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News: Chaos im Browser-Markt

Frisst Google bald IE und Firefox?

Michael Nickles / 38 Antworten / Flachansicht Nickles

Der Browser-Markt befindet sich aktuell extrem in Bewegung. Das geht aus den "März-Zahlen" hervor, die jetzt von Netmarketshare veröffentlicht wurden. Auf erstaunlichem Höhenflug befindet sich der noch recht junge Chrome-Browser von Google.

Der hat gegenüber dem Vormonat wieder um ein halbes Prozent zugelegt und sich jetzt auf Platz 3 der Bestenliste festgebissen. Auf Platz 4 folgt Apple's Safari mit 4,65 Prozent. Das Schlusslicht vor dem irrelevanten Rest bilder auf Platz 5 Opera (2,37 Prozent), dessen Zuwachsrate im Vergleich zu Februar nur witzlose 0,02 Prozent betrug. Für Opera dürfte das besonders schmerzlich sein, da der Sieg über Microsoft wohl sinnlos war.

Aufgrund Operas Klage bei den EU-Wettbewerbshütern wurde Microsoft dazu "gezwungen", am ersten März den Auswahldialog für alternative Browser in Windows reinzuwursteln. Knapp zwei Wochen nach Einführung des Auswahldialogs jubelte Opera, das sich die Downloads des Browsers verdoppelt haben (siehe Opera feiert Verdopplung der Browser-Downloads).

In Hinblick auf die neuen Zahlen wird klar, dass diese Meldung von Opera wohl Schwachsinn war. Bleiben natürlich noch die beiden Top-Plätze. Weiterhin Platz 2 belegt natürlich Firefox mit jetzt 24,52 Prozent. Bei dem ist die Zuwachsrate im Vergleich zum Vormonat diesmal allerdings recht lächerlich: rund 0,3 Prozent.

Unangefochtener Spitzenreiter ist der Microsoft Internet Explorer mit 60,65 Prozent. Allerdings ein sehr unglücklicher, denn sein Marktanteil ist erneut gebröckelt (im Vormonat noch 61,58 Prozent). Der klare Sieger des Monats ist also Google.

Michael Nickles meint: Die Zahlen vom März sind die spannendsten seit langem, da ja Microsoft am 1. März die Browserauswahl einführen musste. Markantes Fazit: der ganze Hickhack mit diesem Auswahlfenster war wohl für den Arsch. Ich bezweifle, dass sich Googles Aufwind deswegen ergeben hat. Nicht zu vergessen ist, dass Microsoft zeitgleich mit dem Auftritt des Auswahlfensters ja europaweit TV-Kampagnen für den Internet Explorer geschaltet hat.

Auch das scheint sinnlos verbrannte Kohle gewesen zu sein. Oder hat das den kontinuierlichen Absturz des Internet Explorer vielleicht wenigstens ein bisschen bremsen können? Schwer Gedanken machen, müssen sich jetzt auch die Firefox-Macher, deren Browser wohl fast den Stillstand erreicht hat.

Eventuell liegt es daran, dass der Firefox ähnlich wie der Internet Explorer schon längst nicht mehr zu den schnellsten Browsern zählt. Schlichtweg erstaunlich ist der Run auf Google Chrome.

Da schimpft die "halbe Welt" über die "Datenkrake" Google, alle motzten als der Chrome-Browser vor rund einem Jahr kam. Und jetzt machen sich zunehmend mehr dieses Ding drauf. Aus meiner Sicht hat Chrome ein enormes Wachstumspotential: billige Smartphones mit Android, kommende billige Tablet-PCs mit ChromeOS - das wird weiteren Aufschwung bringen.

Ich tippe drauf, dass Chrome noch in diesem Jahr die 10 Prozent Marke knacken wird.

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