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News: Deutschland erwacht

Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview

Michael Nickles / 20 Antworten / Baumansicht Nickles

Nachdem Google angekündigt hat, die Streetview-Aufnahmen rund 20 großer deutscher Städte demnächst online zu stellen, wächst die Empörung. Kritisiert wird vor allem der Mechanismus, mit dem Google Betroffenen eine Möglichkeit zum Einspruch bietet.

Voraussichtlich ab Montag wird es eine Google-Seite geben, auf der man die Veröffentlichung seines Hauses/Grundstückes ablehnen kann. Das muss innerhalb einer recht kurzen Frist von 4 Wochen passieren - anderenfalls sind die Aufnahmen online. Auch danach will Google es allerdings zulassen, dass man seine Bilder entfernen lassen kann.

Das Problem: Google holt sich nicht vorher die Genehmigung, sondern tut es einfach und bietet nur die Möglichkeit zum Einspruch. Durch die Berichte in der Tagespresse kriegt das jetzt auch die Öffentlichkeit richtig mit und die Politiker praktizieren das, was sie am liebsten tun: reden statt handeln.

Eine klare Ansage gibt es jetzt vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Der appelliert bezüglich des Starts von Google Street View an die Politik, rasch klare Bedingungen für derartige Dienste zu schaffen. Bislang sind Google und Politik den Verbrauchern Erklärungen schuldig geblieben.

Der vzbv fordert unter anderem, dass ein Recht auf Widerspruch gesetzlich verankert werden muss, nicht eine Sache der Kulanz von Google sein darf. Kritisiert wird Googles Vorpreschen im Alleingang, ohne sich mit der Politik, den Daten- und Verbraucherschützern in Deutschland abgestimmt zu haben.

Dadurch nähre das Unternehmen die Befürchtungen, dass die kurze Frist zum Widerruf in der Sommerzeit nur eine Beruhigungspille ist, die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher am Ende jedoch vor vollendete Tatsachen gestellt würden.

Konkret fordert der Verband das diese Voraussetzungen erfüllt werden müssen, bevor Google mit seinen deutschen Streetview Inhalten loslegen darf:

1. Sicherzustellen, dass personenbezogene Daten wie Abbilder von Personen und KFZ-Kennzeichen unumstritten unkenntlich gemacht werden. Gesichter leicht zu verpixeln, wie dies etwa in Großbritannien praktiziert wird, sei nicht ausreichend.

2 Alle Widersprüche abzuarbeiten. Ein Widerspruch muss auch über die von Google genannte Vierwochenfrist hinaus möglich sein.

Von der Politk wird das gefordert:

1. Die Verankerung eines Widerspruchrechts. Dies ist nach geltender Rechtslage strittig.

2. Die gesetzliche Klarstellung, dass derjenige, der in Deutschland Daten erhebt, auch hiesiges Recht befolgen muss. Da Street View vom Google-Mutterkonzern mit Sitz in den USA betrieben wird, ist derzeit keineswegs sichergestellt, dass deutsche Verbraucher ihre Ansprüche überhaupt geltend machen können.

Michael Nickles meint: Dass Google mit seinen Karren in Deutschland nicht aus Spaß rumfährt, ist ja seit geraumer Zeit bekannt. Und zu welchem Zweck ebenfalls.

Es ist schon ein Jammer, dass der Verbraucherzentrale Bundesverband, erst "5 nach 12" loslegt. Google wird das alles nicht jucken und die Sache einfach durchziehen.

Olaf19 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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Ich sehe das sehr zwiegespalten.

Wenn ich ein Einfamilienhaus besäße, das relativ nah an der Straße liegt und von dort aus gut einsehbar ist, wäre es mir nicht so angenehm, wenn irgendein Hallodri davon Schnappschüsse macht und ins Internet stellt, noch dazu aus 2,90 m Höhe, so dass man mir in den Kochtopf gucken kann.

