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News: Schwarzgucker drehen die Schüsseln

Ausländisches Pay-TV - zig Kanäle geknackt

Redaktion / 9 Antworten / Flachansicht Nickles

Nachdem der Pay-TV-Sender Premiere am 10. Oktober einen Sieg über die Schwarzgucker errungen hat (Schwarzgucker endgültig abgeschaltet), beschäftigt sich die Sat-Hacker-Szene zunehmend erfolgreich mit einer neuen Spielwiese: dem Knacken ausländischer Pay-TV-Sender.

Hintergrund: Schwarzgucker, die einen billigen Sat-Receiver mit modifizierter Firmware bislang für Premiere genutzt haben, können damit generell jetzt nicht anderes mehr damit anfangen, als ihn für "Free-TV"-Empfang zu nutzen. Technisch sind die Linux-basierten Receiver allerdings auch in der Lage, andere Pay-TV-Sender zu knacken - die dafür nötige modifizierte Firmware mit Emulations-Software ist längt im Umlauf.

Schon längst beherrschen die Emulatoren nicht nur das von Premiere zuletzt verwendete geknackte alte Nagravision Verschlüsselungs-System, sondern auch andere Systeme wie Seca und Viacess. Und diese Systeme sind bei ausländischen Pay-TV-Sendern recht verbreitet. Die Palette der geknackten Sender ist groß, scheitert aber häufig an einer Sache: die meisten Sender wechseln ihre Schlüssel sehr häufig, bei Sex-Sendern sind gar tägliche oder stündliche Aktualisierungen üblich.

Das manuelle Nachfüttern eines Sat-Receivers mit aktuellen Schlüsseln ist allerdings eine recht zermürbende Sache. Im Internet verteilte Schlüssel sind meist schneller veraltet als man sie findet. Ähnlich hart erwischt wie Premiere hat es inzwischen allerdings den polnischen Pay-TV-Anbieter Polsat. Die gängigen Emulatoren beherrschen bei Polsat inzwischen die "AU"-Methode. AU heißt soviel wie "automatisches Update".

Dabei erkennt der manipulierte Receiver einen Schlüsselwechsel automatisch und aktualisiert sich, eine manuelle Key-Eingabe ist (wie zuvor bei Premiere-AU) nicht nötig. Wie Premiere, kauft auch Polsat da Programmangebot für seine Pay-TV-Ausstrahlungen weltweit ein. So sind auch typische Premiere-Sender wie Discovery Channel im Polsat-Paket drinnen.

Dass Polsat natürlich in polnischer Sprache sendet, scheint die Schwarzgucker wenig zu jucken: viele Sendungen werden lediglich mit polnischen Untertiteln ausgestrahlt oder es kann auf einen englischsprachigen Ton-Kanal umgeschaltet werden. Und im Fall von "Erotik-Sendungen" ist die Sprache sowieso meist nur Nebensache.

Um aktuell rund 45 Kanäle von Polsat empfangen zu können, ist allerdings Rumfummeln an der Sat-Schüssel nötig, falls diese nur Astra empfangen kann. Fast alle derzeit geknackten ausländischen Programme kommen über Hotbird rein.

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