Smartphones, Phablets, Watches, kompakte Mobilgeräte 5.376 Themen, 28.981 Beiträge

China-Smartphone ausgepackt - Lieferumfang und Online-Informationen

Michael Nickles / 0 Antworten / Baumansicht Nickles

Was kriegen Käufer von China-Smartphones geliefert und geboten? Wie sieht es mit Online-Informationen zum Gerät aus? Gibt es brauchbare Foren, Communities? Das wurde hier am Beispiel eines "Flagschiff-Preislkiller"-Smartphones von Xiaomi ausprobiert.

Lieferumfang von Xiaomi: Smartphone, Netzteil, USB-Kabel, drei Zettel, Kartenfach-Öffnungsstift.

Das Xiaomi Redmi Note 3 Pro kam, wie heute eigentlich immer üblich, in einer sehr kompakten schlichten Schachtel. Lieferumfang: das Smartphone, USB-Netzteil, USB-Ladekabel und drei "Infozettel" sowie ein Kärtchen mit dem "Stecker" zum Öffnen des Kartenfachs.

Spartanischer geht es also eigentlich nicht. Auf Krempel wie Ohrhöhrer/Headset, Display-Schutzfolie oder irgendein Cover pfeift Xiaomi. Das ist okay. Meist ist derlei beigepacktes Zeugs sowieso nur Sondermüll.

Brutaler Testaufbau, bitte nicht nachmachen! (Foto: mn)

Netzteil: Bereits der Aufdruck auf der Verpackung ließ erahnen, das Gearbest.com kein "europäisches Modell" geliefert hat. Das 2A USB-Netzteil passt also nicht in unsere Steckdose rein, ist ohne Adapter unbrauchbar.

Auf Anfrage erklärte Gearbest, dass bei Lieferung nach Europa generell natürlich ein entsprechendes deutsches Netzteil beigepackt wird. Im Fall des Testgeräts musste es halt schnell gehen und es war gerade kein "Europa-Modell" verfügbar.

Das Netzteil von Xiaomi ist extrem kompakt und leicht, was für mobilen Transport natürlich erfreulich ist. Oft sind Netzteile bekanntlich aber Müll, bei den technischen Angaben wird beschissen, es kommt nicht die versprochene Leistung raus. Ich habe das Netzteil mal mit einer (nicht empfehlenswerten!) Bastellösung an die Steckdose angeschlossen und seine Leistung überprüft. Bei Belastung mit einem fetten Widerstand spuckt das Netzteil 1,96A bei 5,26 Volt aus.

Es kommen also wie versprochen rund 2A raus, ohne dass eine Überbelastung auftritt oder die Spannung einbricht. Das Xiaomi Redmi Note 3 lädt übrigens maximal mit 1,2A - es lohnt also ein Netzteil zu haben das mehr als die meist üblichen 1A liefert um maximale Ladegeschwindigkeit zu erreichen. Wer bei einer Bestellung in China übrigens fälschlicherweise ein unpassendes "Nicht-EU"-Netzteil kriegt, braucht sich nicht verrückt zu machen. USB-Netzteile haben viele wahrscheinlich sowieso schon mehrfach rumliegen und wenn nicht kostet so ein Ding zwischen 5 und 10 Euro.

Xiaomi bietet für europäische Kunden bereits eigene Service-Email-Adressen. (Bilder wegen unbekanntem Urheberrecht verpixelt).

Informationen in Englisch: Bei den beigepackten Zetteln handelte es sich offensichtlich unter anderem um eine "Garantiekarte". Die war allerdings nur in Chinesisch. Immerhin ließen sich Weblinks von Xiaomi darauf lesen, wie beispielsweise www.mi.com/service/exchange und http://www.mi.com/service und www.mi.com/service/xiaomiclub.

Zumindest die Service-Seite ließ sich zum Testzeitpunkt  auf Englisch umschalten (Wahl der Region "Global Home"). Wer Englisch kann, kommt vor dort recht gut weiter. Es gibt auch Garantieabwicklungs-Seiten für USA und Europa. Ein tieferer Blick auf die Service-Seite zeigt, dass Xiaomi auch für Deutschland bereits eine Service-Email-Adresse anbietet.

An dieser Stelle habe ich auch den Service von Gearbest.com geprüft. Dort gibt es eine Seite namens "Warranty and Return" die Hinweise zur Garantieabwicklung liefert. Auch das ist in Englisch. Man ist mit einem "Xiaomi"-Smartphone in Deutschland also nicht alleine und verlassen auf dem Mond, allerdings auch kein chinesisch sprechender Mensch in China. Verreckt ein in China gekauftes China-Smartphone ist die Garantieabwicklung von Deutschland aus vermutlich schwieriger als bei einem Laden wie "Amazon.de". Da gibt es nichts schön zu reden.

