Hallo zusammen!
Kürzlich hatte ich mit ein paar Kollegen eine Diskussion über Ökostrom. Ein Kollege ist sehr überzeugt davon und meint, dafür lohne es sich, ein paar Euro mehr auszugeben. Seine Argumentation: Je höher die Nachfrage nach Ökostrom, desto mehr werde zukünftig davon produziert.
Nun, dass auch die Produktion von Strom aus alternativen / regenerativen Energiequellen nicht immer eine "problemfreie Zone" ist, hat die Diskussion gezeigt, die wir hier kürzlich über Windkraft hatten ("Spargel" im Landschaftsbild, penetrantes Dauergeräusch für die Anwohner, schwankende Effektivität...).
Aber lasst uns das mal nicht wieder aufwärmen - mir geht es um einen anderen Aspekt.
Vor vier oder fünf Jahren habe ich mal in einer ARD-Ratgeber-Sendung - also nicht unbedingt ein Sprachrohr der Atomlobby! - einen Beitrag zu diesem Thema gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles sachlich richtig wiedergeben kann, aber ich sag's mal so, wie ich den Tenor dieses Berichts in Erinnerung habe:
Dort wurde gesagt, es gebe internationale Vereinbarungen darüber, wie groß jeweils die Anteile der Stromproduktion aus den unterschiedlichen Energiearten seien, der "Verteilungskuchen" sei somit fixiert und durch das Verbraucherverhalten nicht beeinflussbar. Im Klartext: Wenn ich den anderen Verbrauchern den ganzen Ökostrom wegkaufe, bleibt für die anderen nur noch Atomstrom übrig. Ich bewirke damit nicht, dass mehr Ökostrom produziert wird, da der prozentuale Anteil von Atomstrom, Ökostrom etc. durch Verträge innerhalb Europas festgelegt ist.
Frage an Euch: Stimmt das so, oder hat das mal gestimmt? Ist es jetzt vielleicht anders? Macht es doch Sinn, auf Ökostrom zu setzen? Wer von Euch weiß mehr darüber?
Danke im voraus und
CU
Olaf
Off Topic 20.548 Themen, 228.203 Beiträge
Ökostrom. Ein schönes Märchen.
Da der jetzige "Ökostrom" in das selbe Energienetz gespeist wird, ist das ganze nur ein Etikettenschwindel.
Der Strom, der bei uns aus der Steckdose kommt, ist weder ÖKO noch ATOM, es ist schlichtweg Strom. Wer dafür mehr zahlt, weil ihm der Erzeuger das Märchen von der ökologischen Erzeugung auftischt, ist selber Schuld. Der größte Teil, der heute als Ökostrom bezeichnet wird, ist Strom, der schon seit Jahrzehnten z.B. aus bestehenden Wasserkraftwerken stammt. Das verlogene Pack aus dem Marketing der Stromerzeuger, kam nun aber auf den Dreh, man könne ja dem Verbraucher erzählen, das sei nun Ökostrom und damit die Welt besser werde, kostet er auch mehr. Wenn man nun aber mehr zahlt, die Haupteinspeisung aber in der Nähe eines Atomkraftwerkes liegt, wie trennt denn der Erzeuger da "deinen" Strom? Garnicht. Es ist eine klare Mogelpackung.
Ökostrom kann nur dezentral erzeugt werden, daran sind aber unsere Energiegiganten nicht interessiert, weil dezentrale Erzeugung nur durch viele verschiedene Erzeuger realisiert werden kann. Das wäre das Ende des Energie-Monopoly in Deutschland.
Ökostrom kann es nur durch gesetzliche Richtlinien geben. Von allein wird sich in der Richtung gar nichts tun, da Ökostom niemals billiger sein wird, sondern wesentlich teurer. Ökostrom allein reicht auch nicht, es müßte eine erhebliche Reduzierung des Bedarfs damit einhergehen, alles andere wäre aus ökologischer Sicht Augenwischerei.
Das ganze nenne ich hier erst einmal nur aus deutscher Sicht. Global gesehen kommt da noch einiges hinzu.
Meine Meinung zu dem Thema ist klar: Wer als kleines Land mit 80 Mio. Einwohnern 40 Mio. Autos hat und dann über ein paar Windräder sich das Maul zerreißt, hat einfach einen ökologischen Dachschaden.
Der Planet wird überleben, nur die sich für die Krönung der Schöpfung haltende Menschheit nicht.
