Ich trage eine Brille. Bin kurzsichtig. Meine Brille hat Gleitsichtgläser, d.h. der obere Teil ist für meine Kurzsichtigkeit, der untere Teil ist Fensterglas, weil der Nahbereich noch ohne Sehhilfe funktioniert. Wenn ich etwas nah sehen will (Lesen) neige ich den Kopf nach hinten, um durch den unteren Teil der Brille zu gucken.
Jetzt ist mir aber schon öfter aufgefallen, dass ich, obwohl ich keine Brille aufhabe (wie jetzt z.B. am PC), trotzdem den Kopf nach hinten neige, um nahe Dinge besser sehen zu können. Obwohl das ja eigentlich Quatsch ist. Ich hab aber trotzdem das Gefühl, nahe Dinge besser sehen zu können, wenn ich den Kopf nach hinten neige. Erklären kann ich mir das nicht, aber es ist tatsächlich so, dass wenn ich z.B. sehr kleine Schrift lesen will (wohlgemerkt ohne Brille), ich immer den Kopf nach
hinten neige und meine, dass es tatsächlich besser zu lesen ist. Ist das nicht ein komisches Phänomen?
Dies ist nur ein Statement für ein komisches Phänomen oder einen Tick oder eine dumme Gewohnheit. Über Kommentare würde ich mich aber trotzdem freuen...
Schönen Abend noch...
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Das hört auf, wenn Du Dir eine Brille ohne Gleitsicht verschreiben läßt.
Wenn Du dann nah sehen willst, mußt Du sie nur absetzen.;o)
Na das hatte ich ja Jahre vorher schon. Zum Weitsehen Brille auf, zum Nahsehen Brille ab. Jetzt mit der Gleitsichtbrille, habe ich mich so daran gewöhnt, das ich automatisch zum Nahsehen den Kopf nach hinten neige, auch wenn ich gar keine Brile aufhabe. Und das Komische ist, es erscheint tatsächlich schärfer...
Wahrscheinlich brauchst Du etwas mehr als Fensterglas für den Nahbereich ...
Ich vermute folgenden Grund: Der Augapfel ist ja mit Flüssigkeit benetzt, die bei den Augenlidern (in der Kehle) durch Adhäsionskräfte einen Übergang mit Linsenwirkung bildet, siehe hier. Wenn Du den Kopf nach hinten neigst, kommen die Pupillen in die Nähe der unteren Augenlider, wo mehr Benetzungsflüssigkeit steht. Dort hast Du eine Art Brillenwirkung, die kleine Schrift usw. klarer erscheinen lässt. Der gleiche Effekt müßte sich mit Blinzeln einstellen, weil Du dann auch diese konkaven Bereiche der Benetzungsoberfläche durchschaust. Wenn Du den Kopf ganz nach unten neigst und durch die "Konkavlinse" am oberen Augenlid schaust, müßte die Sicht auch klarer sein.
Personen, die bisher keine Brille hatten, aber eine Brille benötigen, fangen automatisch zu blinzeln an, weil man dadurch "besser" sieht. Besonders bei Kindern sollte man auf Blinzeln achten ...
Fröhliches Blinzeln und Köpfchen-neigen wünscht Gleitsichtbrillenträger
rill
Ich war mal in so einer komischen Straße. Da hat mich so eine Dame angeblinzelt.
Die wollte aber keine Brille.
Na vielleicht wird sich ja bald einmal ein Augenarzt oder etwas Ähnliches zu Wort melden und uns aufklären über dieses doch etwas seltsame Phänomen ;-)
vielleicht ist es ja auch der sagenumwobene placebo-effekt...
du denkst dir nur, dass sei so. aber wenns hilft...
mfg, Hühnerschregga
Ich glaub, ich habs raus.
Ich kann ja nur noch in einer bestimmten Entfernung im Nahbereich scharf sehen, das sind im Moment so ca. 25 cm bis 1m (ohne Brille).Alles, was dichter dran ist, ist unscharf und alles was weiter weg ist auch. Wenn ich jetzt eine sehr kleine Schrift oder etwas sehr filigranes betrachten möchte (z.B. Gravuren) gehe ich dichter ran, dann wirds aber unscharf. Also neige ich den Kopf nach hinten, dadurch wird aber der Abstand wieder um ein paar Zentimeter vergrößert und schwubs ist es wieder scharf. Diese Erfahrung hat sich allerdings inzwischen so eingeprägt, dass ich generell, wenn ich im Nahbereich etwas scharf sehen will, den Kopf nach hinten neige. Für den Bereich ab 1m habe ich ja die Brille (Kurzsichtigkeit). Allerdings hat mein Augenarzt gemeint, fürs Nahsehen brauche ich noch keine Brille, deshalb ist bei meinen Gleitsichtgläsern unten auch nur "Fensterglas" verbaut. Lesen geht ja auch am Besten ohne Brille, dafür sind die Arme noch lang genug :-)).
Wie auch immer... Die Erklärung von rill fand ich sehr interessant, allerdings handelt es sich bei diesem Erklärungsversuch wahrscheinlich um ein anderes Phänomen, nämlich, wenn ich den Kopf nach hinten oder nach vorne neige, wird die Pupille teilweise verdeckt, also die Öffnung kleiner, dadurch ergibt sich eine größere Schärfentiefe (d.h. der Bereich, in dem man scharf sehen kann wird vergrößert), und deshalb kneifen die Leute auch die Augen zusammen, um schärfer sehen zu können.
Danke für eure Antworten...
Ganz so einfach ist die Angelegenheit nun auch wieder nicht. Wer mehr über diesen und auch andere Besonderheiten bei visuellen Wahrnehmungen
wissen möchte sollte sich einmal mit der kognitiven Psychologie beschäftigen. So wird man mehr über die Verschiedenheit der Sehzellen
und deren Reizung erfahren (aber das führt hier zu weit; über dieses Thema gibt es Bände).Nur so viel: Unter den geänderten Bedingungen (Brille)lernt das Gehirn neu, dass bestimmte (nun veränderte ) Netzhautbereiche bei Nahsicht besonders intensiv feuern( so nennt man das tatsächlich). Man nimmt also automatisch die Kopfstellung ein, die diese Bereiche optimal anspricht.
Bin ich froh, dass das geklärt ist. Konnte deswegen kaum noch richtig schlafen ;-)
Armes Deutschland!
Irgendwie ist die ganze Frau ein Phänomen. ;o)
>>Komisches Brillenphänomen
...so würde ich es eigentlich überhaupt nicht nennen.
Und es ist doch zum Teil sehr erfreulich wenn man mal bei dieser Diskussion mal andern über die Schultern schaut und mal mithört. Nur eigentlich erwartet man hier bei Off Topic kein wirklich richtiges Thema. Und dabei gibt es jetzt wirklich schon 5 gute Antworten.
Und dazu könnte man nun wirklich noch so einiges sagen. Eigentlich liegt mir ja dieses Thema noch ganz besonders am Herzen.
mfG bollerman
seufz!
Ich kann nur noch im Bereich 10cm - 15 cm vorm Auge scharf sehen, da hilft auch kein nach-hinten-kippen des Kopfes mehr. Und ne brille auch nicht. 8 dioptrien :(