Also das Xiaomi Redmi Note 3 Pro lieber gleich "zuhause" bei Amazon.de kaufen? Zum Zeitpunkt dieses Berichts hier hat das Gerät dort rund 300 Euro gekostet, also durchaus beachtliche 80 Euro mehr. Das frisst den enormen Preis-/Leistungsvorteil chinesischer Smartphones gegenüber hierzulande in den Läden rumliegendem Zeugs auf.

Gerät kann auch Deutsch: Verzweifeln werden alle die kein Englisch können natürlich spätestens beim Einschalten des Geräts. Es gibt keinen Assistenten der durch irgendeine Erstinstallation führt. Das Ding fährt einfach in Englisch hoch und basta. Man muss es also schaffen die Einstellungen (Setttings) zu finden und dort die Sprache (Language) auf "German" umzustellen. Xiaomis Eindeutschung ist sehr gut, wer auf Lachmomente hofft hat Pech. Lediglich bei einigen tiefer verbuddelten Optionen fand ich nur englische Bezeichnungen, die bei der Übersetzung wohl vergessen wurde.

Manual: Ist die Sprachhürde genommen, ist man mit einem "Xiaomi" weder besser noch schlechter dran als mit einem in Deutschland gekauften Smartphone - auch da ist die beigepackte Anleitung in der Regel so lumpig, dass man sie sowieso vergessen kann. Da kann aber meist ein deutsches Manual aus dem Internet gesaugt werden. Im Fall des Xiaomi Redmi Note 3 Pro führt eine Google Suche nach "Xiaomi Redmi Note 3 Pro manual" rasch zu einem PDF von Xiaomi, das aber nur ein lumpiger englischsprachiger Einseiter ist.

Auf die Schnelle fand sich nur dieses einseitige englische Manual zum Xiamo Redmi Note 3 Pro.

Zum Thema "Smartphone und Manual" muss allerdings klar gesagt werden, dass Hersteller die direkt in Deutschland anbieten in der Regel auch "üppige" deutsche Manuals zum Download anzubieten, wobei "üppig" keineswegs "gut" bedeuten muss, weil halt viel Blabla drinnensteht. Wer es nicht schafft bei einem Android-Smartphone den Ein-/Ausschalter zu finden der hat sowieso verloren.

Die klar ersichtlichen Macken also zusammengefasst: kein europäisches Netzteil, alles in Englisch. Wie zuverlässig eine Garantieabwicklung ist, kann ich (noch) nicht bewerten.

Die hier beschriebenen "Macken" drohen selbsterklärend beim Kauf jeglicher "China-Smartphones", das ist kein typisches Problem von Xiaomi oder Gearbest.com. Und: hier wurde ausdrücklich auf hohem Niveau gemeckert! Wer den Test bis an diese Stelle hier gelesen hat, der gehört garantiert zur Zielgruppe, die es mühelos schaffen wird, ein China-Smartphone hochzufahren und seine Apps zu nutzen.

TIPP: Xiaomi-Forum. Eine gute Anlaufstelle für Diskussionen zu Xiaomi-Geräten ist das englischsprachige Forum: http://en.miui.com/forum.php. Auch gibt es inzwischen deutschsprachige Foren beziehungsweise Fan-Seiten wie beispielsweise hier: miui-germany.de.

Das Testgerät: Xiaomi Redmi Note 3 Pro - hier aktuellen Preis checken

HINWEIS: Dies ist ein exklusiver Nickles.de LIVE-Beitrag! Du bist live dabei während der Beitrag entsteht, kannst jederzeit den aktuellen Stand mitdiskutieren und Einfluss auf den weiteren Verlauf des Betrags nehmen.

Inhaltsverzeichnis des Beitrags:

1. TEST: China-Smartphone Geheimtipp - Xiaomi Redmi 3 Pro durchleuchtet

2. China-Smartphones - Irrtümer bei Modellvarianten vermeiden

3. TIPP: Smartphones - fest verbaute Akkus einfach und preiswert austauschen

4. Volltreffer: Nickles.de startet Live-Artikel und das Testgerät geht futsch

5. Leserbericht: XIAOMI Redmi Note 3 Pro erster Kontakt

6. China-Smartphone ausgepackt - Lieferumfang und Online-Informationen

7. TIPP: Smartphone-Gehäuse - Unsinn vermeiden, auf Cover-Vielfalt achten

Fortsetzung folgt...

Hier Benachrichtigung aktivieren um über die Fortsetzung informiert zu werden: Kostenloser Info-Service per Email.

bei Antwort benachrichtigen