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News: Wachsende Kritik an Apple

Wird das Internet bald unbezahlbar?

Michael Nickles / 20 Antworten / Baumansicht Nickles

Apples neuer Safari Browser beziehungsweise dessen neue Funktion "Safari Reader" wird von deutschen Technik-Webseiten aktuell hauptsächlich gelobt. Der "Reader" wäscht Werbung in Artikeln auf Webseiten weg und macht sie bequemer lesbar.

Technisch betrachtet soll Webseiten-Betreibern dadurch kein Nachteil entstehen. Die "Klicks" auf die ausgeblendeten Anzeigen führt der Reader wohl automatisch durch. Verloren gehen Webseiten auf jeden Fall ihre Seitenabrufzahlen. Betroffen sind vor allem Seiten, bei denen sich Artikel über zig Seiten erstrecken.

Der Reader fasst die alle als eine Seite mir "rausgewaschener" Werbung zusammen (siehe dazu auch Apple Safari 5 betrügt Webseiten-Betreiber). Abgesehen vom Verlust der Abrufzahlen, entsteht für Webseiten-Betreiber ein anderes gewichtiges Problem.

Anzeigen werden häufig aufgrund von "Klicks" bezahlt, womit allerdings von Menschen ausgeführte Aktionen gemeint sind. Im Fall des Readers kassieren Webseitenbetreiber also für die Einblendung von Anzeigen, die gar kein Mensch zu sehen kriegt. Konkret ist das Klick-Betrug und Webseiten-Betreiber können von Anzeigenkunden belangt werden, wenn sie das zulassen. Während die deutsche Online-Fachpresse den Safari Reader aktuell vorwiegend als tolles neues Feature lobt, wächst in den USA inzwischen die Kritik an Apple.

Wired verweist beispielsweise auf die Tatsache, dass der Safari Browser im Desktop-Bereich im Hinblick auf seine Marktanteile noch keine nennenswerte Rolle spielt, eine Gefahr bedeutet.

Im mobilen Bereich sieht das allerdings anders aus: auch Iphone, Ipad und Co verwenden den Safari-Browser und damit den "Reader". Wired bringt auch einen entscheidenden Diskussionspunkt ins Spiel. Es ist davon auszugehen, dass Apple den Reader nicht nur geschaffen hat, um das Lesen von Inhalten im Internet einfacher zu machen, sondern, dass es vor allem ums Kassieren geht.

Sollte sich der Reader durchsetzen (und andere Browser-Hersteller ebenfalls so eine Funktion bieten), dann bedeutet dies das Aus für Webseitenbetreiber, die auf Anzeigeneinnahmen angewiesen sind. Sie haben allerdings eine Chance, weiter existieren zu können. Und zwar: ihre Publikationen über das Apple App Store zu vertreiben. Innerhalb von iOS Anwendungen blockiert der "Safari Reader" nämlich Anzeigen nicht.

Und die kommen natürlich ausnahmslos von Apple's iAds-Werbeplattform, bei der Apple richtig fett abkassiert: 40 Prozent des Anzeigenerlöses steckt Apple ein. Es ist davon auszugehen, dass sich Betreiber anderer Werbeplattformen (Google und Co) Apple's Masche nicht gefallen lassen werden. Die Wettbewerbshüter werden gewiss bald von sich hören lassen.

Michael Nickles meint: Wie schon in der Diskussion zur vorigen News in dieser Sache zu sehen, gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Viele wollen Webseiten die werbefrei und kostenlos sind und kapieren halt nicht, dass das ein aussichtsloser Wunsch ist und sie auf Dauer restlos verlieren werden.

Und zwar die Informationsvielfalt im Internet. Klappt das Töten des aktuellen Anzeigengeschäftsmodells, dann werden sich unzählige Webseiten in Rauch auflösen. Am Ende werden nur ein "paar große Seiten" übrig bleiben, die kostenpflichtig sind. Allerdings wird es sich kaum einer leisten können, für alle Seiten, die ihn interessieren, Abo-Gebühren zu blechen.

Alleine die Abo-Gebühren werden den "verbliebenen Webseiten" allerdings nicht ausreichen. Sie werden gezwungen sein, zusätzlich Werbung einzublenden. Was übrig bleibt, sind dann also Webseiten, für die man Abo-Gebühren blechen muss UND dort gleichzeitig mit Werbung überschüttet wird.

