Hallo Leute,
Alles nur Panik mache? Oder ist da was dran! Um was geht’s eigentlich? Um Unix Systeme. Klar – sicher ist – nichts! Da ich nun schon eine weile mit Linux hantiere, stellt man sich die frage:
Wie sicher ist das ganze denn nun? Was für Programme benutzt ihr zur Kontrolle.
Als langjähriger Windows User ist Suse 10.1 – in meinem falle, immer noch etwas gewöhnungsbedürftig. Wie sehen das andere Umsteiger!
Suse 10.1 macht bei mir nun einen ordentlichen Eindruck – bis jetzt! Kein umständliches einbinden von Hardware mehr, sofern man nicht irgend ein Exoten teil hat.
Wie sind eure Erfahrungen mit Linux?
Gruß Soulmann
Linux 15.062 Themen, 107.425 Beiträge
Die Sicherheit eines System wird von der fehlerfreiheit im Programmcode und der Konfiguration bestimmt.
Wenn man sich nicht näher mit der Konfiguration des System und seiner Systemdateien beschäftigen will, hat man wahrscheinlich die gleichen Probleme wie Windowsbenutzer. Windowsbenutzer merken in der Regel gar nicht das sich ein Virus oder Trojaner in das system eingeschlichen hat, weil Windowsbenutzer iht Betriebsystem nicht gut genug kennen.
Oder hat mal ein normaler Windowsbenutzer in das Hanbuch die "Technische Referenz von Windows XP" geschaut ?
Microsoft versteckt die Konfiguration hinter irgendwelchen Menüs und Icons und man ist nicht mehr sein eigener Administrator wie bei Unix oder Linux.
Man sollte regelmäßig Sicherheitsupdates einspielen und die Konfiguration des system richtig erlernen.
Ich würde empfehlen nur originale Software von der Distribution zu installieren und keine Raubkopien aus Filesharingsystemen zu benutzen.
Würden Windowsbenutzer nur originale Software kaufen, hätten sie wahrscheinlich auch weniger Probleme mit Viren, mal abgesehen von E-Mail Viren.
Debian hat ein ausgereiftes Sicherheitskonzept. Wenn man bei Debian nur die Software installiert, die original von Debian stammt, kann eigentlich nichts passieren.
Mit Java würde ich vorsichtig sein. Javaprogramme sind unabhängig vom Betriebsystem.
"Oder hat mal ein normaler Windowsbenutzer in das Hanbuch die "Technische Referenz von Windows XP" geschaut ?"
http://www.heise.de/newsticker/meldung/69169
news 02.02.2006 19:07 heise online
Microsoft stellt technische Referenz für Windows XP kostenlos online
Was Microsoft im Original als "Windows XP Professional Resource Kit" bezeichnet, heißt in der deutschen Version "Die technische Referenz" und ist ein rund 1300 Seiten umfassendes Handbuch zu Windows XP, das bislang nur in gedruckter Form für 79 Euro zu erhalten war.
P.S.
http://www.golem.de/0602/43128.html
Von der deutschen Fassung gibt es im Technet derzeit nur einige Teile online, die meisten Seiten verweisen dann doch wieder auf die englischsprachigen Inhalte.
Microsoft macht sich langsam.
Jetzt müßte Microsoft den Programmcode von Windows veröffentlichen ;-).
Dann könnten beispielsweise die Kernelentwickler einen brauchbaren NTFS Treiber entwickeln.
Ließt denn ein Windowsbenutzer überhaupt dieses Handbuch ?
Dann würden so viele Windowsbenutzer nicht immer Windows als Windoof bezeichnen.
Ich wäre ohne meinen Ganten und meine Debian Bible manchmal völlig hilflos.
Schon mal das Datum der von Dir verlinkten Artikel angesehen? 2001/2003 - nicht gerade aktuell :-)
Artikel wie der des Tecchannel bekommen normalerweise das Label FUD (Fear, Uncertainty, Doubt: Angst, Ungewissheit, Zweifel), weil sie ausschließllich dafür gemacht werden, um den Anwender zu verunsichern. Natürlich wollen die Verlage Werbung verkaufen, und die Anti-Viren-Hersteller predigen ja schon seit Jahr und Tag, dass Linux *bald* von Malware zugeschüttet wird. Passiert ist bisher ... nichts, das geben mittlerweile auch einige ernstzunehmende Hersteller zu, z.B. Kaspersky:
http://www.pro-linux.de/news/2006/9603.html
usernull
Das schwächste Glied in der Kette ist immer der Anwender!
