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News: Zum Tag des geistigen Eigentums

63 Prozent befürworten Bestrafung von Raubkopierern

Michael Nickles / 28 Antworten / Flachansicht Nickles

Wie sehen es die Deutschen mit Raubkopien? Das wollte die Bitkom wissen und hat deshalb eine "repräsentative" Studie durchführen lassen, bei der 1.000 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Privathaushalten befragt wurden.

Das Ergebnis führte zu Lob von Bitkom-Präsidiumsmitglied Volker Smid: "Die Mehrheit der Deutschen hat ein ausgeprägtes Bewusstsein für geistiges Eigentum".

66 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Raubkopien von Musik, Filmen und Software für nicht akzeptabel halten, 63 Prozent plädieren für strafrechtliche Verfolgung. 25 Prozent haben mit der "dunkeln Seite" kein Problem und die restlichen 9 Prozent anscheinend keine Meinung zur Sache.

Ein Rezept um die Bösen zu Guten zu machen, sind aus Sicht des Bitkom preislich attraktive und sichere Bezahl-Angebote und es wird in diesem Zusammenhang auf den Boom des Download-Markts verwiesen. 2009 sollen die Deutschen bereits die bisherige Rekordsumme von 250 Millionen Euro ausgegeben haben.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl bezahlter Downloads um 24 Prozent auf 60 Millionen an.

Dass diese Bitkom-Studie gerade jetzt raus kam, ist kein Zufall. Heute ist der Tag des geistigen Eigentums, eine "Veranstaltung", die vom Bundesverband der Deutschen Industrie in Berlin durchgeführt wird.

Michael Nickles meint: Man sollte der Bitkom-Studie eine andere Studie entgegenhalten. Und zwar die Brenner-Studie 2009, die vom Bundesverband Musikindustrie herausgegeben wurde.

Deren Titelseite trägt den Hinweis "Downloads 1 (legal) : 8 (illegal)" - nur jeder neunte Download ist also legal. Die Studie informiert recht ausführlich, wie viele "Millionen Leute" beispielsweise welches Zeugs auf Rohlinge gebrannt haben.

Tatsache ist: die Zahl der gebrannten Rohlinge ist seit 2005 (882 Millionen) rückläufig, 2008 waren es "nur" noch 598 Millionen. Recht konstant ist allerdings die hochgerechnete Zahl der Personen, die "brennen" - rund 30 Millionen jährlich seit 2005.

Der Rückgang der Rohlinge erklärt sich ebenfalls aus der Studie: Zeugs wird halt zunehmend einfach auf Festplatten archiviert.

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