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News: Empörte Abonnenten machten Druck

Verbraucherzentrale bremst Axel Springer AG

Michael Nickles / 12 Antworten / Baumansicht Nickles

Der dreckige Trick bei unterwünschten Spam-Mails und Telefonwerbung ist eigentlich immer der, dass die Werber behaupten, die "Belästigten" hätten den Werbeaktionen irgendwann irgendwo ausdrücklich zugestimmt.

Das kann beispielsweise im Kleingedruckten bei der Teilnahme an einem "Glücksspiel" versehentlich passiert sein, oder es gab niemals eine Zustimmung der Betroffenen. Typischerweise räumen sich die "Marketing-Unternehmen" das Recht ein, eingesammelte Daten nach Lust und Laune anderen Unternehmen weiterzugeben oder tun das einfach.

Betroffene die permanent belästigt werden, haben also kaum eine Chance, sich wehren zu können - und die deutsche Justiz schert es sowieso einen Dreck. Zumindest meistens, aber wohl nicht immer.

Pech hatte jetzt laut Bericht der Verbraucherzentrale Hamburg die Axel Springer AG. Die hat eine einstweilige Verfügung kassiert, weil sie Verbrauchern Briefe geschickt hat, mit denen ihnen ihre Einwilligung zu Werbung per Telefon, E-Mail oder SMS unterstellt wurde.

Die Briefe wurden von der Axel Springer AG anscheinend (auch) an Abonnenten verschickt, die dem "Empfang" von Werbung wohl niemals eingewilligt haben. Die Verbraucherzentrale Hamburg teilt mit, dass sich Anfang des Jahres zahlreiche Leser der WELT und des Hamburger Abendblatts wegen eines Briefs beschwert haben, in denen ihnen die Einwilligung für Werbung unterstellt wurde.

Im Schreiben bedankte sich der Verlag "für Ihre telefonische Zustimmung zu unserem Angebot, Sie in Zukunft weiterhin per Telefon, E-Mail oder SMS über Medienangebote der Axel Springer AG und der Ullstein GmbH zu informieren". Die empörten Verbraucher versicherten der Verbraucherzentrale, dass sie niemals eine derartige Zustimmung gegeben hätten.

Aufgrund Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht und Erschleichung der Zustimmung zur Werbung, forderte die Verbraucherzentrale den Axel Springer Verlag am 12. Januar 2011 per Abmahnung zur Unterlassung auf. Springer weigerte sich zunächst zur Abgabe der Unterlassungserklärung.

Als schließlich die Verbraucherzentrale Berlin aufgrund von Verbraucherbeschwerden eine einstweilige Verfügung durch das Landgericht Berlin erreicht hatte, knickte Springer wohl ein und erkannte auch die Abmahnung der Verbraucherzentrale Hamburg an.

Olaf19 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale bremst Axel Springer AG“

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"Erschleichung der Zustimmung zur Werbung" - das ist aber eine schöne Formulierung. Muss ich mir merken :-)

Der dreckige Trick bei unterwünschten Spam-Mails und Telefonwerbung ist eigentlich immer der, dass die Werber behaupten, die "Belästigten" hätten den Werbeaktionen irgendwann irgendwo ausdrücklich zugestimmt.

Das halte ich gar nicht für einen "Trick", ich denke eher, dass die Zustimmung meistens tatsächlich gegeben wird. Wer immer zu allem Ja und Amen sagt, seine Adressdaten ausposaunt und nicht wenigstens noch die Kreuzchen an der richtigen Stelle setzt - [X] Ich bin nicht damit einverstanden, mit Werbung behelligt zu werden - der darf sich nicht wundern.

Ich mache nie bei irgendwelchen blöden Gewinnspielen mit - und bekomme so gut wie gar keine Werbung.

Diese Axel-Springer-Geschichte scheint mir aber noch ein ganz anderes Kaliber zu sein - hier deutet alles darauf hin, dass der Verlag glatt die Unwahrheit sagt. Finde ich gut, wie die Leute sich zur Wehr setzen.

CU
Olaf

Borlander Olaf19

„ Erschleichung der Zustimmung zur Werbung - das ist aber eine schöne...“

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Kreuzchen an der richtigen Stelle setzt - [X] Ich bin nicht damit einverstanden, mit Werbung behelligt zu werden
 Das ist in dieser Richtung schon lange nicht mehr zulässig...
Olaf19 Borlander

„ Das ist in dieser Richtung schon lange nicht mehr zulässig...“

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Um so besser... ich hatte es in den letzten Jahren auch kaum noch gesehen. Eher die andere Variante - man muss das Häkchen setzen, wenn man an "Produktinformationen" interessiert ist.