Wie fängt man sich die meisten Viren ein? Sie werden per Email zugestellt oder man lädt sich einen "Keygen" herunter. Wobei die Email-Viren heute "Konkurrenz" durch Phishing erhalten haben, was nicht minder problematisch ist. Gegen diesen Infektionsweg kann das System nicht viel machen. Social Engineering ist ein Problem, welches sich nur über Anwenderschulung und -information beheben lässt (darüber könnte ich mich jetzt auch auslassen, aber das sprengt den Rahmen dieser Diskussion). Was technisch möglich ist: Dem Benutzer nur die gerade benötigten Rechte geben. Nicht mehr. Wer mit vollen Systemrechten arbeitet, der ist selber schuld, egal unter welchem Betriebssystem.
Vorteil "unixoide" Systeme: Sie sind von Anfang an auf ein Mehrbenutzer-System ausgelegt. Demnach funktioniert jegliche Software auch mit eingeschränkten Rechten. Nicht so bei Windows. Um gut arbeiten zu können, muss man fast zwangsläufig Administrator sein. Erst so langsam kapieren es die Softwarehersteller, dass man Benutzerdaten und Programmcode trennen muss. Was ich damit meine: Win98 Spiele werden unter c:\programmes\spiel installiert, Spielstände unter c:\programme\spiel\savegames. WinXP Spiele werden am gleichen Ort installiert, speichern aber Spielstände unter c:\dokumente und einstellungen\user\savegames. Aufs Programme-Verzeichnis braucht der Anwender keinen Schreibzugriff mehr.
Schönstes Beispiel für eine unfähige Entwicklerbude: Die Literaturverwaltung Endnote, deren Version 8 im Jahr 2004 erschienen ist, sprich zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits "jeder" das Mehrbenutzerbetriebssystem Windows XP verwendet hat, erfordert nach wie vor Admin-Rechte um sauber zu funktionieren. Das bei einem Preis von 200€... Frechheit! (sorry für den Bandwurmsatz).
Natürlich schützen auch eingeschränkte Rechte nur bedingt. Letztendlich sind die Daten das wichtigste, und die liegen üblicherweise so auf der Festplatte, dass der Benutzer darauf zugreifen kann. Also kann auch ein Virus, das der User ausführt, darauf zugreifen und diese löschen. Glücklich, wer immer ein halbwegs aktuelles Backup hat :-) Aber immerhin: Die Daten der anderen User sind sicher und die Systemsoftware kann nicht kompromittiert werden. Wird das /home-Verzeichnis unter Linux in eine eigene Partition gelegt und diese "noexec" gemountet, wird's schon richtig schwierig für ein Virus (und für einen allesanklickenden Anwender ebenso).
Über Sicherheitslücken können natürlich auch vom User gestartete Programme versuchen, mehr Rechte zu erlangen. Genau auf die gleiche Weise können auch Schadprogramme von aussen angreifen, z.B. über gestartete Daemons (Serverdienste). Auch auf einem Desktop laufen solche Dienste, bekannt unter Windows ist z.b. der Nachrichtendienst. Ein Beispiel solcher Angriffe ist z.B. der sqlslammer, welcher über einen Fehler im mssql-Server eindringen konnte. Noch perfider wird's, wenn Sicherheitslücken in Firewalls gesucht und angegriffen werden, dann braucht man nicht mal mehr einen offenen Port. Die Linux-Firewall iptables läuft z.B. mit Kernelrechten, ergo wenn da was fehlerhaft ist, kann man das System vergessen. Das lässt sich aber grad nochmals toppen, z.B. durch Angriffe auf Netzwerkkartentreiber, siehe dazu die neulichen Newsmeldungen bei Golem und Heise.
Die einzige Lösung hier: Sobald der Entwickler den Patch bereitgestellt hat, muss dieser installiert werden. Problem Windows: viele User misstrauen Microsoft und haben den Updatedienst deaktiviert. Weiteres Problem Windows: Windowsupdate kann nur Microsoft-Programme aktualisieren. Ebenfalls Problem Apple: auch deren Updater aktualisiert nur Apple-Software. Vorteil einer Linux-Distribution: Es wird vom Kernel bis zur hintersten und letzten Library alles aus einem Guss von einem Distributor geliefert und somit kann ein komplettes System auf einen Klick aktualisiert werden. Ausgenommen natürlich, wenn der Anwender eigene Software installiert - beim Lieferumfang aktueller Distributionen ist das aber so gut wie unnötig.