Wer mag kann glauben, dass da schon noch ein paar "Jahrzehnte" vergehen bis es so weit ist und jetzt eifrig den Safari Reader nutzen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass sich Dinge heuer rasend schnell verändern können.

Birkelix Michael Nickles

„Wird das Internet bald unbezahlbar?“

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Genau so sehe ich das auch: man kann sich gegen die Funktion des Readers "schützen", indem man an Apple zahlt. Clever, die Jungs aus Cupertino. Verkaufen die Ausrottung der Meinungfreiheit als tolles Feature.

Aber wie läuft es, wenn andere das nachmachen? Das gibt ja wieder nur ein heilloses Durcheinander. Von wegen Webstandards. Dass die Kleinen und die Idealisten dabei die Dummen sind, daran gibt es wohl keinen Zweifel.

Die Frage, die noch nicht beantwortet wurde, ist, wie müssen Inhalt und Werbung aussehen, um die Mechanismen des Readers auszuhebeln? Wenn darauf eine Antwort gefunden wird, geht's in die nächste Runde.

Nickles, lass Dich nicht unterbuttern!

gelöscht_300542 Michael Nickles

„Wird das Internet bald unbezahlbar?“

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Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es glatt zum Schmunzeln:

Im Kampf um die Freiheit im Net ist man als bewusster Inet-User seit Jahren in Habacht-Stellung und erwartet den Feind (z.B. Leyen u. Schäuble, etc.) frontal von vorne. Um dann feststellen zu dürfen, dass er einem, durch die Hintertür kommend, das Messer, in Form eines "Geschäftsmodells" längst an den Hals gesetzt hat.

Wer den News-Artikel als Panikmache empfindet, möge sich nur kurz ein Tool vorstellen, das es erlaubt, die Werbeeinblendungen der privaten TV-Sender in Echtzeit auszublenden und sich dann die Frage stellen, wie lange wohl noch bezahlfreies TV existiert!

mfg :)

violetta7388 Michael Nickles

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Hallo Forum,

warum diese Aufregung, die Applecommunity findet es alles ganz toll! S. Jobs blökt und alle Applefans freuen sich.

MfG.
violetta

floytt violetta7388

„Hallo Forum, warum diese Aufregung, die Applecommunity findet es alles ganz...“

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violetta7388 floytt

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Vagabundo Michael Nickles

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Die schnellste und einfachste Loesung machen uns die TV-Sender doch schon vor:

Einfach die Werbung als Text mitten in den normalen Text reinknallen....
So wie manche Sender schon im Film unten oder oben Werbung reinbauen.

Das ist aetzend und stoert, aber wenn es geschickt gemacht ist kann der Reader es nicht ausklinken.

Und das Leben wird wieder ein wenig unangenehmer.....

Vagabundo

Wiesner Michael Nickles

„Wird das Internet bald unbezahlbar?“

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Hallo Michael,

wehre dich, leite alle Safari Surfer auf eine Seite um wo du Ihnen erklärst das Nickles mit dem Safari nicht mehr funktioniert.
Wenn das dann einige tausend Webseiten ebenfalls machen dann ist diese Idee aus Cupertino bald Geschichte.

Loopi© Wiesner

„Hallo Michael, wehre dich, leite alle Safari Surfer auf eine Seite um wo du...“

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Das Feature werden andere Browserhersteller nachbauen. Sollen die alle umgeleitet werden? Eher sollte Mike sich was überlegen, den Mechanismus auszutricksen, solange es nur Safari hat. Dann macht er sich ein Bier auf und bastelt mal eine Nacht nicht an Linux sondern am Austricksen der Readerfunktion ;-)

MLH Michael Nickles

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Hallo
man kann es natürlich auch direkt wie H.Nickles machen und redaktionelle Beiträge mit
Werbung verbinden (=Bong TV).
In diesem Beitrag wurde ja noch darauf hingewiesen, dass ist längst nicht mehr selbstverständlich.
Damit kann man nicht 100% sicher sein, dass "nur" noch Wahrheiten verbreiten werden.
Natürlich muss man sich entscheiden:
werbe-finanziert und kostenlos oder unabhängig und kostenpflichtig.
mfg
mlh

Vagabundo Michael Nickles

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Gute Idee, Wiesner.

das werde ich auch machen und auf dieser Webseite dann noch gut Werbung mitten im Text einbauen.
Ich bin naemlich auch auf die Finanzierung durch Werbung angewiesen auf fax-for-free.de. Ohne die Werbeeinnahmen kann ich eben keine Faxe und SMS kostenlos versenden.

