Hallo zusammen!
Kürzlich hatte ich mit ein paar Kollegen eine Diskussion über Ökostrom. Ein Kollege ist sehr überzeugt davon und meint, dafür lohne es sich, ein paar Euro mehr auszugeben. Seine Argumentation: Je höher die Nachfrage nach Ökostrom, desto mehr werde zukünftig davon produziert.
Nun, dass auch die Produktion von Strom aus alternativen / regenerativen Energiequellen nicht immer eine "problemfreie Zone" ist, hat die Diskussion gezeigt, die wir hier kürzlich über Windkraft hatten ("Spargel" im Landschaftsbild, penetrantes Dauergeräusch für die Anwohner, schwankende Effektivität...).
Aber lasst uns das mal nicht wieder aufwärmen - mir geht es um einen anderen Aspekt.
Vor vier oder fünf Jahren habe ich mal in einer ARD-Ratgeber-Sendung - also nicht unbedingt ein Sprachrohr der Atomlobby! - einen Beitrag zu diesem Thema gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles sachlich richtig wiedergeben kann, aber ich sag's mal so, wie ich den Tenor dieses Berichts in Erinnerung habe:
Dort wurde gesagt, es gebe internationale Vereinbarungen darüber, wie groß jeweils die Anteile der Stromproduktion aus den unterschiedlichen Energiearten seien, der "Verteilungskuchen" sei somit fixiert und durch das Verbraucherverhalten nicht beeinflussbar. Im Klartext: Wenn ich den anderen Verbrauchern den ganzen Ökostrom wegkaufe, bleibt für die anderen nur noch Atomstrom übrig. Ich bewirke damit nicht, dass mehr Ökostrom produziert wird, da der prozentuale Anteil von Atomstrom, Ökostrom etc. durch Verträge innerhalb Europas festgelegt ist.
Frage an Euch: Stimmt das so, oder hat das mal gestimmt? Ist es jetzt vielleicht anders? Macht es doch Sinn, auf Ökostrom zu setzen? Wer von Euch weiß mehr darüber?
Danke im voraus und
CU
Olaf
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> dass die "Erzeugungsverteilung" durch Verträge fixiert ist, das ist er Punkt, der durch den gestiegenen Anteil an alternativer Energieerzeugung wiederlegt wurde.
Nein, das ist keine Widerlegung - es könnte genau so gut bedeuten, dass die "Ökostromquote" am grünen Tisch erhöht worden ist, falls der Bericht aus dem ARD-Ratgeber von 1999/2000 stimmt und noch aktuell ist.
> Die Bemerkung, dass wenn man den ganzen Ökostrom aufgekauft (und mehr Verbraucher ihne "kaufen"), dann bekommt der "Überhang" an Ökostromkäufern eben Atomstrom, ist Nullinformation (und schöne harmlose Polemik), allerdings nichts was wir nicht auch schon vorher wussten oder uns überlegen konnten.
Kann ich nicht nachvollziehen. Woher sollen die Verbraucher das wissen bzw. sich selber ausrechnen können? Wenn das alles so einfach wäre, müsste es ja auch egal sein, ob man fürchterlich viel Fleisch konsumiert oder Vegetarier ist - im letzteren Fall zwingt man die anderen, mehr Fleisch zu konsumieren, weil man ihnen das ganze Gemüse und Getreide wegkauft. Dem ist aber nicht so!
> IMHO unterstellt diese Aussage dem eigenen Kunden Blödheit (weil man ihm damit unterstellt, das nicht selbst zu erkennen)
Wer ist denn "der eigene Kunde"? Diese Info kam vom ARD-Ratgeber, die verkaufen keinen Strom ;-)
CU
Olaf