Im einen Artikel wird noch besonders auf Website-Defacements eingegangen. Dieser Abschnitt ist der grösste Stuss, welcher mir je untergekommen ist. 99.9% aller Defacements erfolgen über fehlerhafte Webskripte (PHP, Perl), da ist's völlig egal, ob diese auf einem Apache, IIS oder lighttpd laufen. Und da das Gespann LAMP (Linux, Apache, MySQL, PHP) etwa 60% der Webserver ausmacht - ja, wenn wundert's, dass der diese Kombination auch die Defacement-Statistik anführt. Letztes Jahr sind phpBB-Würmer aufgekommen. phpBB ist eine weitverbreitete Forensoftware.
OK, ich komm zum Fazit, ich hab nämlich Hunger :-)
Viren sind für jedes System möglich, nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirklichen Schaden anrichten, die hängt stark von der verwendeten Software ab. Ebenfalls wichtig ist der Anwender, ob der blind alles anklickt oder ob er vorsichtig agiert und sein System sauber konfiguriert und aktuell hält.
Hallo Zusammen,
Erst mal Danke schön für die Antworten!
Wie ich eingangs schon schrieb, ist doch einiges nur schön daher geschrieben.
Ein System ist nur so sicher wie sein Benutzer es zulässt.
Es heißt also weiterhin – am Ball bleiben und @ the mic, ich hoffe der Hunger konnte gestillt werden. Nach der umfangreichen Ausführung denke ich schon.
Gruß Soulmann
..........länger nicht gelesen, aber hier bist du richtig........ ;-)
Also wenn du wirklich um/einsteigen willst und das wird nunmal etwas daueren, empfehle ich dir www.easy-linux.de + ob die Patenschaft noch läuft, weiß ich nicht.
Da ich mich mit 12 über E-Mail zu betreuenden Um/Einsteigern "etwas übernommen" habe (muß ich halbieren, ergo 4-6 abgeben), frage einfach mal nach, ansonsten neben dem Brett hier, kannst du dringende Fragen jederzeit über E-Mail formulieren (siehe ViKa), nur kann ich zur Zeit nicht sagen/schreiben, wielange eine Antwort braucht..
Aus Erfahrung weiß ich aber inzwischen, daß mit Schritt-für-Schritt Anleitungen der größte Erfolg + minimiert den anfänglichen Linux Frust......... ;-), verbunden ist.
Zu deinen anderen Fragen: Linux bleibt sicher, solange du nicht über SU (Root) surfst, rpms oder andere Tools nur über seriöse Quellen herunterlädst + über einige Linux-Newsletter auf dem Laufenden bleibst (Tecchannel, diverse Forum-Newsletter, Suse, Unix usw.)
10.1 ist schon ganz nett, allerdings stört mich der für Um/Einsteiger kaum übersichtliche Dschungel an Paketmanager, ob YUM, apt-get, SMART, YaST - siehe
http://www.nickles.de/static_cache/538082904.html = hier,
da denke ich, daß die 10.2 noch ein Schippchen darauflegen wird.
(Beste Suse-Distributionen bisher 8.2 + 9.3 = mit der ich überwiegend nach Kernel-Updates arbeite, 10.1 läuft eher nebenbei)
Gruß
NANÜ
P.S. am Anfang sind es Kleinigkeiten,
die einen zur Verzweifelung bringen,
aber wie so vieles = einmal gemacht
wird es simpel.
Sorry wegen der späten Meldung.
Ich bin ja seit Suse 9.0 mit on Board. Wie ich geschrieben habe finde ich die Hardware Anbindung bei der 10.1 besser.
So langsam finde ich mich immer besser mit uns Suse zurecht, fühle mich aber immer noch wie zu anfangs Win. 3.11 – bzw. Win. 95
Du siehst – noch ein weiter Weg. Aber zum lernen ist es nie zu spät. Als bestes Beispiel ist hier Jüki zu nennen.
Wenn man mit Verstand an die Sache herangeht, wird das schon. Sollte ich mal nicht selbst weiter kommen – frag ich halt nach.
Gruß und weiterhin gutes Gelingen
Soulmann
