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News: Geldmaschine aktiviert

Ab sofort Werbung auf Iphone und Co

Michael Nickles / 26 Antworten / Flachansicht Nickles

Für Nutzer mobiler Apple-Geräte gibt es eine gewichtige Neuerung, die nicht allen schmecken dürfte - und Google schon erst recht nicht. Seit 1. Juli hat Apple damit begonnen, Werbung auf Iphone und Co zu spielen.

Im April gab Apple bekannt künftig auch Anzeigen zu verkaufen (siehe Apple wird Anzeigenverkäufer), die eigene Werbeplattforim "Iads" zu starten. Die Grundlage für die Anzeigeneinblendung wurde mit Einführung der neuen Betriebssystem-Version iOS4 geschaffen, die seit einer Woche kostenlos im Itunes-Store erhältlich ist.

Wer die neue Version installiert, wird gezwungen, die neuen Nutzungsbedingungen zu akzeptieren. Damit muss man einwilligen, sich ausgiebig "beschnüffeln" zu lassen (siehe Apple-Nutzer werden zu Beschnüfflungs-Erlaubnis gezwungen).

Apple erklärt die Schnüffelei zwar damit, seinen "Kundenservice" verbessern zu wollen, der wirkliche Grund dürfte allerdings individualisierte Werbeeinblendung sein. Und das ist auch dringend nötig, weil Iads im Vergleich zu anderen Werbeplattformen richtig sündhaft teuer ist.

Bereits für jede Einblendung einer Anzeige zahlt ein Anzeigenkunde einen Cent. Wird ein Banner angeklickt, dann kassiert Apple dafür zwei Dollar. Es ist also leicht kapierbar, dass Apple natürlich auf eine hohe Klickquote scharf ist.

Bei Ankündigung von Iads wurde in Hinblick auf die enormen Preise heftig gerätselt, welche Anzeigenkunden sich auf diese Preispolitik einlassen. Jetzt ist mit Start von Iads klar, welche Unternehmen das nötige Kleingeld haben, in Apps Werbung zu schalten.

Eines davon scheint der Autohersteller Nissan zu sein, der sein Elektroauto "Leaf" bewirbt. Hier ein Youtube-Clip, der zeigt, wie Nissans Werbung auf den mobilen Apple-Geräten rüberkommt:

Michael Nickles meint: Die Idee bei Iads ist es unter anderem, die Entwicklung kostenloser Apps zu ermöglichen. Deren Entwickler werden mit 60 Prozent am erzielten Werbeumsatz beteiligt, Apple kassiert 40 Prozent. Und das könnte im Hinblick auf die inzwischen rund 85 Millionen verkauften mobilen Apple-Geräte ein Bombengeschäft werden.

Steven Jobs äußerte kürzlich, man könne mit Iads theoretisch täglich bis zu eine Milliarde Werbungen einblenden. Alleine durchs Kassieren von 1 Cent pro Einblendung, würde sich, auch wenn niemand eine anklickt, also pro Tag theoretisch 10 Millionen Dollar verdienen lassen, also 3650 Millionen pro Jahr, 3,6 Milliarden.

Ich hoffe, dass ich mich bei diesen Zahlen mit den ungewohnt vielen Nullen nicht verrechnet hab. Wie viel Kohle Iads einspült, wenn nur 1 Prozent der Einblendungen auch 2 Dollar Klicks erzeugt, wage ich gar nicht auszurechnen.

Spannend ist gewiss, ob bald der erste Iads-Anzeigenkunde pleite geht, weil er die entstandenen Kosten nicht mehr blechen kann. Betroffen sind wie gesagt aktuell nur Nutzer kostenloser Apps, die sich durch Werbung finanzieren (wenn deren Entwickler das wollen).

Die Nissan-Werbung zeigt auf jeden Fall schon mal, dass Iads-Werbungen wohl sehr interaktiv sein werden, um zum Ausprobieren zu locken. Technisch ist zu bezweifeln, dass diese Anzeigen erst bei Anklicken geladen werden.

Vermutlich werden die schon vorher automatisch ins Iphone geladen um sofort durchstarten zu können. Das kostet die "Iphone-Nutzer" also vermutlich Speicherplatz und Bandbreite - egal ob sie das wollen oder nicht.

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Du, wer sonst? Balzhofna