Werde es gleich am Wochenende einbauen und wir sollten alle aufrufen es ebenso zu machen. Am besten mit einer Info zu Apple. (am besten bei jedem Seitenaufruf). Aber an welche Adresse sendet man das am besten?

Vagabundo

BastetFurry Michael Nickles

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Steinigt mich, aber solange es nervende "Peels", I-Frames, Inline-Popups auf CSS Basis und dröhnende Flashbanner gibt wird hier der ABP im Einsatz bleiben.

marinierter Michael Nickles

„Wird das Internet bald unbezahlbar?“

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Steinigt mich, aber solange es nervende "Peels", I-Frames, Inline-Popups auf CSS Basis und dröhnende Flashbanner gibt wird hier der ABP im Einsatz bleiben.

Zustimmung!

Außerdem: Im TV entscheide ich ja auch, ob ich die Werbung sehen will oder nicht.
RedRed2x marinierter

„ Zustimmung! Außerdem: Im TV entscheide ich ja auch, ob ich die Werbung sehen...“

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Im TV entscheide ich ja auch, ob ich die Werbung sehen will oder nicht.
Avatar von marinierterantworten

Klar kannst du das, sofern du wegschaust.
Wie schon weiter oben beschrieben, gibt es jetzt schon die zwischengeschobene Werbung, die nur ein paar Sekunden andauert und z. B. zwischen zwei Beiträgen/Spielen aufflackert oder eingeblendet wird (ggf. von links nach recht/oben nach unten über den Bildschirm wandert). Ein alter Hut ist da schon die Splitt-Screen-Werbungf von RTL bei (Motor-)Sportveranstaltungen.

Wie willst du da wegschauen/weghören, ohne ggf. andere Infos zu verpassen.

redred2x
andy11 Michael Nickles

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http://www.nickles.de/forum/allgemeines/2010/heute-stimmen-sie-ab-538695923.html

Und da wo es Abends keine Werbung mehr gibt, zahlst du dann.

habus Michael Nickles

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Im Zusammenhang mit Werbung im TV möchte ich mal darauf aufmerksam machen, dass JEDER Kunde, der ein im Fernsehen beworbenes Produkt kauft, diese Werbung mitfinanziert. Die privaten Sender sind also keinesfalls kostenlos, wie sie gerne glauben machen wollen. Das gilt natürlich für alle Medien.

michunger Michael Nickles

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Ich habe meine Werbeblocker nur angeschaltet, weil ich bewegte Werbung als störend empfinde. Statische Werbung wird von mir, ja nach Machart, Interesse und Qualität von mir weder als störend noch als aufdringlich bewertet. Bei mancher Werbung freue ich mich über die Qualität und schaue interessiert hin. Oder manchmal interessiert mich sogar die Werbebotschaft oder das Produkt, dann klick ich sogar mal drauf und empfinde es als Bereicherung, dass ich bequem auf weiter führende Information weitergeleitet werde. Was ich sagen will: Werber, hört auf zu nerven und haltet uns Verbraucher nicht für abgestumpfte Deppen, die nur durch aufdringliches Gehupe zu mehr Aufmerksamkeit zu bewegen sind. Ihr grabt euch das eigenen Grab, wenn ihr euch nicht endlich an die Gepflogenheiten des Netzes anpasst. Wir entscheiden SOFORT und immer tödlich fürs Produkt, wenn ihr Fehler macht. Zum Schluss: Was Apple da vormacht ist schlichter Raubzug in Verbindung mit Erpressung und gehört sofort abgefangen.