Aber auch da lässt sich ein wenig tricksen. Die Anbieter setzen gerne eine ganze "Batterie" von Checkboxen untereinander, die alle tendenziell mit "ja" angekreuzt werden sollen - mir hat das Spiel gefallen, ich möchte eine kostenlose Probeausgabe, ich möchte an der Verlosung teilnehmen etc. Da fällt das Kästchen mit der Zustimmung zur Werbung schon gar nicht mehr so auf, und der eine oder andere kreuzt einfach die ganze "Ja-Spalte" durch.

CU
Olaf

Voyager532 Olaf19

„ Erschleichung der Zustimmung zur Werbung - das ist aber eine schöne...“

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Hallo Olaf,

Ich mache nie bei irgendwelchen blöden Gewinnspielen mit - und bekomme so gut wie gar keine Werbung.

noch nicht mal bei den schönen Autogewinnspielen im Hamburger Hauptbahnhof? Das ist ja auch eine Riesensauerrei, wo einem weißgemacht wird man müßte nur diese Karte ausfüllen und kann dann den schönen SLK gewinnen der da rumsteht. Man wirft die Karte sogar durch einen kleinen Schlitz beim Autofenster, welches den Irrglauben noch verstärkt.

In Wirklichkeit aber stehen an allen großen Bahnhöfen gleichzeitig diese Auto mit dem gleichen Gewinnspiel und verlost wird nicht dieses Auto, sondern nur ein Einziges (in Zahlen "1"). Dabei werden alle Karten aus allen Bahnhöfen zusammengeworfen, was natürlich die Gewinnchance deutlich verschlechtert.

Alles in Allem nicht so schlimm wie es sich anhört, denn es steht ja in den Teilnahmebedingungen sogar drin wie das läuft, Die sogar ganz klein auf jeder Karte gedruckt werden. Trotzdem sind die eingeworfenen Karten immer sehr sehr viele und ich schätze 90 % kennen die Spielregeln gar nicht.

Zum Glück bin ich toll, und hab's durchschaut.

Viele Grüße!

Olaf19 Voyager532

„Hallo Olaf, noch nicht mal bei den schönen Autogewinnspielen im Hamburger...“

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noch nicht mal bei den schönen Autogewinnspielen im Hamburger Hauptbahnhof?

Ha! Da war ich heute Abend... allerdings am Hauptbahnhof-Nord, bei der Linie U2, da war natürlich nichts los, also - nichts mitbekommen von der schönen Gewinnspielaktion *g*.

Schade, einmal im Leben an einem SLK schnuppern, das wär schon was gewesen ;-)

CU
Olaf
Systemcrasher Olaf19

„ Erschleichung der Zustimmung zur Werbung - das ist aber eine schöne...“

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Das halte ich gar nicht für einen "Trick", ich denke eher, dass die Zustimmung meistens tatsächlich gegeben wird.

Nö, stimmt nicht.

Tatsächlich übernehmen Wahlautomaten den Erstanruf, kommt ein Freizeichen oder meldet sich gar jemand, wird die Nr. als aktiv markiert und anschließend von "Calling Agents", also Telefonverkäufern aquiriert.

Ich habe mehrere Tel-Nummern, wie die meisten ISDN-Besitzer.

Einige davon habe ich nur für bestimmte Dinge.

Eine z.B., jene die im Tel.-Buch steht, läuft ins Nirwana, d.h., die ist keinem Gerät zugeordnet.

Andere, z.B. meine Geschäftsnr, oder meine Privatnr., kennen nur Freune, Bekannte bzw. Geschäftspartner.

Oft werde ich auf diesen Nummern angerufen, und jedesmal wird vom Anrufer behauptet, ich hätte diese Nummer "bei irgendeinem Gewinnspiel o.ä." angegeben, was definitiv gelogen ist. Natürlich sage ich das denen jedesmal, obwohl ich weiß, daß die Anrufer selber auch nur den Job machen, weil sie sonst H4 bekämen.

Neuste Masche: Unterdrückte Absenderkennung (bei geschäftlichen Anrufern in Deutschland verboten), deutschen "Finanzdienstleister" mit Sitz in Großbritannien.
Warum haben die wohl dort ihren Firmensitz?

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt....
Olaf19 Systemcrasher

„ Nö, stimmt nicht. Tatsächlich übernehmen Wahlautomaten den Erstanruf, kommt...“

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Tatsächlich übernehmen Wahlautomaten den Erstanruf, kommt ein Freizeichen oder meldet sich gar jemand, wird die Nr. als aktiv markiert und anschließend von "Calling Agents", also Telefonverkäufern aquiriert.

Rein technisch ist das schon seit vielen Jahren machbar und wird auch in der Praxis so realisiert.

Bei der heutigen Rechtslage allerdings müsste es illegal sein, per Zufallsgenerator Telefonnummern von "Kunden" (die gar keine sein sollen) zu generieren.

CU
Olaf
Frenchie Olaf19

„ Rein technisch ist das schon seit vielen Jahren machbar und wird auch in der...“

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Hallo Olaf,

braucht es wirklich einen Zufallsgenerator? Eine CD von Klicktel oder so eingeworfen verspricht da schnellere Ausbeute.

