentlich machen.

Genau das ist im Fall der iOS-Version von VLC passiert, die nicht vom VLC-Team selbst, sondern von einem Unternehmen namens Applidium geschaffen wurde. Weiter gilt im Fall einer GPL-Lizenz: freigegebene Software muss auch uneingeschränkt frei weitergegeben werden können.

Und genau in diesem Punkt, hakt es bei Itunes. Apps für Apple-Geräte können ja ausnahmslos (wenn auch kostenlos) nur über Apples Itunes-Store bezogen und installiert werden. Das widerspricht den GPL-Bestimmungen und entsprechend fordert Rémi Denis-Courmont Apple zum Ändern der Itunes-Spielregeln auf.

Selbsterklärend ist zu bezweifeln, dass Apple sich auf so einen Deal einlassen wird.

Michael Nickles meint: Eine kuriose Situation und mal was ganz Neues. Bislang wurden "unerwünschte" Apps ja bestenfalls von Apple selbst aus dem Itunes-Store rausgeschmissen.

Rémi Denis-Courmont hat sich mit seiner Aktion nicht nur Freunde geschaffen. Seine Kritiker argumentieren, dass der Source Code der iOS-Version des VLC ja im Internet öffentlich zum Download bereitliegt. Die Veröffentlichung des VLC im Itunes-Store sei also nicht als schwerwiegende GPL-Verletzung zu bewerten.

Denis-Courmonts Fürsprecher indessen beharren wie er darauf, dass es die GPL-Richtlinien halt nun mal gibt und dass die strikt eingehalten werden müssen und nicht "dehnbar" sein dürfen.

Wie auch immer: wer die iOS-Version des VLC-Players haben möchte, der sollte sie sich schnell beschaffen.

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