Nur - letzteres ist ja gar nicht Sinn und Zweck von Google Street View. Sinn der Sache ist, dass ich virtuell in einer Gegend spazierengehen kann, ohne mich physikalisch dort aufzuhalten. Auf diese Weise habe ich schon Stadtteile von London "erwandert", in denen ich bislang auf keiner meiner London-Reise gewesen bin. Für die Kennzeichen von parkenden Autos oder die Gesichter von vorbeiziehenden Passanten habe ich mich dabei weniger interessiert - da das durch den Momentaufnahmecharakter reine Zufallsprodukte sind, kann das auch niemand vernünftig und gewinnbringend auswerten.

Ich plädiere dafür, dieses ganze Thema sachlich und mit Augenmaß zu diskutieren; das allgemeine Google-Bashing, das in den letzten ein, zwei Jahren modisch geworden ist, geht mir das eine oder andere Mal ein ganzes Stück zu weit, auch bei Street View.

Google holt sich nicht vorher die Genehmigung, sondern tut es einfach und bietet nur die Möglichkeit zum Einspruch.

Andernfalls könnte man das Projekt gleich komplett knicken oder ganz verbieten. Wer will sich denn bei Millionen und Abermillionen von Gebäuden jedes Mal eine schriftliche Genehmigung holen und diese alle archivieren?

CU
Olaf

reader2 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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wo genau ist das problem?
die leute nehmen doch keine schaden, was kann man shcon mit dem streetview anfangen?
ABER das verhidnert leute am betrügen, zB wenn sie wohnungen vermiten - da wird man gleich merken, wenn die gegend scheiße ist.
sonst aber.. mir schnuppe - man kann über streetview keine infos bekommen, die man auch so (etwas zeit vorausgesetzt) nicht bekäme, was spricht also dagegen?

violetta7388 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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Hallo Forum,

spätestens wenn ungebetene Gäste in Deiner Wohnung oder Deinem Haus stehen, dann weiß auch der letzte Hansel, weshalb man unbedingt Widerspruch einlegen sollte.

Wer natürlich nichts an den Füssen hat, sollte sich nicht aufregen, aber besser auch nichts schreiben.

MfG.
violetta

Loopi© violetta7388

„Hallo Forum, spätestens wenn ungebetene Gäste in Deiner Wohnung oder Deinem...“

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Ich werde auf jeden Fall Widerspruch einlegen - für "mein" Mietshaus und für meine Eltern, die ein Eigentumshaus haben. Geht mir ums Prinzip. Wäre schön wenn Nickles eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bringt.

Beste Grüße
André

Olaf19 Loopi©

„Ich werde auf jeden Fall Widerspruch einlegen - für mein Mietshaus und für...“

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Müsste im Falle des Mietshauses nicht die Wohnungsbaugesellschaft Einspruch einlegen? Wenn das ein Mieter tut, muss Google sich dann auch fügen?

CU
Olaf

InvisibleBot Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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Ohje, eine StreetView-Diskussion...

Also gut:

Zuerst mal möchte ich betonen, dass ich keineswegs ein Fan von Google und deren Methoden bin, aber wie Olaf19 schon angedeutet hat sollte man die Kirche doch besser im Dorf lassen.

1. Was Google da macht ist keineswegs neu. Sightwalk macht genau das bereits seit 2 Jahren hier in Deutschland, und kein Mensch hat auch nur ein Wort darüber verloren. Aber bei Google reicht eine Ankündigung und alle gehen auf die Barrikaden.

2. Angeblich verstößt Google damit gegen den Datenschutz. Nur - soweit ich weiß sind lediglich private Daten schützenswert, und eine Hausfassade gehört wohl eher doch nicht dazu. Falls doch, gehe ich aber gern mit gutem Beispiel voran und erstatte Selbstanzeige. Schließlich habe ich - genau wie Millionen anderer Touristen schon Bilder von Straßen und Häusern in -zig Urlaubsorten gemacht. Und diese Bilder habe ich Freuden und Bekannten gezeigt und sie teilweise sogar online gestellt - mit Geokoordinatenangabe des Aufnahmeortes.

3. Dieselben Politiker die jetzt laut um die Wette heulen, haben seltsamerweise kein Problem mit in meinen Augen wirklichen Verstößen gegen den Datenschutz. Stichworte gefällig? ELENA, SWIFT, Vorratsdatenspeicherung, etc. etc.
Und viele Andere die sich jetzt aufregen finden es andererseits völlig normal auf Facebook und sonstwo persönliche Fotos, Namen, Adresse und intime Details von sich preiszugeben. Oder schleppen Payback-Karten mit sich herum...