Ich habe mir überlegt mir eine 0800 Nr zuzulegen, so für 20 € die Minute. Und die schön weltweit verbreiten. Dann würde ich mit Freuden Abends um 21:00 den Arm von der Frau nehmen, die Katze vom Schoß jagen, das Bier auf den Tisch stellen und mein bequemes Sofa verlassen. Nur um mal 20-30 Minuten irgendeinem Dummschwätzer zuzuhören. Obwohl, die rattern so ihren Text runter daß es reicht zwischendurch mal zu grunzen (damit die denken ich wäre noch dran).

Bis dahin lege ich das Telefon vor irgendeinen Lautsprecher, irgendwann gibt der andere auf.

Frenchie

out-freyn Frenchie

„Hallo Olaf, braucht es wirklich einen Zufallsgenerator? Eine CD von Klicktel...“

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braucht es wirklich einen Zufallsgenerator?

Vermutlich schon - schließlich stehen viele Menschen gar nicht (mehr) im Telefonbuch.

Meine aktuelle Nummer steht in keinem Verzeichnis und ich gebe sie nur an Personen meines Vertrauens weiter. Trotzdem erreichen mich manchmal solche Werbeanrufe.
Olaf19 Frenchie

„Hallo Olaf, braucht es wirklich einen Zufallsgenerator? Eine CD von Klicktel...“

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Hi Frenchie,

Das Charmante am Zufallsgenerator ist, dass man auf diesem Wege auch Leute erreicht, die noch einen Schritt weiter gehen als von out-freyn beschrieben - nämlich die, die eine Geheimnummer haben. Diese Nummern werden auf diesem Wege unweigerlich geknackt.

Letztlich sind beide Methoden, Zufallsgenerator und Telefonbuch/KlickTel hoffnungslos ineffektiv. Das kann man bestenfalls bei einem Allerweltsprodukt einsetzen, das jeder braucht. Normalerweise wird im Telefonmarketing eher wert auf "qualifizierte" Adressen gelegt - solche also, wo der Teilnehmer wenigstens zur angepeilten Zielgruppe gehört und somit ein potenzieller Kaufinteressent ist.

Tausende Karteileichen abzutelefonieren wird viel zu teuer.

CU
Olaf

violetta7388 Michael Nickles

„Verbraucherzentrale bremst Axel Springer AG“

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Hallo Forum,

niemand kann sich eine Zustimmung erschleichen!!! Schweigen bedeutet unter Juristen immer "Nein".

Der Justiziar der Springerverlages hatte wohl gerade nichts zu tun.

MfG.
violetta

orgprog violetta7388

„Hallo Forum, niemand kann sich eine Zustimmung erschleichen!!! Schweigen...“

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Das Motto mit der angeblichen Zustimmung wird seit vielen Jahren von Spam-Versendern angeführt.
So erhalte ich ständig, d.h. mindestens 1x pro Woche, Krankenkassen-Werbung, stets von anderen (angeblichen) Absendern, die mich als Kunde ansprechen und sogar eine "Kundennummer" bereit haben.
Das Abbestellen wird dabei nur textlich angeboten, funktioniert jedoch nie, ähnlich wirkungslos wie übrigens auch seit Jahrzehnten die "Robinson-Liste". Eine Aufnahme der Absenderadresse in eine Blacklist ist erfolglos, da stes die Adresse gewechselt wird.

Bei T-Online, meinem Provider mit seiner tollen Werbung mit "Spamschutz Plus" und dessen "intelligenten Algorithmus", reagiert man trotz ausführlicher Zusendung seit Jahren (!) an 'Feedback-SpamschutzPlus@t-online.de' NIE, die behauptete "Analyse des Textes" ist reine Propaganda (von Symantec?), und wenn man sich dann noch an "Abuse" wendet, erhält man eine langatmige Erklärung für Idioten....

Aktuelles Muster:
------------------------

Return-Path:
Received: from mailin00.aul.t-online.de (mailin00.aul.t-online.de [172.20.26.42])
by mhead406 (Cyrus v2.3.15-fun-3.2.10.1-1) with LMTPA;
Tue, 08 Mar 2011 20:44:54 +0100
X-Sieve: CMU Sieve 2.3
Received: from 52-184-76-54.ccrtc.com ([69.199.170.209]) by mailin00.aul.t-online.de
with smtp id 1Px2pH-28337Q0; Tue, 8 Mar 2011 20:44:11 +0100
Received: from 52-184-76-54.ccrtc.com by home with MailEnable ESMTP; Wed, 09 Mar 2011 15:39:44 -0400
Message-ID: zerbrivsmrfeyrqzchrddvvpqwacwykh.@news.ro>
From: "Johannes Haas"
Reply-To: "Johannes Haas"
To: ferienexpress@t-online.de
Subject: Achtung Ihre Krankenkasse wird Teurer55719438
Date: Wed, 09 Mar 2011 21:34:44 +0200
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