Laut Spiegel hat sich die Konferenz der Hochschulrektoren mehrheitlich für Studiengebühren ausgesprochen. Das Modell der "hochintelligenten" Herren sieht so aus, daß in den ersten 4 Semestern pro Semester 500 € fällig werden, ab dann entscheidet die Hochschule selbst und es sollen zwischen 1000 und 6000 € pro Semester kassiert werden.
Laut Aussage der HRK sind diese Summen absolut vertretbar für Studenten, wenn man betrachtet, wieviel Geld Studenten pro Monat allein für Wohnung, Auto und Handy ausgeben würden, angesichts dessen seien die Gebühren ein Klacks.
Tja, wer eine C3 Professur sein eigen nennt und wessen "Leistungen" sich jeglicher Bewertungskriterien entzieht, der kann schon einmal den Sinn für die Realität verlieren. Oder kenne ich nur die falschen Studenten? Klar, wenn jeder Student kein Auto mehr besitzt, kein Handy mehr und obdachlos ist, zusätzlich nicht mehr isst und sich 2 Nebenjobs organisiert, der kann viel besser studieren. Und schließlich studieren ja alle auf Kosten des Staates und der Allgemeinheit und geben dieser nichts mehr zurück. Sie zahlen später keine Steuern mehr, bekommen alle hochbezahlte Jobs in der Wirtschaft und leisten ab dann nichts mehr. Schließlich wurde Deutschland ja nicht von einem faulen Langzeitstudenten wie Einstein, Planck, Heisenberg, Goethe, Bohr, Siemens oder sonstigen Studentenschmarotzern groß gemacht.
Was war und ist denn das Kapital Deutschlands? Billige Arbeitskräfte? Ungelernte Hilfsarbeiter? Hausfrauen und Mütter?
Deutschland sieht sich gerne als Hochtechnologiestandort. Wenn es so weiter geht, kann es in Erinnerungen schwelgen und darf für indische und chinesische Hochtechnologiefirmen die Produktion übernehmen, natürlich zu günstigen Löhnen. Hochbegabtenförderung, Forschung und Lehre sind ja schließlich rausgeschmissenes Geld und nur wohlsituierte Familien bringen geeignete Ingenieure und Entscheider von Morgen hervor.
Auch wenn ich eigentlich weniger zu den dumpfen Lamentierern gehöre, angesichts solcher Nachrichten würde ich gerne in einige wohlgenährte Ärsche etwas Verstand hineintreten...
Sorry, aber das war heut ein bescheidener Tag...
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Industriearbeiter verdienen mehr als ein anfangs ein Diplom-Ingenieur. Zumindest in unserer Region sind 3500 Euro brutto für einen Industriearbeiter nicht ungewöhnlich. Sogar als Ferienjobber hab ich 2600 Euro in 4 Wochen verdient.
Ein Diplom Ingenieur muss aber über eine deutlich tiefergehendere Ausbildung verfügen als ein Arbeiter. Alle Tätigkeiten, die ein Arbeiter übernimmt, kann auch ein Ingenieur in zwei bis vier Wochen erlenen. Dass aber ein Arbeiter die Tätigkeiten eines Ingenieurs erlenen kann, ist sehr fraglich. Es ist einfach die jahrelange Ausbildung und die Kopflastigkeit, die in seinem Beruf gefragt ist, die den Wert eine Ingenieurs gegenüber einem Arbeiter erhöhen. Und es ist notwendig, dass ein Betrieb nicht nur aus Arbeitern bestehen, denn irgendjemand muss ja die ganze Logistik planen, die Maschinen entwickeln, den Betrieb aufrecht erhalten. Höher gebildete Personen sind in der Wirtschaft einfach unabdingbar. Deshalb macht es auch Sinn, dass ein Arbeiter das Studium eines zukünftigen Dipl. irgendwas finanziert. So sorgt der Arbeiter dafür, dass seine Arbeitsstelle auch weiterhin aufrecht erhalten werden kann.