4. Google will Geld damit verdienen. ("Privatisierung des öffentlichen Raumes") Katastropha maxima, jetzt kommen wir dem Kern der (politischen) Diskussion schon näher. Wenn Google Geld damit macht, wollen die Damen und Herren Politiker wohl gefälligst mitverdienen. Nur: Teleatlas und Navteq fahren schon seit Jahren Straßen ab, und verdienen damit Geld. Kräht komischerweise auch kein Hahn danach...

5. Kriminelle können StreetView nutzen. Sicher können sie das, genau wie jeder andere auch. Aber Kriminelle nutzen auch noch ganz andere Dinge, z.B. Autos und Handys. Wird deswegen der Straßenverkehr eingeschränkt, oder Handys verboten?

6. Die Google-Bilder werden aus 3m Höhe aufgenommen. Höher als die Fußgängerperspektive, aber nicht höher als ein LKW-Fahrer sitzt.

Olaf19 InvisibleBot

„Ohje, eine StreetView-Diskussion... Also gut: Zuerst mal möchte ich betonen,...“

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Inzwischen setzt sich Google gegen Bestrebungen zur Wehr, Streetview gesetzlich zu verbieten:
http://www.n-tv.de/politik/Google-gegen-Lex-Street-View-article1270076.html

Im übrigen: Ob eine Wohngegend "scheiße" ist oder ob man da einen lukrativen "Bruch" machen kann - mein Gott, das wusste man doch auch früher schon, als es noch überhaupt kein Internet gab.

Etwas ganz anderes wäre es, wenn gegenüber auf der anderen Straßenseite eine Webcam stünde, die permanent Live-Bilder ins Netz stellte, so dass jeder sehen kann, wann bei mir das Licht an oder ausgeht, wann ich nach Hause komme oder gehe. Aber so etwas ist ja vorerst nicht geplant...

3. Dieselben Politiker die jetzt laut um die Wette heulen, haben seltsamerweise kein Problem mit in meinen Augen wirklichen Verstößen gegen den Datenschutz. Stichworte gefällig? ELENA, SWIFT, Vorratsdatenspeicherung, etc. etc.

ACK. Siehe auch hier: http://www.nickles.de/forum/allgemeines/2010/google-street-view-538714185.html

CU
Olaf

Ventox Olaf19

„Inzwischen setzt sich Google gegen Bestrebungen zur Wehr, Streetview gesetzlich...“

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In der ersten von dir verlinkten Adresse steht
"Google-Sprecherin Wagner verwies auf mögliche negative Folgen einer "Lex Street View": "Ein solches Gesetz könnte das Ende für zahlreiche bereits bestehende Produkte bedeuten, die von Millionen von Deutschen heute schon tagtäglich genutzt werden, wie beispielsweise Navigationsanwendungen und digitale Kartendienste." "Street View" sei ein rechtmäßiger Dienst - "nichtsdestotrotz wollten wir die Erwartungen der Datenschutzbeauftragten so gut wie möglich erfüllen und sind davon überzeugt, dass wir dies erreicht haben."

Bei meinem Navigationsgerät wird die Gegend wie in einem Stadtplan oder einer Landkarte dargestellt.
Ich sehe keine Häuser wie in Echt, und das muss ich auch nicht.
Trotzdem komme ich ans Ziel.
Google sollte übrigens vorsichtig mit solchen Drohungen sein.
Als wenn die wegen einem "Lex Street View" Einfluss auf die Navigation per GPS ausüben könnten.
Falls doch, dann wäre es mit Google noch schlimmer, als ich dachte.
Übrigens, wenn Google meint, "Street View" sei ein rechtmäßiger Dienst -", dann frage ich mich, nach welchen Gesetzen?
Denen der USA, oder welchem Land?