andreas245 Michael Nickles

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Technisch betrachtet soll Webseiten-Betreibern dadurch kein Nachteil entstehen. Die "Klicks" auf die ausgeblendeten Anzeigen führt der Reader wohl automatisch durch. Verloren gehen Webseiten auf jeden Fall ihre Seitenabrufzahlen. Betroffen sind vor allem Seiten, bei denen sich Artikel über zig Seiten erstrecken.
Jede Druckformatierung lässt sich blockieren, und etwas anderes als Druckvorstufe ist der Reader nicht. Lassen sich die einzelnen Seiten eines Dokuments nicht sinnvoll als mehrere Dokumente erstellen? Das dürfte den Reader ins Schleudern bringen.
Ich benutze privat einen vorgeschalteten Ad-Proxy, der Werbung vor dem Browser filtert. Statisch in die Webseite eingebundene Werbung wird akzeptiert, eingeblendente Popups oder ähnliches werden abgelehnt. Nachteil, für diese Popups gibt es auch keine "Klicks".
Ich würde also erstmal sehen, wie sich der Reader blockieren lässt. Nicht jammern, erst umsehen. Das Internet hat sich in den letzten 13 Jahren immer wieder verändert. Vor 13 Jahren war der Anteil 70% Information und 30% Werbung. Eine Internetstunde kostete 10 -12 Mark. Heute kostet eine Stunde fast nichts mehr. Dafür ist der Inhalt in immer mehr Werbung und Müll versteckt. Das mit dem Reader ist nur sinnvoll, wenn ich mir unzählige Klicks ersparen kann. Ich denke auch für dieses Problem der Webseitenbetreiber wird man, wie immer, eine Lösung finden. Das Internet wird sich weiter verändern, Webseiten verschwinden und Neue entstehen. Große Verlage sind den Bach runter gegangen. Dafür Neue entstanden. Wer weiss schon wie das Internet in 10 Jahren aussehen wird. Der Reader ist nur eine Option, die für die Zukunft gezogen werden kann. Nichts weiter, kann sich durchsetzen muss aber nicht. Es kommt doch nur darauf an, wie viele Webseiten das unterstützen.
PaoloP Michael Nickles

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Meine Güte ...
Es gibt doch nicht nur null oder hundert.
Richtig eingesetzt in einem sinnvollen Verhältniss kann ich damit leben.

Hier den Untergang des modernen Abendlandes an die Wand zu malen wegen einer einzigen Browserfunktion..ich weiss nicht.

Ich spüre da irgendwie ne Menge angesammelten Frust bei Herr Nickles der sich hier entlädt.
Trinkn Bierchen und mach locker ;) Wird schon !

Conqueror Michael Nickles

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Die Werbung wird doch nur noch bei denjenigen dargestellt, die überhaupt keine Ahnung vom Internet haben, der Rest filtert diese sowieso konsequent weg Also was soll die Jammerei.

Systemcrasher Michael Nickles

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Ich kann mich der hier vorherrschenden Meinung nur anschließen.

Es gibt nervtötende und aufdringliche Werbung (aufpoppende Fenster, systemausbremsende Werbefilmchen, Flashs usw.), die m.E. nichts anderes sind, als der Hausierer, der den Fuß in die Tür stellt, wenn er abgewiesen wird und sich damit Gehör erzwingt.


Auf der anderen Seite gibt es Werbung, die dezent, aber effektiv daher kommt.
Klickt man sie an, kann man sich die Werbefilmchen anschauen, Zusatzinfos etc. bekommen. Oder man läßt es eben.

Genauso wie in einer x-beliebigen Zeitschrift: Ein gewisser Anteil ist Werbung, ein anderer eben redaktionell. Werbung ist als solche gekennzeichnet und man kann sie lesen oder nicht.

Da wir hier gerade bei Nickles.de sind: Ich habe diese Seite schon mit den unterschiedlichsten Browsern aufgerufen, aber Pop-Ups sind mir hier noch nicht begegnet (vom Login-Popup abgesehen).

Wäre dem nicht so, würde ich hier ständig von Pop-Ups genervt werden, wäre diese Seite für mich vollkommen uninteressant.

Aber Herr Nickles zeigt, wie Werbung auch aussehen kann: Dezent und dennoch informativ - und vor allem Werbewirksam.

Wenn die Firmen aussterben, die die Anwender mit nervigen Pop-Ups etc. belästigen, dann ist das mit Sicherheit ein Gewinn.

Anbieter seriöser Werbung kann das eigentlich ziemlich egal sein. Denn die wollen Kunden gewinnen und nicht verärgern. Also werden sie ihre Werbung auch entsprechend gestalten.

Und deshalb wird das Internet auch in Zukunft bezahlbar bleiben.