Hallo,
Ich habe damit begonnen, mich ein bisschen in die Konfiguration und Installation von Gentoo einzulesen. Wie ich feststellen musste, dauert schon das Installieren von kleinen Programmen auf einem einigermassen modernen System relativ lange. Die ganze Installation dauert dann natürlich eine kleine Ewigkeit im Verhältnis zu vorkompilierten Distributionen.
Soweit ist das noch nicht tragisch, da man ja sein System nicht jede Woche neu installiert und man das einmalige Kompilieren über die Nacht laufen lassen kann. Ich frage mich aber, wie das mit Updates aussieht. Kann man so ein Gentoo System wirklich als Desktoprechner zu Hause einsetzen, oder ist man da nur dauernd am Kompilieren? Ist der gewonnene Speed durch die Optimierung auf die eigene Hardware noch ein Argument, oder verliert man diese Zeit mehrfach beim Kompilieren von Updates?
Linux 15.070 Themen, 107.540 Beiträge
Ich setzte Gentoo sehr lange als Desktopsystem ein, insbesondere auf einem Athlon-Thunderbird mit 1.3Ghz. Das geht also problemlos. Mit einem modernen (DualCore) System ist die Installation (ab stage3) in einem Tag erledigt - keine Sache mehr.
Ist der gewonnene Speed durch die Optimierung auf die eigene Hardware noch ein Argument,
Ist kein Argument, war nie ein Argument, wird auch nie eines sein.
Mit der Kompilieroptimierung argumentiert nur, wer Gentoo nicht wirklich kennt. Die Stärken von Gentoo liegen in seiner Konfigurierbarkeit, Anpassbarkeit, Aktualität (hat zwar im Stable-Zweig etwas nachgelassen...) und der exzellenten Community. Ausserdem ist das kompilieren zusätzlicher Programme, welche nicht im offiziellen Repository sind, verhältnismässig einfach, da bei Gentoo prinzipbedingt immer alle Headerfiles installiert werden.
Danke dir, in dem Fall werde ich in der nächsten Zeit einmal versuchen, das auf meinem Notebook zu installieren. Bis jetzt habe ich erst ein bisschen in einer VM herumgeübt.
Hi yves,
ich habe gentoo auch längere Zeit als Desktopsystem eingesetzt.
Trotz der von the_mic genannten Vorteile ging mir die Kompilliererei auf den Senkel. Natürlich war mein PC damals noch nicht der leistungsstärkste (Athlon XP 1800+ Prozessor), aber Stunden auf ein Gnome- oder Gimp-Update zu warten, nervt mit der Zeit einfach. Selbst kleine Programme brauchen einfach ihre Zeit, da sitzt du oft rum und drehst Däumchen, wenn du eben grad dieses Programm nachinstallieren willst um damit zu arbeiten.
Die Konsequenz für mich war: gentoo zum Basteln gerne. Aber auf einem System mit dem ich arbeiten und nicht beim Sich-selbst-beschäftigen zuschauen will, läuft Ubuntu oder Debian.
Abgesehen davon ist gentoo aber allererste Sahne!
Ich nehme mal an das gentoo die Programme als Sourcecode anbietet um Speicherplatz auf dem Server zu sparen.
Debian läuft auf 13 Archtikturen. Jede von diesen Architekturen hat 22 Cds und 3 DVDs für stable und testing.
Das sind etliche GByte die man braucht.
Der Sourcecode der Programme ist bei Debian maschinenunabhängig. Man kann das Programm herunterladen und auf allen 13 Architekturen von Sparc über Alpha bis AMD64 kompilieren.
Dieses Portagesystem ist von FreeBSD übernommen worden, zumindest teilweise.
Bei FreeBSD ist das auch so üblich einen Teil der Programme sich selbst zu übersetzen.
Danke auch euch beiden.
Ich denke ich werde mich selber mal davon überzeugen, wie es so läuft. Ab übernächster Woche habe ich Ferien genommen, dann habe ich auch endlich mal etwas Zeit. :)