InvisibleBot Ventox

„In der ersten von dir verlinkten Adresse steht Google-Sprecherin Wagner verwies...“

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Übrigens, wenn Google meint, "Street View" sei ein rechtmäßiger Dienst -", dann frage ich mich, nach welchen Gesetzen?
Denen der USA, oder welchem Land?


Du lebst in einer Demokratie, und stellst die Frage trotzdem falsch herum. Welches deutsche Gesetz verbietet denn Street View?
Ventox InvisibleBot

„ Du lebst in einer Demokratie, und stellst die Frage trotzdem falsch herum....“

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Du lebst in einer Demokratie, und stellst die Frage trotzdem falsch herum. Welches deutsche Gesetz verbietet denn Street View?

Kennst Du diesen schönen Spruch "Nur, weil etwas nicht verboten ist, ist es noch lange nicht erlaubt"?
Außerdem ist man ja dabei, ein Gesetz zu verfassen, welches Google Streetview in die Schranken verweist.
Davor scheint sich Google zu fürchten.
Würden sie sonst drohen, das dadurch unsere schöne Navigation gefährdet sei?
InvisibleBot Ventox

„ Kennst Du diesen schönen Spruch Nur, weil etwas nicht verboten ist, ist es...“

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Google hat ein Geschäftsmodell, und das wollen sie gern ausweiten. In ein paar Jahren wird sich niemand mehr für ein Navi mit fest installierten Karten interessieren, sondern die werden live - und immer aktuell - aus dem Internet abgerufen. Inklusive der StreetView-Ansichten.

Ist meiner Ansicht nach auch nix gegen einzuwenden, schließlich reden wir hier von öffentlich zugänglichem und sichtbaren Gebiet, was auch jeder Andere von der Straße aus sehen kann. Es ist mir schleierhaft, wie etwas, das sowieso jeder sehen kann, auf einmal dem Datenschutz unterliegen soll.

Wenn nun aber irgendwelche dahergelaufenen Politiker meinen ihr bisheriges Totalversagen auf dem Datenschutzsektor durch Aktionismus gegen StreetView aufholen zu müssen, und entsprechende Gesetze verabschieden tut das Google natürlich weh. Zum Einen waren dann die Investitionen zur Erfassung der StreetView-Ansichten vergebens und zum Anderen kann man dann ein wichtiges und zukunftsweisendes Feature in Deutschland möglicherweise gar nicht anbieten.

Und das alles nur weil einige Volksvertreter die Debatte darum als Profilierungschance nutzen wollen, und die öffentliche Meinung dabei mit Halbwahrheiten und Desinformation für ihre Zwecke nutzen. Das würde mich an Googles Stelle auch ziemlich anöden - und als Drohung würde ich das mit der Navigation auch nicht verstehen. Es ist dann ganz einfach so, dass Deutschland von einer zukunftsweisenden Technologie eventuell völlig abgehängt wird.

Ventox InvisibleBot

„Google hat ein Geschäftsmodell, und das wollen sie gern ausweiten. In ein paar...“

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Google hat ein Geschäftsmodell, und das wollen sie gern ausweiten.

Das könnte aus einer Werbebroschüre von Google stammen. ;-)

In ein paar Jahren wird sich niemand mehr für ein Navi mit fest installierten Karten interessieren, sondern die werden live - und immer aktuell - aus dem Internet abgerufen. Inklusive der StreetView-Ansichten.

Und wir werden dann auch alle unsere Computerprogramme sowie Daten in der Wolke haben. ;-)
Nur die ewig Gestrigen wie ich nicht. ;-)
Ich habe ein Navigationsgerät mit allem verfügbaren Kartenmaterial der Europäischen Länder.
Deshalb bin ich weder auf eine kostenpflichtigen noch kostenlosen Datenverbindung zu irgendeinem Server angewiesen.
Natürlich habe ich dann, eher aus Kostengründen, nicht immer das aktuellste Material.
Allerdings bin ich im Gegensatz zu Papa Schnitzer sehr wohl in der Lage zu erkennen, was zu tun ist, wenn mein Navi meint, das es an der nächsten Kreuzung geradeaus geht, und dort zwischenzeitlich anstelle der Kreuzung ein Kreisverkehr gebaut wurde.

schließlich reden wir hier von öffentlich zugänglichem und sichtbaren Gebiet, was auch jeder Andere von der Straße aus sehen kann.

