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News: US-Expertenstreit ausgebrochen

Aktuelle Windows 7 Benchmarks nur Blödsinn?

Redaktion / 12 Antworten / Flachansicht Nickles

Vor drei Tagen hat der US-Blogger Adrian Kingsley-Hughes auf Zdnet.com mit seinen Benchmark-Ergebnissen mit Windows 7 für Schlagzeilen gesorgt (siehe Windows 7 schneller als XP und Vista). Er ließ die verfügbare Windows 7 Beta (Build 6956) dazu gegen Windows XP, Windows Vista und Windows Vista mit Service Pack 1 antreten - jeweils in der 32-Bit Version.

Die Ergebnisse führten zum Fazit, dass es bei Windows 7 sehr gut aussieht: es bootet deutlich flotter und zeigte auch bei drei von vier Benchmark-Runden sichtbare Leistungsvorsprünge. Und das, obwohl es nur eine "Vorabversion" ist, die noch keine garantierbaren Aussagen über die Leistung der finalen Version gestattet. Microsoft selbst hat ausdrücklich davon abgeraten, die Windows 7 Vorabversion zu benchmarken.

Jetzt hat sich der Windows-Experte Randall C. Kennedy von Infoworld zu den Benchmarks von Adrian Kingsley-Hughes geäußert und dessen Testergebnis heftig kritisiert. Er verweist auf das alte Sprichwort "Es gibt Lügen, verdammte Lügen und Statistiken" - und fügt dem "Benchmarks" hinzu.

Anfang November sorgte Kennedy für Schlagzeilen, als er einen Bericht über Windows 7 verfasste, in dem Windows 7 als "Mogelpackung" bezeichnet wurde. Er hat die "Substanz" von Windows 7 auf Systemebene untersucht und kam zum Schluss, dass Windows 7 nichts weiter als ein "aufgepepptes Windows Vista" ist, also quasi Vista Ausgabe 2 und keinen komplett neuen "Motor" unter der Haube hat (siehe Windows 7: Nur eine Mogelpackung?).

Im Fall der positiven Meinung zu Windows 7 von seinem Kollegen Kingsley-Hughes, kritisiert Kennedy beispielsweise, dass die schnellere Bootzeit von Windows 7 gelobt wurde - das ist aus seiner Sicht nicht wirklich relevant für die Leistung eines Systems. Bei den vier Benchmarks kritisiert Kennedy, dass diese jeweils nur auf einem PC-System durchgeführt wurden. Wirklich aussagekräftige Ergebnisse sollen nur möglich sein, wenn auf verschiedenen Rechner-Plattformen getestet und daraus ein Durchschnitt ermittelt wird.

Auf einem seiner Testrechner stellte Kennedy beispielsweise fest, dass Windows XP mit Service Pack 3 24 Prozent schneller als die Vorabversion von Windows 7 ist. Verrücktmachen sollte man sich wegen solchen "Prozenten" allerdings nicht - selbst wenn der gleiche Benchmark auf einem System mehrfach hintereinander ausgeführt wird, können Schwankungen im 20-Prozent-Bereich auftreten.

Weiter wird kritisiert, dass Kingsley-Hughes Benchmarks verwendet hat, bei denen die Hardware-Leistung zu großen Einfluss nimmt. Abschließend bekräftig Kennedy seine Meinung, dass Windows 7 und Windows Vista bei der Leistung auf gleichem Niveau liegen. Der große "Speedkick" wird voraussichtlich also nicht stattfinden. Immerhin verteidigt Kennedy seinen Blogger-Kollegen von Zdnet.com: der habe schließlich nur "nackte Zahlen" veröffentlicht aber nicht deren wirkliche Bedeutung und deren Zusammenhang erläutert.

Kennedys komplette Kritik kann hier gelesen werden: Sorting through the latest Windows 7 benchmark results.

Michael Nickles meint: Jedes Benchmarken von Betriebssystemen ist Blödsinn. Beispiel: man nimmt 10 Rechner mit identischer Hardware, dem identischen Betriebssystemen und gibt sie 10 Anwendern die ein Jahr damit "rummachen". Wenn man dann "benchmarkt" wird man feststellen, dass es gravierende Unterschied gibt.

Die meisten der Rechner sind beim Startvorgang dann sicherlich "stinklahm" geworden und auch Anwendungen laufen viel zäher als anfangs. Das Problem sind die unterschiedlichen Software-Komponenten, die im Laufe eines PC-Einsatzes installiert oder aktualisiert werden.

Die Zahl der Hintergrunddienste wächst unermüdlich, weil fast jeder Softwarehersteller irgendwelches Zeugs reinmüllt, egal ob es gebraucht wird oder nicht. Grausamtes Übel: das Autostart-Zeugs. Wer mit msconfig mal abcheckt, was der Rechner sich beim Start so alles reinzieht, der kriegt typischerweise eine elend lange Liste mit komischem Zeugs von dem man gar nicht weiß, was es eigentlich tut, ob es wirklich gebraucht wird.

Hier Systembremsen zu lösen ist nur mit hohem detektivischem Aufwand möglich. Was ich mir wünsche ist ein Betriebssystem, das sich hier automatisch entrümpelt oder zumindest sagt, zu WAS ein Autostart-Eintrag eigentlich gehört und was er exakt tut. Also ein Betriebssystem, das automatisch halbwegs flott bleibt und nicht mit "jeder Woche" lahmer wird.

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