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Wo bleiben die deutschen Schlager?

weissnix / 9 Antworten / Flachansicht Nickles

Jedesmal, wenn ich (wie jetzt wieder mal) von einem Auslandsjob zurückkomme, fällt mir auf, dass fast alle deutschen Radiosender fast ausnahmslos anglo-amerikanische Musik spielen. Diese Woche kam ich in Begleitung eines amerikanischen Kollegen, der unbedingt ein paar Tage Urlaub in "Munich, Bavaria" machen wollte, per Auto über die Alpen und schaltete hinter Salzburg "Bayern drei" (oder dry???) ein. Nach einer halber Stunde fragte mich mein Ami dann durchaus ernsthaft, ob ich sicher sei, dass das ein deutscher Sender wäre, denn: "They only play English and American music, what about the Jodlers?"


Es gelang mir zwar, meinen Freund aus Alabama davon zu überzeugen, dass die Deutschen nicht pausenlos jodeln, sondern musikalisch eben weltoffen sind,  aber dann kam schon der zweite Kulturschock für ihn: nicht ein einziger Bayer in München in Lederhosen!  Da half nur noch das Hofbräuhaus, und da war er dann endlich zufrieden: "Yeah, that's the real Bavaria !"  Ich brachte es nicht über's Herz, ihn von diesem Glauben abzubringen.  


Aber zurück zum Thema: selbst Kleinstaaten wie Slowenien oder Bosnien schaffen es, rund um die Uhr ein ausgewogenes Radioprogramm mit einheimischer <b>und</b>  ausländischer Musik anzubieten, und die Leute sind's zufrieden. Ich habe durchaus nichts gegen gute englische oder amerikanische Hits, aber hat Deutschland eigentlich gar nichts Eigenes anzubieten? Es muss ja nicht gerade Heino sein, aber Westernhagen, Grönemeyer, die Ärzte oder von mir aus auch die Prinzen sind mit Sicherheit nicht schlechter als die langweilige US-Durchschnittsware, mit der wir Tag und Nacht berieselt werden. Und was die Texte angeht: im Vergleich zu 90 % aller anglo-amerikanischen Texte ist selbst Wolfgang Petry ein Poet !

.........und tschüssss!!!!!!!!!!!!
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Deutsch-Sein und Kultur W.I.B
charlie62 jueki „Wir Deutschen sind anscheinend ein Volk, dessen Nationalstolz sich auf den...“
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Wir Deutschen sind anscheinend ein Volk, dessen Nationalstolz sich auf den Biertisch beschränkt.

Am "Deutschen Wesen" ist die Welt lange genug "genesen". Jetzt sind zum Glück andere dran.
Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen: -Das ist mein!- und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wie viel Not und Elend und wie viele Schrecken hätte derjenige dem Menschengeschlecht erspart, der die Pfähle herausgerissen oder den Graben zugeschüttet und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: -Hütet euch, auf diesen Betrüger zu hören; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass die Früchte allen gehören und die Erde niemandem.- (Jean-Jacques Rousseau)
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