Falls es nicht gerade jemand für wichtig hält, gerade mein Wohnhaus ins Internet zu stellen, dann muss bisher jeder erst hierher fahren, um es zu sehen.
Was wäre eigentlich für dich von Nutzen, mein Wohnhaus zu sehen?
Was würde es bringen, das Haus in einer Navigationssoftware zu sehen?
Ich komme auch ohne Häuseransichten mit meinem Navi direkt ans Ziel.
Allenfalls markante öffentliche Gebäude könnten vielleicht beim Navigieren in einer mir fremden Stadt hilfreich sein.


Wenn nun aber irgendwelche dahergelaufenen Politiker meinen ihr bisheriges Totalversagen auf dem Datenschutzsektor durch Aktionismus gegen StreetView aufholen zu müssen, und entsprechende Gesetze verabschieden tut das Google natürlich weh.

Wenn von Seiten der Politik in Sachen Streetview überhaupt nicht auf die Bedenken der Bürger eingegangen wird, wäre das für mich nicht in Ordnung.

Es ist dann ganz einfach so, dass Deutschland von einer zukunftsweisenden Technologie eventuell völlig abgehängt wird.

Soviel Macht gestehst Du also Google zu?

Warum eigentlich möchtest Du denn unbedingt, das Google Streetview alle Straßen und Häuser in Deutschland erfasst?
Würdest Du oft virtuell durch Straßen wandern und dir die Gegend ansehen?
InvisibleBot Ventox

„ Das könnte aus einer Werbebroschüre von Google stammen. - Und wir werden dann...“

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Ich hab auch ein Navi mit fest installierten Karten. Das reicht mir bisher auch für alle Gelegenheiten.

Aber praktisch wäre StreetView mit Sicherheit schon manchmal, dann könnte man sich z.B. vor dem Urlaub anschauen, wie das Hotel - außerhalb vom Prospekt - wirklich aussieht und in was für einer Gegend es steht. Genauso wenn man irgendwo hin will - das Navi bringt einen zwar hin, kennt aber oft nicht alle Hausnummern. So kann man sich vorher anschauen wie es dort aussieht und worauf man achten muss. Ist gerade in Städten mit viel Verkehr praktisch, da hat man mit dem Aufpassen auf den Verkehr schon genug zu tun hat, dann auch noch etwas suchen...

Wenn von Seiten der Politik in Sachen Streetview überhaupt nicht auf die Bedenken der Bürger eingegangen wird, wäre das für mich nicht in Ordnung.

ACK. Ich kann mich nur nicht des Eindruckes erwehren, dass hier von Seiten der Politik versucht wird, den Leuten eine Gefahr einzureden - nur um beim nächsten Wahlkampf sagen zu können: "Wir haben was getan".

Warum eigentlich möchtest Du denn unbedingt, das Google Streetview alle Straßen und Häuser in Deutschland erfasst? Würdest Du oft virtuell durch Straßen wandern und dir die Gegend ansehen?

Hey, langsam... Ich möchte das nicht unbedingt, sondern habe nur kein Problem damit, wenn es gemacht wird. Und wozu ich es nutzen würde hab ich oben schon geschrieben. Einfach so virtuell irgendwas anschauen, bringt mir gar nix.

Olaf19 Ventox

„ Kennst Du diesen schönen Spruch Nur, weil etwas nicht verboten ist, ist es...“

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"Nur, weil etwas nicht verboten ist, ist es noch lange nicht erlaubt"?

Den Spruch kenne ich zwar, nur überzeugt er mich nicht. Das gilt vielleicht für überkommene Vorstellungen von Anstand und Moral, nicht aber für unser Rechtswesen. Das ist nichts, was du einklagen kannst.

Wenn etwas nicht verboten ist - auf welcher Grundlage willst du dann dagegen vorgehen?

CU
Olaf
Scotty7 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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Ich freu mich auf StreetView, da kann man endlich die Orte anschauen an denen andere so leben auch wenn man keine Möglichkeit hat hinzukommen.

orgprog Scotty7

„Ich freu mich auf StreetView, da kann man endlich die Orte anschauen an denen...“

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Ich auch!
Und: Die "Verbraucherzentrale" möge sich lieber mal darum kümmern, dass keine Falsch-Beratungen mehr stattfinden und Bürger-"Anfragen" nicht die Kassen klingeln lassen trotz der gewaltungen Subventionstöpfe.

Übrigens:
In einem Land, in dem das "Steuergeheimnis" höher eingestuft iwird als das gesamte Grundgesetz, in dem auch voll geständige Mörder vor dem rechtskräftigen Urteil bestenfalls als "mutmaßliche Täter" genannt werden dürfen, und in dem sogar Schwarzarbeitsfirmen und gewerblichen Steuerbetrügern ein "Arbeitgeber-Sozialdatenschutz" gewährt wird, sind Bedenken und Proteste gegen StreetView nur zu verständlich.

Gerakl Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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Ich freu mich auf StreetView
Ich auch.
Wenn sie nur Orte darstellen, die man auch so ohne weiteres besichtigen kann, sehe ich darin überhaupt kein Problem. Oder haben die Herren Angst, dass Millionen ihre Villas sehen können?
gerhard38 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale kritisiert Google Streetview“

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Mich wundert auch, warum man Gesichter unkenntlich machen muss, wenn ich daran denke, dass bei jeder TV-Übertragung (egal, ob Sportveranstaltungen, Demonstrationen, Katastrophenberichten, Paraden und dem üblichen Schwenk ins Publikum bei der Übertragung von Konzerten oder Theatervorstellungen) jede Menge Personen deutlich zu sehen sind, die garantiert nicht vorher gefragt wurden, ob sie damit einverstanden sind, dass ihr Bild in den Nachrichten erscheint. Auch alle Urlaubsfotos vom Strand oder einer belebten Straße wären dann für ein Upload verboten. Es gibt jedoch die Regel, wenn Öffentlichkeit gegeben ist - als Faustregel gelten 5 Personen in räumlicher Nähe an einem der Öffentlichkeit zugänglichen Platz -, dass das dann fotografiert und auch einer weiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Gruß, Gerhard

Olaf19 gerhard38

„Mich wundert auch, warum man Gesichter unkenntlich machen muss, wenn ich daran...“

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Hallo Gerhard, das habe ich mich auch schon gefragt:

dass bei jeder TV-Übertragung (egal, ob Sportveranstaltungen, Demonstrationen, Katastrophenberichten, Paraden und dem üblichen Schwenk ins Publikum bei der Übertragung von Konzerten oder Theatervorstellungen) jede Menge Personen deutlich zu sehen sind, die garantiert nicht vorher gefragt wurden, ob sie damit einverstanden sind, dass ihr Bild in den Nachrichten erscheint.

Der Unterschied liegt wahrscheinlich darin, dass die TV-Sendung nur eine "flüchtige Momentaufnahme" darstellt, die Gesichter werden also nicht ins Internet gestellt und sind nicht permanent durch andere abrufbar, vor allem dass die einzelne Person quasi nur als "Staffage" funktioniert, nicht aber im Mittelpunkt der Show oder der Berichterstattung steht.

Das ist aber nur meine Interpretation. Letztlich ist das immer eine Interessenabwägung - die individuellen Rechte des einzelnen werden schon ernst genommen, aber die Allgmeinheit hat genau so ein berechtigtes Interesse an Information und Unterhaltung.

Das ganze Thema hat schon einige Komplexität: http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild

CU
Olaf

gerhard38 Olaf19

„Hallo Gerhard, das habe ich mich auch schon gefragt: Der Unterschied liegt...“

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Danke für den Link. Dort steht es ohnehin ziemlich eindeutig:

§ 23 KunstUrhG zählt Ausnahmen auf:

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

Bei Google Streetview sind allfällig mitgefilmte Personen gem. Abs. 2 bestensfalls "Beiwerk", und daher müsste Google (und auch jeder andere, der Fotos macht oder Urlaubsvideos dreht und diese dann allgemein zugänglich macht) die Gesichter nicht einmal unkenntlich machen.


Gruß, Gerhard